Und nochmal Kunstlied
B. hat mir ja gestern Liederkreis mit Pregardien in die Hand gedrückt, große Freude! Also wieder Schumann/Heine, tolles Team. Auf der Fahrt nach Kleinstadt höre ich das, ich muss mich ja allein in eine Blechzelle sperren, damit ich mal sitzen bleibe und zuhöre. Pregardien also. Wunderschöner Tenor, alles sehr fein, sehr glatt und sauber und schön und klug und leider auch steril distanziert artifiziell ohne Eier. Denke dann, dass ich wirklich, also wirklich verstehe, wenn einem das gefällt, und manchmal will ich auch, dass mir jemand einfach perfekt ausführt, was der Komponist notiert hat, um mir dann selber mein Teil zu denken.
Bei Lied will ich Schmutz, Abgrund, Körperfunktionen hören. Schweiß und Tränen. Wenn ich mir mein Teil denken will, dann sing ich’s schnell mal selber so vor mich hin und denk mir den Rest dazu halt.
So wie ich beim Romanlesen jemandem beim Leben zusehen will, möchte ich beim Liederhören jemandem beim Lieben und Leiden zuhören. Vielleicht sogar mir selbst. Ein weniger aufgeräumtes Liedsingen verstehe ich halt besser.
Wenn der Sänger bei mir ankommt, dann ist das wie ein kurzes Verlieben. Kann jeden treffen. Fassbaender ja, Prégardien halt nicht.
LUXUS übrigens, dass diese Sänger erstmal alle einfach fantastisch sind. Und ich darf mir dann den aussuchen, der mir der Liebste ist. Und als Erklärung reicht: Irgendein Mischmasch aus Gefühl, Erinnerung, Sympathie. Stichwort: Holde Vögellieder
Kategorie: Holde Vögellieder
