?> Sopran | Archiv | 2007 Februar

Archiv für Februar 2007


Chœur #1

28. Februar 2007 - 13:45 Uhr

Ich habe eine Schwangerschaftsvertretung in einem anderswoischen Chor angenommen und mich gestern zum ersten Mal in die Probe getraut. Wie es hier im Süden so üblich ist, heißt 20.30 Uhr Probenbeginn natürlich nicht, dass die Probe um 20.30 Uhr beginnt. Ab halb neun stehen nach und nach die ersten Freaks vor der Tür. Ein Ire, ein Belgier, ein Pfälzer, eine Amerikanerin, eine Chinesin, ich. Ein paar von ihnen sprechen drolliges Deutsch, Weiterlesen »

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Nachtrag

27. Februar 2007 - 12:30 Uhr

Oscar für “Das Leben der Anderen”

Spiegel online berichtet von der Siegesfeier. Bröckchen nur:

“Die symbolisiert Manneskraft” strotzt da der sich gerade vermehrende Donnersmarck vor sich hin und meint die “phallische” Oscar-Figur. Später presst er seine schwangere Frau an sich, “die mir immer die Stange gehalten hat”, bevor man sich am “prallen Käsebüffet” labt. Apropos Käse, da spuckt Spon im Nachsatz welchen wieder aus:

“Korrektur: Im Text wurde Sebastian Kochs Freundin zunächst Antje van Cäse genannt. Der richtige Name lautet Carice van Houten. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.”

(Spon zitierte da übrigens Wikipedia, wo man sich einen lustigen Nasobem-Scherz erlaubt hatte.
Sebastian Koch lebt in Berlin und hat eine Tochter, Paula. Die Mutter ist die Journalistin Brigitte Dachboden (u.a. DW-TV). Er war lange mit der Schauspielerin Anna Schrott liiert und ist seit den Dreharbeiten zum Film Brack Book (Zwartboek) Ende 2002 mit Antje van Cäse zusammen.”)

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Tatort #657: Bienzle und sein schwerster Fall (SWR)

26. Februar 2007 - 18:34 Uhr

Bienzle okay, es gibt Schwaben, die gehen. Keine Frage.

Unmöglich aber, sich, wenn man in diesem Leben oder in dieser Nacht noch Sex haben will, solche Menschen anzuschauen wie diese Tote-Töchter-Eltern. Dann lieber umschalten auf Chapter 5 and 6 von “Angels in America”. Die lagen für diesen Ernstfall schon im DVDings bereit. Zwei Abende hatten wir schon mit 1 bis 4 verbracht. Vor allem mit 3. Man kann da nur zwischen den sehr langen Kapiteln switchen, keine weitere Unterteilung. Das sind 337 Minuten auf 6 Chapter verteilt. Trotzdem anschauen. Meryl Streep als Rabbi und mormonische Schwiegermutter ist great und Mary Louise Parker (das ist die Ruth aus Fried Green Tomatoes) als Harper ist greatgreat und die Männer auch alle. Und sowieso.

Aber könnte mir vielleicht doch jemand sagen, wer der Mörder war? Ich habe nicht sehr lange nach dieser zugegeben auch wunderbaren schwäbischen Zeugin abgeschaltet, die dem Kind das Popcorn verkauft hat.

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Tatort #656: Der Tote vom Straßenrand (SR)

20. Februar 2007 - 21:32 Uhr

Schon der Titel ist haarscharf vorbei: Der Tote starb mitten auf der Straße in seinem hübschen Käfer. Lediglich der Bug des Wagens berührte ein am Straßenrand stehendes Auto. Die indische Gerichtsmedizinerin benahm sich, als hätte sie den Toten gekannt. Große Hoffnung: Die hat Dreck am Stecken und wird rausgeschrieben. Hübsch ist sie ja, aber hallo, nur so waidwund. Die Stalking-Geschichte mit ihrem Ex-Lover hatte keine für mich sinnvolle Funktion - außer, mal wieder auf den bösen Anwälten herumzuhacken. Da bin ich empfindlich. Erstens: Totale Überschätzung, der ist Anwalt, der kriegt auch Geheimnummern raus usw. Wie kommen die auf sowas? Dazu: Schlechtes Licht auf Rechtsstaat: Dass sie ihn später verhaften und einfach mal in U-Haft nehmen, ist auch ein bisschen überzogen. Ich kläre mal auf: Für Haft braucht es in Deutschland 1. hinreichenden Tatverdacht (war positiv) UND einen Haftgrund, nämlich entweder Fluchtgefahr oder Verdunkelungsgefahr. Weder der eine noch der andere lag vor. Schnöseligkeit und Fiesheit und Hinter-selber-Frau-her sind KEINE Haftgründe. Weiterlesen »

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Jede Wahrheit braucht einen Mutigen…

13. Februar 2007 - 14:03 Uhr

oder: Jede Freundschaft hat soviel Wahrheit, wie sie verkraften kann.

Ich hole the Vicar vom Flughafen Carcassonne ab. Auf der Fahrt nach anderswo denke ich laut, ob ich am Abend wirklich zur Chorprobe gehen soll.

V: “Fühle Dich durch mich an nichts gehindert.”
S: “Aber Du bist nur drei Abende da.”
V: “Auch wahr. Mach es, wie Du meinst.”
S: “Wenn ich wüsste, Du bliebest drei Jahre, würde ich noch heute Abend die Flucht ergreifen.”
V: “Ich auch.”

Besuch aus Elsewhere in Anderswo. Ich freu mich so!

Dazu kommt: Nach der Sintflut gestern (”Anderswo baut gerade zum Olympiabecken um”), als man vor dem Haus nicht aus dem Auto steigen wollte, ist heute so ein Tag, an dem man zum Heizen einfach die Fenster öffnet.

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Tatort #655: Das Ende des Schweigens (NDR)

12. Februar 2007 - 13:12 Uhr

Als ich das letzte Mal Borowski sah, fuhr er mit der Stena Line zwischen Kiel und Göteborg hin und her. Hier in Anderswo gibt es zwei Möglichkeiten, das Wohnzimmer zu heizen und eine Dritte, um es darin auszuhalten für 90 Minuten. Die erste ist, den ganzen Tag bei offener Wohnzimmertür den Holzofen in der Küche am Laufen zu halten. Heute ließ sich das Haus aber besser durch Fensteröffnen heizen: Draußen 18 Grad, innen nun ja. Die Zweite ist, bei geschlossener Wohnzimmertür den Elektroradiator anzumachen. Weiterlesen »

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Letztes Geläut

10. Februar 2007 - 15:46 Uhr

Anderswo läutet schon am frühen Morgen die Glocke. Normalerweise ist um acht Uhr erstes Bimmeln, acht mal, und weil man ja meistens verpasst, die Schläge zu zählen, läutet es um fünf nach noch mal. Um zehn nach dann ein Lied, das wechselt. Letztes Jahr spielten sie noch im Februar “Adeste fideles”, ist auch egal, welches Lied, Hauptsache verstimmt.

Heute morgen bimmelt es schon früher, mit Pausen, bim - - - bim - - - bim - - - Eine andere Glocke als sonst, langsamer, häufiger. Es ist jemand gestorben, weiß F., später am Tag wiederholt sich das traurige einsame bim. Ausgerechnet heute, wo das ganze Dorf, auch die Zugereisten, alle nämlich, die einen Briefkasten haben, zum Apéro in die Mairie geladen sind. Der Maire und mari Augustin und seine epouse Jeanine nämlich, verkünden seine Kinder per Blümchenkarte, feiern LE CINQUANTE CINQUIEME ANNIVERSAIRE DE MARIAGE.

Ob es an John Anderson liegt oder daran, dass ich in einer Woche 39 werde oder am Regenwetter oder daran, dass mir der Mittelfinger so gichtig schmerzt: Ich will auch wo sterben, wo bei meinem Tod eine Glocke läutet. Muss ja nicht gleich sein.

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Wege zu mir (google)

4. Februar 2007 - 22:00 Uhr

wer hat sich PMS ausgedacht
Erde Scheibe Opfer
…Frau hat… totgefahren
fischfutter riecht wie
widmungen fürs gesangbuch
denn wer selig dahin fähret

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Altwerden

2. Februar 2007 - 13:37 Uhr

JOHN ANDERSON, my jo, John,
When we were first acquent;
Your locks were like the raven,
Your bonie brow was brent;
But now your brow is beld, John,
Your locks are like the snaw;
But blessings on your frosty pow,
John Anderson, my jo.

John Anderson, my jo, John,
We clamb the hill thegither;
And mony a cantie day, John,
We’ve had wi’ ane anither:
Now we maun totter down, John,
And hand in hand we’ll go,
And sleep thegither at the foot,
John Anderson, my jo.

Robert Burns

Das Schumann-Chorlied schubste mich beim Singen in einen noch unbekannten Rührungs-See.
Zum ersten Mal selber die Idee gehabt, mit einem Menschen alt werden zu wollen.
Schreck-Staunen-Glück

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Plätschern

1. Februar 2007 - 14:50 Uhr

Das Leben plätschert so dahin, besser:
Seit dem Schlittenfahrwochenende plätscherten Tauwasser, Muscat, schwarzer Kaffee und weiße Wandfarbe da und dorthin. Weiße Wandfarbe ist ein eigenes Thema, und wer je überlegt, nach Frankreich umzusiedeln: Hier kann man alles kaufen, es gibt Ikea, überteuerte Trödelläden und Baumärkte, Supermärkte mit 48 Kassen, aber weiße Wandfarbe unbedingt von zu Hause mitbringen, und zwar so viel, wie Platz im Auto ist. Wenn man selber keine braucht, kann man bestimmt damit handeln.

Am Montag fuhren wir bergauf, bis die Sonne schien, wir fanden uns über den Wolken wieder, gegenüber die Pyrenäen. Winterwunderschlittenfahrwetter in den Montagne Noire.

Verlegenheitsbloggen, gebloggte Stimmfühlungslaute wegen Plätscherns: Bild von der Rückfahrt nach Anderswo. Anderswo liegt ein paar Meter die Straße runter, mitten in den Wolken.

Wolken zwischen Cevennen und Pyrenäen

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