11. May 2005 - 14:48 Uhr
Wiehl, Wermelskirchen, Waldbröl, Daun – wenn ich Termine in kleinen Städten ringsum habe, kaufe ich Brot. Brot gibt es auch in Bonn, aber ich suche “The Brot”. The Brot ist ein fast reines Roggenbrot, außen sehr dunkel und glänzend, die Kruste hat seltsame Löcher (zum Atmen? Wie Wale?) und schmeckt ein wenig angebrannt. Was würde ich damit tun, wenn ich the Brot eines Tages fände? Ich könnte nicht einmal Holundermarmelade oder besser: La Holundermarmelade daraufschmieren, denn meine Eifler Oma starb 1978. Ohne La Holundermarmelade kann ich The Brot doch gar nicht erkennen!
Der Viertellaib “Gutsherrenbrot” in der Bäckerei Werther Tor in Münstereifel wiegt 1,2 Kilo. Weiterlesen »
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9. May 2005 - 12:28 Uhr
Der Orgelspieler muss vielleicht um einen Halbton nach unten transponieren, weil das Örgelchen im Kammerton gestimmt ist, die Darmsaiten von Musica Antiqua dagegen etwas schlapper fallen dürfen. Das würde sein arges Versagen dann fast entschuldigen.
Schlappseilgeigen? Neinnein. “Wusste gar nicht, dass man auf Darmsaiten so schönen Lärm machen kann”, sagt U. Sie hat Geige gelernt und begleitete mich gerne zum Eröffnungskonzert der Brühler Schlosskonzerte.
(Mist, die Schokolade in der Schreibtischschublade ist fast alle, habe ich die wirklich selber gegessen?)
Wir waren underdressed, das muss man sich leisten können. Weiterlesen »
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8. May 2005 - 16:47 Uhr
Zwischen Regen und Regen scheint am Nachmittag kurz die Sonne durch das Bodenloch in den Meisentopf. Der Meisenkinderchor hat über die Tage einen volleren Klang entwickelt, im Topf sieht es pelzig aus oder flaumfedrig. Das sind schon richtige Vögel.
Mein Vertrauen wächst: Bestimmt können sie Räuberleiter.
Oder fliegen.
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7. May 2005 - 09:56 Uhr
Die kleine dicke Frau hat die Füße auf der gegenüberliegenden Bank abgestützt, weil die Beine nicht bis zum Boden reichen.
Sie trinkt Capri Sonne, von halbleer bis leer dauert es drei Stationen. Es gibt ein Lied von Malediva, von einer kleinen Oma, die Sunkist trinkt. Gibt es noch Suuunkist?
Diese hier trinkt Capri Sonne mit spitzen Lippen.
Tststs macht sie, empört über die Lautstärke des Bus-Funkes.
Nach einem offenbar lang eingeübten Verfahren faltet sie am Ende den Strohhalm in die leere Caprisonnentüte.
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6. May 2005 - 11:35 Uhr
mich, ob ich beim Fristenberechnen eigentlich richtig aufgepasst habe damals. Wenn der Tag, an dem ich das Empfangsbekenntnis gefaxt habe, nicht mitgezählt wird, habe ich dann bei einer Wochenfrist bis zum selben oder bis zum darauffolgenden Tag Zeit, und wenn er mitgezählt würde, was wie ich weiß nicht so ist, gälte dann der vorangehende Wochentag und falls dieser ein Sonn- oder Feiertag wäre doch wieder derselbe.
Während meine Töchter mit mir über das Wetter verhandeln, Regen, nicht Regen = Ausflug oder nicht Ausflug, erwache ich und weiß wieder, dass noch bis Montag Zeit ist, also wenn ich heute abschicke allemal ausreicht.
Was nun geschehen ist. Geht doch.
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5. May 2005 - 11:46 Uhr
Die Meisen werden froh sein, dass das Wetter wieder schlechter ist. Wir waren am Wochenende nicht bereit, unsere Terrasse zu ihren Gunsten aufgegeben, das Meisenelter kam immer wieder mit seinem Wurm an, kreiste um den umgedrehten Blumentopf und verschwand wieder. Stürzte sich dann doch kopfüber hinein. Der Blick durch das Bodenloch ließ aufgerissene Schnäbel erkennen. Wie kommen die bloß da raus, wenn sie mal flügge werden?
Können Meisen Räuberleiter?
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5. May 2005 - 10:22 Uhr
Alberto Balsam erinnert mich im Forum Höfliche Paparazzi an Walter Kempowski.
B.w ar letzte Woche in Bergisch Gladbach bei einer Lesung, ich hab mir das gespart, Herr Kempowski hat keine gute Vorlesestimme, und ich hatte eine konkrete Vorstellung von der Zuhörerschaft. Es wurden wohl im Anschluss typische Fragen gestellt, wie: warum er das Echolot nicht mit Kommentaren versehen habe. Wenn die Russen im Autopsiebericht Hitlers einfach das Loch im Kopf verschweigen, da müsste man doch in eine Fußnote schreiben, dass das gar nicht stimmt.
Als fragte man Yves Klein, warum er nicht mal was schönes Braunes auf seine Bilder macht.
Bei aller Schrullig- und Nörgeligkeit über die Missachtung der Kritik -
Recht hat er schon. In letzter Zeit haben das ein paar junge In-Autoren
(Stuckrad-Barre in “Festwertspeicher der Kontrollgesellschaft” und Gerhard Henschel) eingesehen. Kempowski konnte man lange nur unter vorgehaltener Hand gut finden, meint er, weil er die DDR nicht so gut fand. Oder reduziert auf Komödie, Zitate, Versatzstücke. Anders als der nur stellenweise amüsante subjektive Quatsch von später (Hundstage, Letzte Grüße) ist die “Deutsche Chronik” wirklich ganz große Literatur. Und das Echolot die Fortsetzung mit anderen Mitteln. Die einzige Geschichte, die er erzählen kann, ist seine eigene Geschichte. Und weil die erzählt ist, lässt er nun andere zu Wort kommen, das finde ich angenehm… demütig.
Renate lebt übrigens als Hundetrainerin in Californien.
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3. May 2005 - 23:42 Uhr
RTL
FEO
AFK
“Macht man Chips draus, auf Französisch POMMÄÄÄS, wächst inne Erdä, oben grünes Zeug drauf, jaja, am Arsch die Räuber, kamma auch schön Gratäng draus machen, Gratäng, wa, mit Käääse.”
Altkoffer.
Folterkaf.
Oftklar.F.
Karoffelt.
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