Bloggen nach Kempowski 5
T: Spiele Fagott in einem Barockorchester. Jemand muss mir gezeigt haben, welche Klappen man drückt. Die Noten stehen in einem komischen Schlüssel. Ich spiele sehr schlecht, aber es gibt ja so wenige Fagottisten. Wach möchte ich unbedingt ein Barockfagott besitzen und dann auch spielen können. In Herne sah ich eines, Birnbaum vielleicht, wunderschön. Kenne niemanden, der Fagott spielt.
Spiegel Online: USA – Abgeordnetenhaus will Waterboarding verbieten. Ich habe in der Strafprozess-Arbeitsgemeinschaft mal was über Verhörmethoden gelernt, in Deutschland gibt es sowas ja nicht, abgschafft. Bei Diskussionen um Chor-Tourneeziele mache ich mich immer unbeliebt, weil ich “in Unrechtsstaaten wie China oder USA” kein Geld tragen möchte. Ungern möchte Präsident Bush darauf verzichten, an Zeugen Ertrinkungsspiele durchführen zu lassen und würde dafür auch von seinem Veto-Recht Gebrauch machen. Mich wundert allein die Offenheit.
Sollte ich allen deutschen Olympiateilnehmern einen Brief schreiben, ai-Bericht China beigelegt? Aber hey. Die Jugend der Welt will sich doch nur im fairen Wettstreit messen.
Lustig aber und leider nicht aufgehoben den Bericht irgendwo (Zeitmagazin?) vor ein paar Monaten über das Kanutraining in China. Da wurde in ganz China gesichtet, dann die Sichtungssieger an einen künstlichen See mit hinbetoniertem Leistungszentrum entführt, dann Josef Capousek, der Ex von Birgit Fischer als Trainer eingekauft: Lernt Kanufahren und siegt. Nie zuvor bestieg ein Chinese ein Paddelboot. Ach, doch nicht lustig. Die Sportler sehen das ganze Jahr nur diesen See und das Betonhaus. Und Capousek. Zitat: Vielleicht nehme ich mir eine nette Chinesin, baue mir ein Häuschen am Meer, pflanze Tee an und lasse es mir gutgehen.
Mus: Nicht hören, singen. Heute noch mal Auftritt, Sportschule Hennef, geht was über Mendelssohn? Morgen Rheinberger-Messe im Hohen Dom zu Köln, 10 Uhr Festhochamt. Nichts hören. Manchmal muss Ruhe sein.
Lit: Klagenfurter Texte 1978. Da schwappt allerlei Zeit hinein, Studenten in Wohngemeinschaften, Baader und Meinhof, noch mehr Studenten in Wohngemeinschaften.
Befinden: Tagsüber Bedürfnis nach traumlosem Schlaf.
Kategorie: Kempowskibloggen 2 Kommentare »

am 15. December 2007 um 11:36 Uhr | #
Man kann gar nicht so viel essen, wie man usw.
am 16. December 2007 um 22:22 Uhr | #
Das war eine prima Idee, dieses Kempowskibloggen. Irgendwann wird da nochmal ein Buch draus. Danke!