29. September 2006 - 10:45 Uhr
Am Morgen kurz Angst, den Verstand zu verlieren, als ich an der Ampel den Schminkspiegel herunterklappe, um zu prüfen, ob es mir gelingt, wie Alfred Biolek auszusehen.
Unterkieferschmerzen.
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Mezzo
Am Morgen kurz Angst, den Verstand zu verlieren, als ich an der Ampel den Schminkspiegel herunterklappe, um zu prüfen, ob es mir gelingt, wie Alfred Biolek auszusehen.
Unterkieferschmerzen.
Ich bin eine freundliche Inempfangnehmerin von Callcenter-Anrufen. Zumindest ihr Anliegen dürfen die jungen Menschen meistens vorbringen, bevor ich freundlich und bestimmt sage: Ich bin nicht interessiert. Die Anrufer haben weder den Job noch das Produkt erfunden. Mit der Dame von der Soldan-Stiftung komme ich sogar manchmal ins Geschäft. Den neuen RVG-Kommentar zur Ansicht, ja gerne.
Heute im Büro hätte ich aber gerne das Geld erstmal verdient, das ich bräuchte, wenn ich eines der freundlichen Angebote wirklich annehmen wollte.
Gegen 12 klingelte es zum fünften Mal (nach zwei Anzeigenverkäufern, Telefonbuchverlag, Soldan). Rufnummer unbekannt. Eine sehr schnell und undeutlich sprechende junge Asiatin meldete sich von Firma (unverständlich) Berlin, wir Umfrage (unverständlich), Ihr Betrieb Toner und Kartuschen (unverständlich). Ich sagte: “Tut mir leid, ich habe jetzt keine Zeit” und legte auf.
Ca. drei Sekunden später klingelte Rufnummer unbekannt erneut.
“Blede Q!”
(Sorry, you made my day.)
Kommentieren » | Arbeit und Aufschieben, Scheibe Erde, Selige Inseln
Wenn Maria Furtwängler, statt sich auf ihrem großen Namen und den Millionen von Hubert Burda auszuruhen, mal solide anständige Polizeiarbeit leisten würde, dann hätte sie erstmal der Spusi den Marsch geblasen und dann der Reihe nach diese ganzen Feuerwehrballbesucher vorgeladen und schon nach zehn Minuten gewusst, mit wem das Mädchen das Fest verlassen hat und sich diesen Maxe, ein Früchtchen, wie man auf den ersten Blick sieht, mal so richtig vorgeknöpft und unsereiner hätte schon nach einer Viertelstunde in die Kissen sacken können, statt sich all diese trübsinnigen ländlichen Tragödien antun zu müssen: Opa hängt in der Scheune, Weiterlesen »
Die Zeit ist ein Scheinzwerg.
Der Trick: Man muss ihn erschießen, bevor er zu nah ist.
(Dank an Isa für den Zwerg)
Ich fand mich nie zu klein.
Aber es wäre doch schön, wenn die anderen nicht so groß wären.
Zwei Männer in hellen Bundfaltenhosen und gestreiften Hemden stehen vorne am Bühnenrand.
“Mozart”
“Ja”
“Bist Du’s?”
“Ja, ich bin es”
“Ein Requiem?”
“Ja, ein Requiem”
…
…
Nach 50 Minuten Rimsky Korsakoff stolpern die Posaunisten auf die Bühne, der Bassposaunist mit dem Zopf und dem Husarenbärtchen legt eine Magyarische Zeitung und ein paar Angelhaken neben sich, das Mozartrequiemvorspiel weckt den Chor aus Dösen, SMSschreiben oder Sudoku, der Chor darf zwei Seiten im Sitzen singen, leise, wie von hinterm Vorhang. Der Mozart verscheidet derweil durch Salieris Hand, Todesvision, wir wissen das alles von Milos Forman. Interruptus vor Et lux perpetua, ach, wer da weitersingen könnte. Traditionell (bei beiden Aufführungen des Einakters?) wird attacca das Lachrimosa angeklebt. Immerhin.
Ich lasse die Finger knacken und begebe mich an den gestrigen Tatort, bin völlig aus der Übung. Borowski mag ich, und der größte Thrill war für Bariton und mich gestern, ob er nicht doch noch (”nein, igitt, jetzt seine Nase an ihrer”) was mit der strunzdummen penetranten und total überflüssigen Polizeipsychologin anfängt. Bariton: “Wenn es soweit kommt, können sie ihn auch gleich sterben lassen.”
Brorowski fährt mit der Stena-Line und einem toten Fisch von Göteborg nach Kiel. Das Schiff heißt Skandinavika, aber Ostseeschiffe müssen doch Nils Holgersson heißen. 1989 fuhren wir mit einem 18-Meter-Gespann mit der Stena-Line von Kiel nach Göteborg, drei Ruderboote, Dosenbier. Weiterlesen »
Hier in elsewhere kann ja jeder seine Kinder nennen, wie er will.
Die Eltern heißen Anne und Jeremy Wall.
Die Zwillinge heißen Stone und Brick.