29. Juni 2005 - 10:16 Uhr
Nach dem Bigbandkonzert fuhr ich mit dem Fahrrad über die Poppelsdorfer Allee Richtung Hause.
Die Ampel zur Meckenheimer Allee hin blinkte, ich ignorierte das wie üblich, man hört ja, ob ein Auto kommt.
Dann fiel mir auf, mal wieder, dass ich an dieser Stelle in der Nacht immer an das selbe denke. Es gibt so Gedanken, die man immer wieder denkt und doch nie festhält, weil sie nun ja so spannend auch nicht sind. Dieses Mal wollte ich aber festhalten, vielleicht denke ich ja dann an dieser Stelle auch mal was anderes, und tippte im Fahren die Notiz AMPEL ins Mobiltelefon.
Und zwar hielt ich diese Ampel als Kind für eine Art Zauberer. Meine Großtante Aenny wohnte in der Poppelsdorfer Allee, in dem Eckhaus auf der anderen Seite des Grünstreifens. Aus ihrem Dachfenster zeigte sie uns die Ampel, sie sagte, wenn ein Auto kommt, dann springt sie um auf Grün. Mein Bruder und ich werden so 7 und 5 gewesen sein. Oder 8 und 6 oder egal.
Wenn wir im Winter bei ihr waren, es also schon dunkel war, bevor unser Vater uns abholte, verbrachten wir die Zeit bis zu den Apfelpfannkuchen damit, aus dem Fenster zu schauen und auf ein Auto zu hoffen. Es war reine Zauberei, die Ampel SAH das Auto kommen und begrüßte es mit Grün.
Übrigens, die
Poppelsdorfer Allee, die das Lustschloss mit dem Hauptschloss verbindet… sie sei genau einen Kilometer lang, so die lang geglaubte Mär. Hört sich wirklich gut an. Wäre aber ein toller Zufall, denn als sie zu Beginn des 18. Jahrhunderts angelegt wurde, gab es den Kilometer noch gar nicht. Das metrische System wurde in Frankreich 1795 eingeführt, in Deutschland erst 1870.
1 Kommentar » | Heimatkunde
28. Juni 2005 - 16:58 Uhr
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Kommentieren » | Post von... Wege zu mir
28. Juni 2005 - 13:46 Uhr
sieht auch sonst schon mal tagsüber fern, wenn sie nicht gerade auf dem Golfplatz Kartoffelbovisten erschlägt. Sie erregt sich dann über diesen Bonner Anwalt, der aus der Wilhelmstraße nach Barbara Salesch wechselte, nachdem die Polizei in seinem Büro eine Kalaschnikoff gefunden hatte.
Nun also Klagenfurt, erstmalig eingeschaltet, um ihre kleine Tochter mal im Fernsehen zu sehen. Mein Mobiltelefon klingelte, als gerade Natalie Balkow las - im dämlichsten aller dämlichen Momente fragte sie, ob ich im Theater sei. Also: WENN ich im Theater gewesen wäre, ui. Ich: Fassungslos (ein Wort, das Frau Radisch dieses Jahr gar nicht benutzte, entweder, sie hatte den Strang von 2004 gelesen oder sich nachher im Video beobachtet).
Meine Mutter verfolgte dann fast lückenlos alle Lesungen und Diskussionen, nun soll ich ihr die Texte alle ausdrucken außer Blö Böd Böldl und Kuhn, bei der Zangengeburt war ihr schlecht geworden, sie hatte dann im Garten gesessen, bis Radisch wieder das Wort ergriff.
Ist doch gut, wenn man die Eltern vom Unterschichtenfernsehen wegkriegt.
Mutterbashing ist wirklich ganz ganz billig, unterste Schublade. Also: Meine Mutter ist überaus belesen, und ich gönne ihr das nachmittägliche Unterschichtenfernsehen von Herzen.
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28. Juni 2005 - 09:42 Uhr
war heute morgen der Wetterbericht auf WDR 3. Dass es im hohen Venn gegen Abend ein Wärmegewitter geben könnte, erfuhr ich gegen fünf nach neun. Ist das überhaupt noch im Sendegebiet?
Ich fuhr übrigens gerade an der Leit- oder Mittelplanke oder ex-Leit- oder Mittelplanke oder doch der Stelle vorbei, wo in Höhe des Endenicher Eis sich eine Leit- oder Mittelplanke befunden hatte, bis gestern morgen der Bus kam, Linie 633.
Kommentieren » | Trouvaillen
27. Juni 2005 - 13:02 Uhr
ebay-Mitglied tagederdeutschsprachigenliteratur05 versteigert zur Zeit bei ebay einen Tisch aus der Menschärgerdichnicht-Kulisse.
Zuvor ersteigerte dieses Mitglied eine Flasche aloe vera Lotion.
21.16 sch Uhr, nun steht der Tisch wieder bei 2 Euro (heute Nachmittag 162)

Zur Zeit gibt es Probleme, selber bieten ist wohl doch nicht erlaubt.
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1 Kommentar » | Bachmann '05/'06
26. Juni 2005 - 10:01 Uhr
Ich möchte mich hiermit bei allen meinen beiden Lesern für die nachlässige Berichterstattung entschuldigen.
Zuviel Strandbad vor allem.
Gleich geht es zur Preisvergabe, das ist so was wie Chorleiterwahl, jeder der neun Juroren muss seinen Favoriten mit kurzer Begründung nennen, dann wird gezählt, Stichwahl, wieder kurz begründen usw. Wir werden im Publikum sitzen und Schwester Schwester skandieren.
Werde weiter berichten.
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Kommentieren » | Bachmann '05/'06
25. Juni 2005 - 13:43 Uhr
Vom Strandbadbesuch (Jurorin Ursula März legt sehr anmutig ihre Füße hinter ihrem Kopf auf den Rasen, mit Herrn Ebel will auch hier niemand spielen) über das ständige Sichüberdenweglaufen bis zum Bürgermeisterempfang rückt die ganze Veranstaltung nach und nach immer mehr zusammen. Vom Strandbad zum Empfang radle ich ein Stück hinter Iris Radisch her, die in ihrem verwaschenen Leinenkostüm auf jemandes Gepäckträger sitzt. Die Frisur sah ja die ganze Zeit schon nach frisch gebadet aus.
Jedenfalls kommt mir das inzwischen alles so kuschelig vor, dass ich mir kaum noch vorstellen kann, dass sich irgendwer da draußen in der Welt (Berlin?) für die Sache interessiert.
Und wer das liest, der könnte vielleicht mal eben seine echte Mailadresse nehmen und mitstimmen unter http://www.bachmannpreis.at Meine Favoritin steht zu oberst.
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24. Juni 2005 - 12:05 Uhr
Schöne Jurorensätze:
Iris Radisch (über Thomas Kuhn):
“Der Text ist ein Schmarrn aus gynäkologischen Gründen”
Womit sie recht hat. Das ist eine widerliche Vorstellung, wie der Arzt mit der Geburtszange unter dem Rippenbogen übrigens suchte heute wieder jemand bei google den Beckenbogen… der Mutter nach dem Kopf des Säuglings (forzeps=Steißlage) stochert, ihn packt und dann unten herum herauszieht, dabei natürlich einen Dammriss bis zum After verursacht. Er hätte vermutlich noch mehr Verletzungen verursacht, die beide nicht überlegt hätten. Ist das dann dichterische Freiheit oder wirklich einfach nur Schmarrn?
Zumindest ist die Ignoranz so ärgerlich, dass es schon egal ist, wie der Text im Übrigen daherkommt.
Trotzdem tut mir der Autor nachher ein bisschen leid, als von allen Seiten auf ihn eingeprügelt wird.
Man kommt schließlich überein, das Schlachten zu beenden, sind sich ja eh alle einig. März: Wir sollten hier nicht so lange über einen Text reden, der uns nicht gefällt. Nicht einmal Miller kann noch erklären, warum er den eingeladen hat.
Nochmal Radisch (über Eva von Schirach, deren Text Susi Voss der missverstandendste oder meinetwegen missestverstandene des Wettbewerbs ist.):
“Wir leben unter zusammengesetzten Figuren. Das Leben ist ein Accessoirebaukasten.”
Und natürlich der da unten, der mit den Isländern.
Wird fortgesetzt.
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24. Juni 2005 - 11:05 Uhr
Das Schlosshotel hat seine besten Zeiten deutlich hinter sich. Warum, das erfahre ich in der Nacht, als - nach der ersten glücklichen Tiefstschlafphase - die ersten Züge durch mein Schlafzimmer donnern. Nun ja. Dafür hat das Zimmer Seeblick, zumindest, wenn ich mich ein bisschen strecke, um aus dem Mansardenfenster zu schauen.
Jetzt sitze ich beim Frühstück, es läuft eine Art österreichisches WDR 4 (Schönes bleibt”), mit der Rose vom Wörthersee, somesong von Karel Gott. Der Kaffee kommt aus dem Automaten und ist bruah.
Jetzt Vicky Leandros oder so. Oder Miereille Mathieu? Eher doch französischer Akzent.
Gleich werde ich mir ein Fahrrad leihen und zum ORF fahren, die Kommentare im Forum zu den Vormittagslesungen stammen alle von Menschen, die die Sache in Berlin oder anderswo am Fernseher oder im Stream verfolgen, das heißt, die Anderen sind auch noch nicht aufgestanden.
Der wundervolle Abend an diesem wundervollen Tag endete über Strandbad Maria Loretto - Restaurantterrasse Maria Loretto inkl. HaubenTAUCHbeobachtung, Sonnenuntergang vom Feinsten - auf einem Bootssteg. Ich wickelte mich in K´s Handtuch und schlief von eins bis zwei.
Alles ganz wundervoll!
Wiederholung als Stilmittel
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