28. August 2005 - 21:33 Uhr
“Im Rahmen der sofort eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen wurden insgesamt drei männliche Personen angehalten, die nach den ersten Zeugenaussagen eine Ähnlichkeit mit Fußgängern hatten.”
General-Anzeiger
Kommentieren » | Trouvaillen
27. August 2005 - 23:11 Uhr
Die Anklage ist kurz:
Der Angeklagten Ingeborg R., geboren am 27.9.1926, wird vorgeworfen, am 16. Mai 2000 eine fremde bewegliche Sache sich rechtswidrig zugeeignet zu haben.
Die Angeklagte betrat am Tattag die Geschäftsräume der Firma Woolworth in Bad Godesberg. Dort steckte sie eine Tube Anti-Faltencreme zum Preis von 17 Mark 99 in ihre Tasche und verließ das Geschäft, ohne zu bezahlen.
Frau R. ist allein gekommen, einen Anwalt hat sie nicht.
Die Richterin sagt ihr freundlich, dass sie nichts dazu sagen muss, aber gerne etwas dazu sagen kann. Frau R. sitzt auf der Stuhlkante.* Weiterlesen »
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27. August 2005 - 22:40 Uhr
Erschütternd:
Google zeigt genau sieben Treffer, und ich bin Nr. 7 - das ist ein sehr kurzer Weg zu mir.
Ein “echter Kracher” schreibt mir heute jemand, der davon mehr versteht als ich. Aus den sechs anderen Treffern entnehme ich unter anderem, dass der Kerl Harry-Potter-Fan ist und auch sonst keine Gemeinsamkeiten mit mir hat. Groß blond sportlich.
Kommentieren » | Post von... Wege zu mir
27. August 2005 - 15:51 Uhr
auf WDR 3 umschalte, höre ich erstmal nichts. Doch nach ein, zwei Sekunden beginnt das Nichts, mir bekannt vorzukommen, und nach und nach schält sich aus dem Motorengeräusch ein vertrauter Akkord. Ein ungewöhnlicher vertrauter Akkord, und den ersten Sopraneinsatz könnte ich schon mitsingen, wenn ich nicht vor Glück die Luft angehalten hätte.
Das Gloria aus der Messe für zwei Chöre von Frank Martin.
Anhören!
Und zwar die ganze Messe.
“Ein Stück, das man ruhig viel öfter hören könnte”, abmoderiert der Abmoderator.
Und öfter singen, füge ich hinzu. Denn obwohl ich mich nach 20 Jahren unter selber Chorleitung auch auf was Neues freue: Manche Kompositionen sind so zum Niederknieen wundervoll, dass sie sich überhaupt nicht abnutzen.
Kommentieren » | Holde Vögellieder
26. August 2005 - 14:56 Uhr
erzählt sie in der letzten Brigitte.
Rechtsreferendarinnen brauchen eine weiße Bluse. Oder ein weißes Tuch. Oder einen weißen Schal. Denn Rechtsreferendarinnen machen Sitzungsdienst bei der Staatsanwaltschaft.
“Der hat die sittliche Reife gefehlt”, sagte heute eine Richterin, deren Referendarin auflachte, als eine Zeugin ihr Alter nicht wusste. Das ist übrigens normal, kaum ein Zeuge weiß auf Anhieb sein Alter (Ausnahme: Polizeibeamte).
Mein erster Sitzungsdienst war der aufregendste Moment meiner Ausbildung. Weiterlesen »
Kommentieren » | Bachmann '05/'06, Buch und Text, Rechtslinks, Scheibe Erde, Selige Inseln
22. August 2005 - 01:00 Uhr
…dass es wohl noch eine Weile dauern wird, bis sich Gerüche über das Internet verschicken lassen, aber dass ich den Leser auch auffordern kann, einen Kammillenteebeutel aus der Küche zu holen, statt zu beschreiben, wie die Wiese, an der ich gerade vorbeilaufe, riecht.
…dass ich am rechten Wegrand so viel besser laufen kann als am Linken, dann wird wohl das rechte Bein das längere sein und vielleicht habe ich zu viel einseitiges Bordsteinhumpeln gemacht als Kind aber besser rechts.
…dass der Wald ungewöhnlich leer ist und ich nur einen Hund mit Mann Mann mit Hund und einen Läufer und außer echten Gehbehinderten keinem einzigen Nordicwalker begegne.
…dass ich den Wegweiserstein mit dem eingemeißelten “OBUS-ENDSTELLE” flickrn muss, und wann der Obus eingestellt wurde, das war nach des Mannes und vor meiner Geburt also wohl in den frühen Sechzigern. Und kürzlich hat jemand die Wegweiserbuchstaben neu gelb ausgemalt.
1 Kommentar » | abseits und alltags
21. August 2005 - 10:59 Uhr
Blöde Namen fördern klerikale Karrieren
Hinweise:
Monsignore Gänswein (Ratzefatz’ “Zwinkerzwinker” Privatsekretär)
Monsignore Schwaderlapp (Kölner Dom)
Das Material ist noch etwas dünn. Wird weiter beobachtet.
2 Kommentare » | Scheibe Erde, Selige Inseln
19. August 2005 - 15:06 Uhr


Wie der General-Anzeiger berichtet, “säumten bereits seit dem frühen Morgen Tausende Pilger den Straßenrand, um einen Blick auf das Kirchenoberhaupt zu erhaschen.”
Eine Stunde vor Eintreffen des Papstes:

ok, gegenüber waren ein paarhundert mehr.
Die Jugend der Welt wartet auf den Papst. Ich nicht.
Hatte der schwarze Audi Fickfolie? Hat Ratze das Fenster runtergekurbelt?
Alles wie früher in der Hauptstadt, inklusive der unaufwendigen Freundlichkeit der Polizisten. Die Bonner machten es wie damals: Blieben zu Hause oder im Büro und standen nicht im Weg.
1 Kommentar » | Heimatkunde
19. August 2005 - 13:56 Uhr
“Hjelm sah sein Gesicht im verkehrt eingestellten linken Außenspiegel und entdeckte, daß der schuppig-rote Fleck auf seiner Wange größer geworden war. Hautkrebs, dachte er. ”
Der Krimi, der mir im Urlaub gefehlt hat.
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18. August 2005 - 22:41 Uhr
Schallarchiv, schönes Wort.
Der WDR meiner Jugend war eine Ansammlung von Menschen mit Sprachfehlern (Siegerländisch, Lispeln, Rüttgers etc.) und seltsamen Namen (Irene Denzer-Vanotti, gestern in den Kindernachrichten wiedergefunden).
Heute auf der Autobahn nach Bensberg ein Beitrag aus dem Schallarchiv über Staatsbesuche, Papstbesuche.
Butzweiler Hof 1980, Boden geküsst.
Geschlabbert: Müngersdorfer Stadion 1987? 88?
Bruder Twix (früher hieß er normal, heute Frater) und seine kleine Choralschola trat auf, deshalb sah ich es im Fernsehen.
Und Charles de Gaulle, schön:
“Es lebäh bonne, es lebäh döischland, es lebäh die döischfranssösiesche fröinschaff.”
Als ich zwei Stunden später nach meinem gottesfürchtigen Wirken als einfache Arbeiterin im Weinberg der Jusitz dem Termin zurückmusste, waren alle Autobahnen papsteswegen gesperrt. Und das Schallarchiv leider wieder geschlossen.
“Die Jugend der Welt jubelt dem Papst zu”.
Die Jugend der Welt säumte zu hunderten meinen Weg durch Rösrath, Overath, Lohmar und Staugustin.
Und ich dachte immer, Jugend der Welt seien diese Menschen, die Drogen nehmen, um alle vier Jahr die Chance zu haben, durch 40-Kilometer-Rückwärtsgehen oder Beachburgenbauen ins Fernsehen zu kommen.
Kommentieren » | Trouvaillen