Schweinchen im Land der Poesie
30. Juni 2006 - 12:00 Uhr
Robert Gernhardt ist tot.
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Mezzo

Robert Gernhardt ist tot.
Am Tag der Schmach von Cordoba war die kleine Sopran zum ersten Mal im Phantasialand.
Seit vier Jahren warten Zwei und Drei darauf: Deutschland nachmittags im Finalrundenspiel, sie zum ersten Mal im Phantasialand, dem menschenleeren. Yippieh.
Viel Spaß beim Fußballgucken, BrasilienFrankreich schalte ich wieder ein.
Berti Voigts schoss übrigens ein Eigentor.
Erfahrungen, aus denen ich nicht lerne:
Die Arbeit ist ein Scheinriese.

Früh verlasse ich das ranzige Schlosshotel, Kamera und Notebook auf dem Rücken, trete kräftig und wie meist - hier kennt mich doch keiner - unter großzügiger Behandlung von Verkehrsregeln. So lang ist die Fahrradampel noch nicht rot, die Autos stehen ja noch auf dem vierspurigen Autobahnzubringer, ich beeil mich halt, die sehen mich doch. Nur das Fahrschulauto, das auf der fünften Spur zügig auf die inzwischen grüne Ampel zufährt. Interessant meine Äußerung in Todesangst, Weiterlesen »
K. bewahrt bis morgen einen Satz für mich auf in ihrem Moleskine, einwandfreier Service, denn er ist mir schon auf dem Weg zur Dosenbierparty entfallen.
Der Weg zu ihm führte über das Schulfach Nadelarbeit und “Topflappen zu Häkelbikinis” zu Metaphern von biblischen Ausmaßen, ein Topos, der Topos Topflappen. Weben, Wehen, Wirken und Wagen.

Im nächsten Jahr werden wir anfangen, von früher zu reden, Frage: Ist es besser, das einmal durchzumachen, oder sollten wir Klagenfurt schon vorher abschaffen? Weiterlesen »
5
März (2003 Inka Parei/Bachmann und Publikum und Feridun Zaimoglu/Jury, 2005 Anne Weber/3 Sat, 2006 Angelika Overath/Willner)
4
Rakusa (2004 Uwe Tellkamp/Bachmann, 2003 Farhad Showgi/3Sat, 2005 Sascha Stanisic/Publikum, 2006 Bodo Hell/Telekom Austria vormals Jury)
3
Spinnen (2005 Thomas Lang/Bachmann, 2004 Arne Roß/Jury, 2004 Simona Sabato/Willner)
Radisch (2005 Julia Schoch/Jury, 2004 Guy Helminger/3Sat, 2006 Norbert Scheuer/3Sat) Weiterlesen »
rief mich im Anschluss an Kathrins Lesung an, um ihre Ekstase zu ventilieren. Mein Telefon war an und auf laut.
Sie hatte mich im Fernsehen gesehen, ich hockte verzückt und stolzgeschwollen vor der ersten Reihe und knipste herum. Ich brauche mich weder zu bremsen, noch brauche ich was zu schreiben über den Text.
“sopran grient vor Begeisterung und Wohlwollen. Süß” schreibt jemand in Berlin in ein Internet hinein.
Detering fing an, um ENDLICH zu sagen. Wenn sie auch noch wüssten, wie sehr das alles Kathrin ist.

Ich brauch gar nichts zu schreiben. War eh gut. Fand die Jury auch, mit vorsichtiger Ausnahme von Karl “Dasabermakaber” Corino. Sein Fazit: “Der Text wird hier trotzdem seinen Weg machen”.
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heißt der Igel in Brodowskys Milch Holz Katzen, auf der Fahrt aus der Stadt zum Schlosshotel traf ich einen, Fotos morgen. Schlosshotel klingt more glitzy than ist, die Güterzüge fahren durchs Schlafzimmer, die Einrichtung ist Restjugoslawien.

Ich möchte an dieser Stelle davor warnen, von mir noch irgendwelche sinnvollen Analysen zu Texten zu erwarten. Dies ist Urlaub, ich treffe ein paar Menschen, die für Klagenfurt vorsichtig das Internet verlassen haben, es gibt Bier, Fußball, Strandbad, Weiterlesen »
Hanno Millesi wird in seinem Filmchen mit Selbstverständlichkeiten angepriesen. Er feilt am Text, er recherchiert, er nimmt seine Umgebung wahr, er findet seinen Stoff in dem, was Leute erzählen und was er in den Medien sieht. Sehr besonders.
Wochentagsüber ist der Titel, ist das idiomatisch? Wenn nicht, ist es hübsch ausgedacht. Die Geschichte kommt mir irgendwie Wolfdietrich Schnurre vor, der Ich läuft tagsüber durch den Park und sinniert über die Vögel, damit den Eltern nicht auffällt, dass er von der Schule geflogen ist, dann stellt sich heraus, dass der Vater auch nicht mehr in die Bank geht und eine ähnliche Legende pflegt. Nett, ein Topos, tausendmal geschrieben, macht nichts. Weiterlesen »
hat mir mit “Milch Holz Katzen” ganz gut gefallen, halb- bis eineinanderthalbseitige Texte, die sich mit Wänden, Igeln, Sachen befassen. Es ist überhaupt nicht schlimm, wenn jemand sich keine Handlung ausdenken mag, dann tut er es halt nicht und schreibt so, wie er kann.
Für Klagenfurt hat Brodowsky sich eine erblindende Fotografin ausgedacht, das ist so “Liebende von Pont Neuf”, so Beethoven so alt und lahm und schade. Ich stellte ihn mir nach Milch Holz Katzen vor als Autor, der zügig was schreibt und dann nur noch kürzt, kürzt, kürzt, und das ist gut. Sollte er bei bleiben, lieber Igel.
Umgekehrt vielleicht bei Clemens Meyer, der hier ziemlich polterig auftritt. Er war gestern Abend im Scotch Club und trägt zu eseinen bunten Tätowierungen ein demodées Hemd in einer Farbe zwischen Lachs und Citron. Ich habe das Buch noch zu Hause bis etwa zur Mitte gelesen und fing dann an, eine Entwicklung zu vermissen. Er schreibt sehr raumgreifend und tritt auch als Person so auf. Soll sich so ein Autor darauf einlassen, einen Halbstundentext zu schreiben?
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