Archiv für March 2007


Chœur #4

14. March 2007 - 10:28 Uhr

Die flotte zehnstimmige Fuge aus dem Scarlatti kann man auch mal zweieinhalb Stunden lang üben. Aus geheimen probentechnischen Gründen in einem grässlichen Staccato. Nein, eigentlich nicht. Marie-Odile et moi beherrschen unsere Stimme bereits impeccable. Marie-Odile weiß Bescheid und legt schon beim Einsingen ihren Sherlock Holmes bereit. Ich habe nicht daran gedacht, was zu lesen einzpacken und muss nun weglesen, was ich finde. Den Unicef-Weihnachtskarten-Katalog vom Tisch neben mir, alle Kassenbons in meinem Portemonnaie, das kleine Gipfelbuch, die Vokabeln in meinem privaten Französischbuch, mein neuer Führerschein – alles schnell aufgebraucht.

Hätte ich doch nicht die Staubsaugerbeutelpackung im Auto gelassen!

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Tatort #658: Liebeshunger (NDR)

12. March 2007 - 09:28 Uhr

Das Vorspiel kriege ich nicht mit, anderswo muss man das Fernsehen mit Holz beheizen, das dauert, aber als die Staatsanwältin beim Mobiltelefon der Toten (Gefrierbeutel) auf Wahlwiederholung drückt, klingelt bei Dr. Specht das Telefon. Das ist wahrscheinlich auch schon durch, aber immer wieder hübsch.

(Fällt mir gerade ein, wie in “ER” jemand eingeliefert wird, der sich vor die Hochbahn geworfen hat, sehr blutig, und als der Assistenzarzt angepiepst werden soll, piepst es in dem blutigen Haufen auf dem Tisch. Urgh.)

Die Tote liegt sauber ans Bett gefesselt mit einer Decke über dem Gesicht auf dem Rücken, und Castorff/Specht schaut dann mal nach, ob er sie vielleicht kennt. Dä! Weiterlesen »

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Fernsehtipp:

5. March 2007 - 18:01 Uhr

Dokumentarfilm über Dr. Alfred Jahn: “Diese Bilder verfolgen mich”
23.10 Uhr, arte

Ich erwähnte das hier schon einmal.
Service:
Wenn jemand für die Arbeit von Dr. Jahn in Ruanda spenden will, bitte bei http://www.kinderhilfedrjahn.org eintreten oder einfach einen Dauerauftrag einrichten (Kinderhilfe in Ruanda, Kto. 9245, BLZ 74350000)

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Chœur #3

5. March 2007 - 11:20 Uhr

“Sopran, comment prononce-t-on en allemand: Sohn ou ßøn?” fragt mich ein Tenor beim Abendessen. Er hat eine Wette laufen. Französisches Nonnentagungshausessen ist übrigens nicht besser als deutsches Nonnentagungshausessen. Nur französischer. Der Tenor hat mal mit einem Österreicher Bach gesungen. Sein Nachbar bestreitet nun, dass die dort vermittelte Aussprache richtig ist.

“Un Autrichien.”
“Un autre chien?” Weiterlesen »

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La Totale

4. March 2007 - 18:49 Uhr

Mondfinsternis - la totale

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Literatur im Flur

3. March 2007 - 01:19 Uhr

Südwestfunk, Literatur im Foyer

Kämmerling redet und redet.

Lüdke: “Würden Sie dem zustimmen?”
Herrndorf: “Ja, sofort.”

Lüdke stellt eine strunzignorante augenzwinkernde Frage nach der ZIA. (Herrndorf weist darauf hin, dass er “diese Leute kennt und auch mit ihnen befreundet” sei, mit der ZIA habe er aber nichts zu tun.) “Als sie dieses Unternehmen, von dem ich bis heute nicht weiß, womit sie ihr Geld verdienen, gegründet haben, haben sie einfach alle ihre Freunde auf die Website gesetzt, damit es nicht so leer aussieht.” Weiterlesen »

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Chœur #2

2. March 2007 - 23:34 Uhr

Gelernt:

Niemals pünktlich kommen, sonst hagelt es Bises. Rechts links, nur zwei, das immerhin, aber von 20 Personen? bises und bises einmal-durch-den-Chor verhält sich wie schlichtes Händeschütteln zu Friedensgruß-in-der-Kirche. Und ich war nichtmal pünktlich. Zehn Minuten nach dem angekündigten Probenbeginn um halb neun traf ich bereits zwei Chormitglieder an, den Iren und den Belgier. Sie standen neben einem leeren Pizzakarton und einer halbvollen Flasche Rotwein, hinterlassen von früher angereisten Chormitgliedern, die sich aber bis gegen neun noch ein wenig frisch machten oder wasauchimmer. Weiterlesen »

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Ohne mich zu langweilen

2. March 2007 - 18:33 Uhr

bemerke ich, dass ich meiner Oma nähertrete. Die im Alter der Gleichform der Tage begegnete, indem sie die Attraktionen gleichmäßig zu verteilen suchte, das hieß: Kein Enkelbesuch am Dienstag, weil da schon die Putzfrau kam, kein Kaffeekränzchen an Konzerttagen (drei Abonnements) usw. Die Besuche aus den Nachbarstaaten (England, Belgien, Deutschland) verteile ich über den Frühfrühling und hoffe, dass es im Spätfrühling kein Ende damit hat. Heute hörte ich schon am Klatschen im Flur, dass da noch mehr war als DIE ZEIT – das öde Lehrerblatt, das ich zu Hause nach 20 Jahren endlich abbestellen wollte und nun jeden Freitag freudig begrüße. Dazu kam – schon! – die Amazon-Lieferung mit Max Goldt, Jörg Fauser und einem Film, dessen Titel ich jetzt nicht schreiben kann, weil: Überraschung nichts dagegen. Klammheimliche Freude Hilfsausdruck.

Dafür verrate ich schon mal, was ich gestern gekauft habe: Louis de Funes-Film von 1964.

Dachte wirklich: Amazon hätte auch bis Montag warten können.

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Finnen in Venedig

2. March 2007 - 13:27 Uhr

Gestern wagte ich mich sogar zum Friseur, Sylvie war mir von F. empfohlen worden, der Sylvie wiederum von der Gemeindesekretärin empfohlen worden war. In Castelnaudary gibt es einen Platz, an dem au minimüm sieben Friseurläden liegen. Ich hatte ein Rendez-Vous mit Sylvie, und als Sylvie mit dem grauen Kurzhaarschnitt nebenan fertig war, fragte sie mich nach meinen Wünschen. “Vraiment court” sagte ich, und sie wiederholte “vraiment court”, auf eine Weise, die mir signalisierte, dass ich jetzt nicht schon wieder drolligen Blödsinn gesprochen hatte. Oder sehr höflich war. So machte sie es dann auch, erst mit einer Schere, dann mit einer kleinen Säge. Weiterlesen »

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