Joyeuse cité de Carcassonne

Warum ich nachts unbedingt selber fahren will, warum ich überhaupt am liebsten nachts fahre… Ich glaube, ich möchte keinen dieser Momente verschlafen, in denen ich einfach nur ungestört vor mich hin sein darf. Hinter mir neben mir schlafen alle, Vater, vier Kinder und Olga. Übernachten? Viel zu teuer, viel zu umständlich, hatte ich gesagt, wir gehen abends schön essen, und die letzten paar Stunden reiße ich auf einer Arschbacke runter. Irgendeine französische quietschsüße Guaranaplempeplörre hilft mir dabei.

Kurz hinter Valence an der Route Nationale 7 aßen wir zu abend, dann Echangeur de Orange, Arles, Nimes oder umgekehrt, Alès, Montpellier, Narbonne, Carcassonne.

Beim Fahren über Gard, Herault, Aude und andere wünsche ich mir ein Nagivationssystem (so sagt die Zwei dazu) mit Angabe von Departement und überquerten Flüssen. Ruderer und wohl auch Paddler strecken sich beim Überfahren von Flüssen aus dem Fenster und sagen „faba“, immer „faba“, nur aus dem Tonfall ist erkennbar, ob der Fluss wirklich befahrbar ist oder auf keinen Fall.

Ein Skandal ist, dass die französische Regierung den Autokennzeichen die Departement-Zahlen nehmen will.

Sehr vorteilhaft beleuchtet der Franzose des Nachts seine Ortschaften, gleichsam in Sepia, alles Bunte rausgefiltert, eine vollklimatisierte Fahrt (draußen um 0 Uhr noch 29 Grad) durch einen alten Film. Die angestrahlte Cité von Carcassonne jedes Mal ein Herzbeschleuniger, ein Gefühl von Heimkommen, das sich noch eine Viertelstunde durch Pappelalleen, Sonnenblumenfelder, über sanfte Hügel durch verlassene Dörfer steigert.

carcassonne

Joyeuse cité,
Celle de Carcassonne
Hiver comme été,
Enfants et grandes personnes,
Ils vont danser l’bee-bop
Et c’est gentil comme tout
Devant ces vieux murs.

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