Literatur im Flur

Südwestfunk, Literatur im Foyer

Kämmerling redet und redet.

Lüdke: “Würden Sie dem zustimmen?”
Herrndorf: “Ja, sofort.”

Lüdke stellt eine strunzignorante augenzwinkernde Frage nach der ZIA. (Herrndorf weist darauf hin, dass er “diese Leute kennt und auch mit ihnen befreundet” sei, mit der ZIA habe er aber nichts zu tun.) “Als sie dieses Unternehmen, von dem ich bis heute nicht weiß, womit sie ihr Geld verdienen, gegründet haben, haben sie einfach alle ihre Freunde auf die Website gesetzt, damit es nicht so leer aussieht.”

Sie spielen einfach nochmal Klagenfurt und bequasseln erstmal den Text von 2004. Ijoma Mangold darf ja in diesem Jahr in Klagenfurt mitspielen. Vielleicht übt er. Das wäre mir lieber, wenn er deutlicher spräche und kein rosa Hemd trüge und die Haare weniger glänzten. Ich glaube, ich fahre dieses Jahr nicht wieder hin.

Sagt Ijoma Mangold da wirklich “Herr Herrndorfer”? Jetzt: “Joachim Lottner”, ahso, das ist nur die undeutliche Aussprache. Die Studiodekoration wäre schon klagenfurtwürdig, irgendwas an die Wand gekritzelt, daran habe ich den richtigen Sender erkannt beim Durchschalten (”Stimmen”).

Martin Lüdke will immer wieder auf die Zentrale Intelligenz Agentur zurück, “dieser Zirkus”, aber gut, das liegt natürlich am Buch. Als Mangold über die ZIA-Geschichte schwadroniert, erwähnt, dass Herrndorf ja mit diesen Leuten auch Bier trinkt oder befreundet ist, fährt Lüdke dazwischen “mit Lottmann nicht” und gibt das Wort an Frau Auffermann. Warum laden sie die Autoren eigentlich ein, wenn nur über sie hinweg geredet wird? Das könnten sie auch ohne Autoren. Eben, als der Ton noch aus war, weil ich noch telefonierte, war Ingo Schulze dran, der hat mehr geredet, aber der hat auch mehr Bedürfnis. Herrndorf hat eben irgendwas gemurmelt, kam aber nicht durch. Verena Auffermann findet das alles zu cool.

Lüdke: “Sie haben das letzte Wort.”
Herrndorf: “Oh das ist schlecht”. (…) “Ich möchte richtigstellen, dass ich natürlich sehr gut mit Herrn Lottmann befreundet bin.”

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Ingo Schulze hat mich mit “Neue Leben” enttäuscht, das konnte ich einfach nicht ertragen, obwohl ich es mindestens 250 der 794 Seiten lang versucht habe (bin gerade Seitenzahlenaufmerksam, weil ich vorhin westropolis las). 33 Augenblicke des Glücks hatte ich sehr fasziniert (teils geekelt) gelesen, Simple Storys noch ganz gern.

Neue Leben ist eine Geschichte von nach der Wende - bisschen Märchen, bisschen Schelmendings, bestimmt alles irgendwie super gemacht, parabelisch und so, aber die Hauptfigur zieht so runter.

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Kategorie: Bachmann '05/'06, Bachmann 2.0, Buch und Text


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