?> Sopran | Archiv | 2005 November

Archiv für November 2005


Und nochmal wunderlich.

28. November 2005 - 23:15 Uhr

Verwunderlich, dass Gerhaher und Wunderlich die Dichterliebe wirklich in derselben Tonart singen, warum klingt Wunderlich wie so Tenor und Gerhaher so Bariton?

Ich muss mir mal die Ohren waschen. Schlecht hören kann ich gut.

(Ich sag doch gar nichts gegen Wunderlich, nie würde ich was gegen Wunderlich sagen!)

Ich werd auch langsam wunderlich, so im Alter.

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Gericht mal wieder

25. November 2005 - 10:53 Uhr

Um neun stehe ich mal wieder im Amtsgericht einer nahen Kleinstadt. Die Kollegin Klägervertreterin wartet schon, sie ist sehr früh losgefahren, bei ihr lag Schnee. Der kleine Saal ist um die Zeit noch kalt, das hätte ich bedenken müssen. Ich trage cool wool, schwarz, ein dicker Pullover hätte gut unter die Robe gepasst.

Der Kläger konnte nicht mal den Unfallort eindeutig benennen. Der Beklagte zu 1 soll ihm von rechts ins Auto gefahren sein. Beklagte zu 2 ist wie immer die von mir vertretene Versicherung. Der Richter weiß, “gerichtsbekannt”, dass der Kläger der Onkel des Beklagten zu 1 ist. Man kennt sich: Der Neffe war schon mal in einer anderen Unfallsache als Zeuge da. Weiterlesen »

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Bestandsaufnahme

23. November 2005 - 23:40 Uhr

Wenn ich die letzten zwei Wochen mal statistisch auswerte, muss ich feststellen, dass ich einmal pro Woche die Treppe runterfalle.

Ich hab schon wieder Nettseinwoll-Reflexe. Bin aber auch ganz vernarrt in den neuen Dirigenten. Seine wohltemperierten Terzen gruseln mich derzeit noch.

ICH WEISS positiv, dass es Mütter gibt, die vor Mitternacht mit dem Geburtstagskuchen fertig sind. Ich gehöre nicht zu ihnen. Weiterlesen »

2 Kommentare » | andersquer und überzwerch

Liebe Leser,

11. November 2005 - 15:13 Uhr

was ist das bloß für eine Gesellschaft, wo keiner mehr hinschaut, Menschen achtlos aneinander vorbeigehen, die Augen verschließen… ich schreib da unten, dass ich die Treppe runtergefallen bin und keiner fragt mal, wie es mir geht.

Erfahrungsgemäß ist die Anteilnahme größer, wenn der Mauszeiger verbogen ist.

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Schnörzen (google)

11. November 2005 - 12:14 Uhr

Schnörzen ist, wie erwähnt, das Umherziehen, Klingeln, Singen, Süßes Abgreifen durch Kinder auf dem Heimweg vom Martinszug. Schnörzen ist prima, wenn man
a) Kind ist oder
b) zu Hause sitzt und eingekauft hat.

Ich habe nie eingekauft, ich wohne auch nicht am Zugweg (auch so ein rheinischer Fachterminus), meine Mutter hatte auch manchmal nicht eingekauft. Dann: Rolladen runter, wir saßen im Dunkeln, damit nichts durchscheint und hofften, dass die Kinder die Zeichen verstehen. Denn wenn sie dann doch singen vor der eigenen Tür, dann muss man doch die Tür aufmachen. Dann verteilte sie das, was ich am Vortag woanders geschnörzt hatte.

Als ich zwischen verzweifeltem Tölesuchen, überfälliger Ranzen-Razzia beim Eins und Aufbruch zum Elternabend Aus nicht allzuferner Ferne “Dä hillige Sinte Määtes…” vernahm, dachte ich tatsächlich kurz an die Tüte, die die Zwei eben mitgebracht hatte. Wir wohnen im Grenzgebiet dreier Stadtteile, in keinem davon war heute Zug. Das ist ja fast so schlimm wie Halloween! Statt dessen machte ich die Lichter aus, die Kinder sollten sowieso schlafen. Als ich durch den dunklen Flur zur Treppe ging, dacht ich so für mich hin, passen würd’s ja, wenn ich jetzt die Treppe runterfiele im Dunkeln, und prompt fiel ich die Treppe runter im Dunkeln.

Dä!

Elternabend war auch langweilig, es gab eine Kanne Kaffee, wie ich ihn erbärmlicher lange nicht getrunken habe. Sah aus wie Tee. Nach dem tausendjährigen Elternabend war heute treu dem Fünfjahresrhythmus mal wieder Schießen dran. Alle Themen müssen im Fünfjahresrhythmus drankommen, damit jeder es mal mitmacht, aber keiner sich daran erinnert. Außer mir. Zum dritten und hoffentlich letzten Mal.

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Die große Samstagabendshow

6. November 2005 - 21:40 Uhr

Ich sperr mich sonst auf dem Klo ein, damit ich Gottschalk nicht hören muss, Kinder 1 bis 3 und Vater leeren Schüpstüten auf dem Zottenteppich aus.
Gestern schlief die Drei auswärts, die Zwei hatte schon bei den Nachrichten ihr Lockenköpfchen auf meine Schulter gelegt, dann lagen wir Besteckschublade auf dem Sofa, also blieb ich.
Ich mach mal einen Vorschlag zum sorgsamen Umgang mit den Gebühren.
30 Minuten müsste reichen, schließlich geht es ja um die Wetten.
Zwei spillerige Studenten packen die Bamberger Sinfoniker mit Instrumenten in ein deutsches Auto.
Ein achtjähriges Mädchen kann acht verschiedene Farben Tafelkreide am Quietschen erkennen.
Ein übergewichtiger Schweizer bläst in drei Minuten acht Sitzbälle bis zum Platzen (der Bälle) auf.
Ein AOK-Sachbearbeiter aus Großburgwedel ordnet Politikerstrümpfe nach Geruch der Parteiangehörigkeit ihrer Träger zu.
Außenwette: Ein Jungbauer aus Süchteln parkt seinen Radlader auf einem zehn Zentimeter breiten Brett, das auf vier Tomaten steht, von denen je zwei an jedem Ufer der Altmühl liegen.
Saalwette: 101 Dalmatiner aus Memmingen spielen auf der Okarina Music was my first love. (Stargast: Glenn Close)

Nach diesem Muster vier, fünf Konserven drehen, die im Wechsel ausgestrahlt werden.

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Brauchtumsverteidigung - rheinisch-katholische Globalisierungskritik

2. November 2005 - 12:45 Uhr

Kinder haben zwei Grundbedürfnisse:

Verkleiden und Süßigkeiten betteln.
Hier im Rheinland weiß man das seit Jahrhunderten.

Für das Verkleiden gibt es Karneval. Karneval beginnt für die Erwachsenen am 11. November. Die Kinder dürfen sich dagegen erst im Februar verkleiden. Früher taten sie das in der Schule, und zwar am Donnerstag (Weiberfasnacht) und am Dienstag (Dienstag). Dagegen hat das Kultusministerium die beweglichen Feiertage eingeführt. An Schulen mit zugezogenen Lehrern werden diese zur Karnevalsvermeidung missbraucht.

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Im Vorüberfahren

2. November 2005 - 11:05 Uhr

Nie würde ich mit Liegerad-Homöopathen diskutieren.
Nicht nur über Liegerad nicht und Homöopathie nicht.

(Mich beim Denken belauscht. Gewundert.)

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