29. Mai 2006 - 00:40 Uhr
Walter Schultheiss immer ‘ne Bank, und irgendwie mag ich die Schwaben doch - so aus der Ferne. Ich war unaufmerksam, natürlich störte nicht der Besuch, heute ausschließlich Profis, die wissen, an welchen Stellen man quatschen kann und wann NICHT, die mir nach meiner Rückkehr vom Klo/ Verlorenensohnbegrüßen/ Nachtischholen das Verpasste kurz zusammenfassen.
Das war aber ein fein dahinplätschernder Krimi mit einer ausreichenden Menge an Verdächtigen. Bettina Kupfer finde ich ja irgendwie süß (schon wieder musste ich das sagen, die Jungs, die früher dafür zuständig waren, sind alle weggezogen). Böseböse Rolle. Tolle Schauspielerin ist sie eigentlich nicht. Hätte ruhig gegen Ende noch mal auftreten können. Eifersucht, Neid, Geldgier, Raubüberfall und Rolf Zacher, naja und Walter Schultheiss als Nachbar. Ich bin mir gerade nicht sicher, ob der wirklich Walter Schultheiss heißt, ich ersurfe das jetzt aber nicht, zu müde.
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27. Mai 2006 - 00:18 Uhr
Auf dem Weg zum Mädchenabend über den ich nicht berichten werde, weil ich sonst bald gar keine Freundinnen mehr habe, überquere ich die Reuterbrücke. Zur Sinfonia Spirituosa fährt ein Güterzug durch, rostige Loren so weit sichtbar, und die Musik passt so eins a, dass ich daran denke, wie der Telemann am Hamburger Hauptbahnhof– Verzeihung, ich raddatze.
Also hat wohl James-die-kleine-Lokomotive Watt Telemann gehört und sich davon zur Erfindung der Dampfmaschine inspirieren lassen.
Ach nee, ich glaube, Reinhard Goebel ist schon mal Zug gefahren.
(Mädchenabend heute u.a. mit Kotz-Content: Lebensmittelvergiftung, Maren Darm, Schwangerschaft, Suff - mehr wird nicht verraten)
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21. Mai 2006 - 23:38 Uhr
Verzeihung, musste sein, egal, wie sich der Tatort noch entwickelt. Irgendwelche Klischees werde ich schon finden für den blöden Kalauer da oben.
Joachim Krol heute, meistens sind ja diese übermäßig berühmten Schauspieler nachher auch Mörder, wie neulich in Münster, als Rosel Zech mitgespielt hat. Muss sich ja lohnen.
Als ich von der Chorprobe zurückkam, war der Tatort noch nicht vorbei, zum Biertrinken waren alle zu müde, siebeneinhalb Stunden Singerei in diesem kalten Gemeindesaal. Wir sollten hin und wieder mal schauen, ob es brennt oben, aber warum sollte es brennen, sonst brennt es ja auch nicht. Nur, weil der Saal vor ein paar Tagen baupolizeilich gesperrt wurde - weil wenn es brennt die Decke einstürzt - muss es ja jetzt nicht brennen. Aber geheizt wird halt auch nicht mehr. Weiterlesen »
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18. Mai 2006 - 14:48 Uhr
Die Würde des Menschen ist unplugged.
(verdenken am Autoradio)
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16. Mai 2006 - 10:09 Uhr
Dieses Gefühl, wenn das Silbergeld so satt in den Ausgabeschacht des Automaten rauscht, unvergleichlich.
Wenn ich mich als Sieger fühlen will, bezahle ich den Parkschein mit nem Zwanziger.
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7. Mai 2006 - 22:32 Uhr
Ich hab nix notiert diesmal, keine Zeit, Tini war da, sie verkaufte mir ein Kleid, Fehlkauf für sie, Volltreffer für mich, wir hatten uns lange nicht gesehen und nutzten die Hänger zwischendurch zum persönlichen Update.
Heute München, zeichnen sich oft aus durch eine schöne Sammlung von nunja randständigen Personen, Schriftstellerinnen, versoffene Viktualienmarktdynastien, Käuze, seltsame Gemeinschaftsriten. Geht manchmal schief, aber jedenfalls hat es den Anspruch, unterhaltsam zu sein.
Heute eher Kunstscheiß, Tinis Freund würde nach zehn Minuten das erste Mal seufzen und sagen “Grimmepreis”. Heißt: Wenige Personen, formale Masche, persönliche Betroffenheit. BETROFFEN BETROFFEN BETROFFEN - Hasswort meiner Achtziger. Weiterlesen »
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5. Mai 2006 - 14:12 Uhr
Dran ist jetzt Clemens Meyer, Als wir träumten, gestern abend las ich den Anfang, ein dickes Buch, das vermutlich nicht besonders gut endet für die Jungen, die sich durch die Leipziger Nächte saufen. Bei Seite 38 eingeschlafen, das Buch ist aber unschuldig daran. Bisher: könnte mal was richtig Erzähltes sein, ich habe noch kein Fehl daran gefunden. Dick, erzählt, Autor zu jung, das hat was Amerikanisches - und das sage ich mit Wohlwollen. Lässt hoffen.
Vorab frage ich mich schonmal, ob Herr Meyer auch kurz kann, die ersten 38 Seiten von “Als wir träumten” sind auf lang angelegt, eindeutig.Bis dahin nehmt den Anfang:
“Ich kenne einen Kinderreim. Ich summe ihn vor mich hin, wenn alles anfängt, in meinem Kopf verrückt zu spielen. Ich glaube, wir haben ihn gesungen, wenn wir auf Kreidevierecken herumsprangen, aber vielleicht habe ich ihn mir selbst ausgedacht oder nur geträumt.”
Vorgeschlagen vielleicht von Frau Radisch. Erstmal weiter lesen.
bachmannpreis tage der deutschsprachigen literatur klagenfurt 2006 ingeborg-bachmann-preis
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4. Mai 2006 - 13:03 Uhr
“Ich bin démodé”, sagt Reinhard Goebel im Mosaik auf WDR 3 heute morgen. Démodé sagt er, aus der Mode, mit einem leicht affigen Ton, ich höre ein Kopfschütteln über die Dummheit des Publikums, das nur noch italienische Oper hören will, statt Telemann, Heinichen, Biber.
Von mir ein paar Tränen aufs Lenkrad, weil Musica Antiqua aufhört.
Nein, er fange jetzt nicht mit Vivaldi an, weil alle Vivaldi machen. Er halte an “den Deutschen” fest, da stünden noch zwei Regalmeter Aufführungsmaterial herum. Er könne es halt nicht mehr, physisch. Nach dem Motorradunfall seines Primarius Stefan Schadt im letzten Jahr (Bein ab) habe er wieder die erste Geige übernehmen müssen. Schadt spielt nicht mehr, ein Ersatz ist nicht zu finden. In den 90ern hatte Goebel umgebaut und umgelernt, spielte die Geige verkehrt herum, weil die linke Hand herumzickte, heute spielt er wieder normal.
Das erste Mal Musica Antiqua zu hören und zu sehen war für mich eine Erleuchtung der Art: Ich wusste nicht, dass so etwas möglich ist.
U. und ich auf den feinen Presseplätzen im Brühler Schloss hielten die Luft an. Ein paar Tausend Kilometer sind Goebel und Telemann seitdem mit mir gefahren, “Sinfonia Spirituosa” ist immer im Wechsler, auf dem ipod, eine persönliche Sicherungskopie zu Hause. Will einfach nicht langweilig werden.
Jetzt aber huschhusch ins Internet und nachsehen, ob ich sie vor November noch irgendwo hören und sehen kann.
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