Archiv für September 2005


Opernpause

18. September 2005 - 12:00 Uhr

Opernprobe, Ton- und Bildaufnahme von 11 bis 21 Uhr (= Anwesenheit im nahen Umkreis der Opernbühne oder tatort-mäßig “halten Sie sich zu unserer Verfügung”) für wenige Takte Singens. Zweimal die ganze Oper hören müssen. Das hohe h (bei freundlichem Kammerton 430 Hertz) wurde vom Tonmeister als “herrlich hysterisch” gelobt. Eher ein Angstschrei.
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Sprecher: Udo Samel
Morgen 12 Uhr, Forum der Kunst- und Ausstellungshalle des Bundes, “L’Irato” von Etienne-Nicolas Mehul. Beethovenfest.

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blogophil und: Liebe Lisa9…

17. September 2005 - 10:25 Uhr

Beim Frühstück hole ich ein Etwas aus der Zuckerdose, ohne wissen zu wollen, was das Etwas ist.
“Wie neulich der Silberfisch in der Milchtüte”, sagt die Zwei. Und nach einer kurzen Pause: “Naja, besser als ein Goldfisch”.

Und schon entsteht über dem gelockten Kopf meiner Tochter eine Denkblase, eine Lisa9-Denkblase, in der ein Goldfisch aus einer Milchtüte…

Lisa, würden Sie so einen Auftrag annehmen?

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15. September 2005 - 23:31 Uhr

18 Euro Klassenkasse – Kindergeburtstagseinladung – Schnuller weg – morgen Termin – müdemüdemüde – 15 Euro Klassenkasse – female perversions (3sat) – Schnitzel – Katzenfutter – foie gras – second thoughts – übermorgen Udo Samel – sappho flickr

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Sopran

15. September 2005 - 11:28 Uhr

Deutsche Soubrette
Koloratursopran / Koloratur Soubrette
Dramatische Koloratursopran
Lyrischer Sopran
Jugendlich Dramatischer Sopran
Charaktersopran
Dramatischer Sopran
Hochdramatischer Sopran

Es wäre an der Zeit, mal übers Singen zu schreiben.
Keine Zeit.
Bis dahin nehmt dies.

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Nach der Party

11. September 2005 - 23:08 Uhr

Die Verwandten sind weg, die Kollegen, die Schulfreunde, nur die “üblichen Verdächtigen” noch. Am einen Ende des Saales wird getanzt, am anderen werden Vertraulichkeiten getauscht, die Füße hochgelegt, Reste vom Büffet gekratzt.

“Heiraten wird überbewertet”, finde ich, er nickt, ich frage trotzdem, “und Ihr?”
Er schüttelt zaghaft den Kopf.
“Erzähl es ihr nicht,”, sagt er, “aber als wir da neulich diesen Berg hochwanderten, ich japsend, im Adrenalindelir, da dachte ich, wenn wir auf dem Gipfel sind, dann könnte ich sie fragen.”
“?”
“Zum Glück haben wir’s nicht rauf geschafft. Mannmann, so schnell kann man da reinrutschen.”

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Heute Abend in der Oper: Gustav Peter Wöhler Band

11. September 2005 - 22:56 Uhr

Ein Hauch von Hitzewallung geht vom Publikum aus, der sich dank über Kopf gewedelten Fän-Ärmchen sanft im Raum verteilt.

Prima Rampensau. Wöhler.

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Was tatest Du gerade, als…

11. September 2005 - 11:04 Uhr

Beim flickr-Stöbern kam ich auf 911, und vielleicht werde ich im Vorbeigehen auf jeden Porsche spucken, nachdem ich gesehen habe, wie schlecht sich Miezen-Sportwagenfotos zwischen Bildern von brennenden Türmen machen.
Die Slideshow dauert 43 Seiten, ich habe mir nur ein paar angesehen und wollte nicht Menschen an Fenstern vorbeifliegen sehen. Das sind keine besseren oder schlechteren Toten als all die Hunger-, Krebs-, Gewalt-, Unfalltoten, die mich auch nur interessieren, wenn ich ihnen schon mal begegnet war. Das Grauen bleibt abstrakt.
Sehen wollte ich aber die Gesichter der Leute auf der Straße. Private Bilder. Vielleicht die Routine knacken, mit der ich die Nachrichten aus London nur so auf der Tickerleiste vorbeiziehen ließ.

Am 11. September 2001 war ich als Gerichtsberichterstatterin eingesetzt. Ich brachte eine kleine Amtgsgerichtssache mit, schnelle Arbeit. Weiterlesen »

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Pimp my Moleskine

8. September 2005 - 13:07 Uhr

Moleskine brauchbar wegen Größe, Gummi, gerundeter Ecken, Papier geht so. Jetzt auch im Blockformat. Fehlt: Register.

Tabulatoren (Beispiele aus den letzten 24 Stunden)

flickrbar
Notrufsäulen Haager Weg/Robert Koch, Beethoven/Endenicher, Kessenicher/Droste ROT! gelbe Zelle Adenauer/2.Fährgasse

WDR am Morgen
8.9., 8.45 WDR5 mit dem nuschl zahnl Gerd Ruge über de-russ Chefbeziehg, “Herr Ruge, mal angenommen, Angela Merkel wird Bundeskanzlerin – wie soll denn das aussehen, eine Männerfreundschaft mit einer Frau – -?”

Waswersagt
Frau Kaminzki, Schulpflegschaft: “Die Schulpflegschaft gibt ja auch diese Pampletts heraus, die kosten auch Geld” Pampletts. Pamphlete? Pampers? Pampige Papiere? — Draußen sitzen Nachbartisch, Weiterlesen »

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Notizbuch ausleeren: Aus der Kritikertätigkeit

7. September 2005 - 16:06 Uhr

Was die schlechtgelaunte Amateurkritikerin in zweieinhalb Stunden Matthäuspassion auf harter Kirchenbank in ihren Block schreibt (Archiv).

Orchester kann nix sehen, so hört sich auch an
fff ohne Erholung. reicht nicht oben
wohin IMMER zu tief
schon froh, wenn sie überhaupt treffen
solist auf der kanzel (albern)
falsche jahreszeit
dirigiert wie metronom trocken abgerissen linie fehlt zu evangelisch
7 bass gestaltung sprache erholung aus der langeweile
8 blute nur höhe (-) vibrato (-) ungetützt zuviel luft zitterndes zwerchfell
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An Schweden leiden

6. September 2005 - 16:31 Uhr

Henning Mankell, Die Brandmauer, aus Langeweile gekauft, kostete auch nur 6 Euro, irgendein Krimi halt, aber ach:
Das ist der langweiligste deprimierendste Scheiß, den ich seit langem gelesen habe. Positiv nur, dass der Scheiß mir über eine längere Zeit Nacht für Nacht das Einschlafen erleichterte. Nach ein, zwei lähmenden Seiten sank ich jeweils gelähmt dahin.
Kurt Wallander leidet an Schweden, an sich selbst und überhaupt, uninspiriert, dröge, ironiefrei. Ok, das An-Schweden-leiden hat Mankell nicht erfunden, das ist seit Sjöwall/Wahlöö inzwischen zu Tode geritten.

Ich verrate mal das Ende, der mit dem Herzkasper vorm Geldautomaten wollte mit seinem Kumpel in Angola die Weltwirtschaft in die Scheiße reiten, in dem irgend jemand in Ystad am 20. Oktober eine Karte in einen Geldautomaten schiebt. Oder so. Gequirlte Scheiße. Warum die Mädchen den Taxifahrer umgebracht haben hätte mich mehr interessiert.

Ich möchte es im Bekanntenkreis nicht weiterverschenken, wegen Identifikation, will es jemand haben? Sonst setze ich es Ende der Woche an der Poppelsdorfer Allee aus. Oder schmeiße es direkt weg.

Vielleicht müsste ich Schwedin sein.


Nota bene und Danke II, letzteren an Elinor, die mir den Link geschickt hat zu “Kommissar Wallander und die belegten Brote” von Wiglaf Droste. Das überflüssigt jedes weitere Wort zu Mankell.

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