28. February 2008 - 18:07 Uhr
Alte Kamellen aus der Vor-Blogzeit, neu ausgewickelt. Wie ich einmal um den Aasee trabte.
Der Aasee ist erfreulich klein. Ich musste ein Limit setzen, Umkehr nach 25 Minuten, aber dann sah ich hinten eine kleine Brücke, eine Umrundung kein Problem. Beim Loslaufen fünf Schritte auf einen Atem, also tap tap tap tap tap eingeatmet und tap tap tap tap tap ausgeatmet. Vier ist gut, drei geht noch, dann bin ich eigentlich zu schnell, aber langsamer sieht uncool aus und fühlt sich uncool an.
Gedanken streifen mich nur dabei, sie haben meist zu tun mit dem, was ich aufnehme. Aus einem Mülleimer riecht es angenehm nach angefaultem Obst. Weiße Turnhosen gehören verboten. Die Häschen hams gut, grasen drei Meter neben dem Weg. Häschensaubande alles aufgebuddelt. Der schon wieder war wohl schneller rum. Wohnen hinter Glas mit Seeblick: Einrichtung aus dem Marktex-Katalog. Müssen die immer aufräumen?
Musik unter der Brücke, laut, 80er. Ein Paar tanzt. Er rote Schuhe, sie orange. Verbraucht, riechen sehr obdachlos nach Alkohol und altem Rauch und Mensch. Tanzen und sehen dabei nur ein bisschen glücklich aus. Oh nein! Jetzt wieder die 15 Walker. Stimmt, selbe Zeit wie letztes Mal. Die schleifen die Stöcke nur hinterher. Bin schneller vorbei als befürchtet. See voll kleiner Segelboote, Gedrängel.
Kein Ruderverein? Laufen ohne BH sieht doch scheiße aus. Jedenfalls bei Frauen. Die mit den Marathon-Finisher-Shirts vom vorletzten Sonntag tragen den Kopf ein Stück höher.
Am Ende noch ein Spurt, dann rote Ampel und puddingweiche Beine. Zum Hotel nur noch austraben. Hoffe, dass im Aufzug keiner ist. Zwei Männer steigen aus, hinterlassen einen Rasierwasserhauch. Und ich rieche nach Libanon.
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24. February 2008 - 21:23 Uhr
Ich sah der analogen Bohème bis 20.20 Uhr beim Sterben zu, man wollte dem etwas tumben Rodolfo zurufen: Nun geh’ schon zu ihr, deck sie zu und halte ihre eiskalten Händchen, Dir bleiben nur noch ein paar Minuten; aber er wollte es nicht wahrhaben.
Immerhin konnten sie ein Drama verfeuern, mit einem MacBook ist das schwierig.
(Tatort folgt. Habe den Aufnehmer programmiert und werde ihn nach 21.45 Uhr hier an bekannter Stelle auswringen.)
Wegen Schlafüberwältigung, unmittelbar bevorstehender, muss der Tatort auf Bebloggung warten. Und zwar bis
- morgen
- ultimo
- Sanktnimmerleinstag
- er schwarz wird
- Godot kommt
- …
(z.Zt. wahrscheinliche Variante: Heute abend. Auch wenn’s dann keiner mehr lesen will. Habe Grippe. Vielleicht lieber einen Dr. House-Besuch stattdessen, am Samstag traf die zweite Staffel
ein. Lohnt der Tatort?)
7 Kommentare » | Holde Vögellieder, sopran lässt singen, Tatort
21. February 2008 - 10:04 Uhr
Aufschieben, aufschieben, einen Grund gibt es immer. So schiebe ich meinen nächsten Lesemaschinenbeitrag auf, weil ich mich nicht für einen Text entscheiden kann. Kathrin Passig empfahl mir die Auswahl nach “Bechdel’s Rule” zu treffen. Leider nach Wochen noch keinen Text gefunden, der vor The Rule besteht. Vorgabe: Es kommen zwei oder mehr Frauen vor, die sich über etwas anderes als einen Mann unterhalten. Ich erweitere, damit das nicht nach Lesbenregel aussieht: Auch nicht über eine Frau, aber Texte mit Frauenliebe gibt es offenbar ebensowenig wie Texte mit Männerliebe, also egal. Männer unterhalten sich auch mal über den Weltraum (Herrenhuther, “Diesseits des Jan-Wellem-Gürtels”) oder über… Frauen?
Linkaufbahrungsstätte:
Update:
Bisher gefunden:
Kathrin Passig: “Sie befinden sich hier” (2006) (Unter der Prämisse, dass Held eine Frau ist, erfährt man, dass sich “ich” und “Anne” im Supermarkt gegenseitig seltsame Markennamen vorgelesen haben. Auch gut. Die eine bringt die andere nicht aus Eifersucht um.)
Thomas Melle: “Nachtschwimmen” (2006) (zwei junge Frauen unterhalten sich über die Brustverkleinerung der einen) – Eine Geschichte, die mir gut gefiel, ich nehme an, sie ist in dem neuen Buch Raumforderung. Erzählungen
enthalten.
Simona Sabato: Beginn eines Romans (2004, bisher nicht erschienen) (Verrückte)
Susanne Fischer: “Zuckerwatte und Gesang” (2003) (lauter Verrückte, ein Frauengruselschocker)
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17. February 2008 - 20:26 Uhr
Wen sehen wir als dritte auftretende Person? Den Cellobubi von letzter Woche (roter Tod). Er war schon da ein prima Mörder und wird es wohl auch dieses Mal sein. Existenzsorgen, bei der Bank geht keiner dran, er ist Aufpasser im Super?- Drogerie?-Markt, das Mädchen hat sich eine Perücke angezogen und geht Kosmetika klauen.
Meine Mutter, die mir zum 40. Geburtstag immerhin einen Strauß Tulpen schenkte, wusste aus dem “Gong”, dass nach 8 Minuten der Mord passiert und wir dabei sein werden. Es ist jetzt 20:23 Uhr. Das Herzchen geht mit der Mördertochter ins Internat. Der Herzchenvater ist der Boss vom Mörder. “Du bist so gut wie entlassen, Herr Kommissar”, sagt das erwischte Girl. Kreischt rum, da muss man doch was tun. Er tut: Eine Hand auf den Mund, eine Hand an die Gurgel, und: Dä.
Wir werden nun die nächsten 80 Minuten verfolgen, wie Cello- bzw. Ladendetektivbubi das Mädchen verschwinden lässt und Borowski zusammen mit der gruseligen (wenngleich von einigen meiner Leser als erotisch empfundenen) Psychologin Maren Eggert den Fall löst. Weiterlesen »
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15. February 2008 - 18:46 Uhr
Thomas Melle Juli Zeh
Falls das nochmal passiert:
Thomas Melle (Jahrgang 1975, Klagenfurtteilnehmer 2006) und Juli Zeh (Jahrgang 1974, Klagenfurtteilnehmerin 2004) gingen also zur selben Zeit in Bad Godesberg zur Schule, Melle auf das Aloisiuskolleg (zitiere eine Freundin: “spießiger verklemmer katholischer Akoschüller” – schlimmster Fluch, der ihr in der damaligen Lage einfiel - Klarstellung auf Nachfrage per Mail: Damit meinte sie natürlich nicht Thomas Melle, sondern den Akoschüler als solchen.), Zeh auf das Pädagogium Otto-Kühe-Schule (“Päda”). Sie werden sich in Freistunden im “Riäng” begegnet sein (auch: “Rien ne va plus”) oder im Sommer im “Rüngsdorfer”. Schwimmbad. Was mit Schwimmbad hieß auch der sehr schöne Text, den Melle in Klagenfurt gelesen hat. Und was mit Godesberger Gymnasium kam in dem Text vor, den Zeh in Klagenfurt gelesen hat.
Nur für den Fall, dass hier nochmal jemand sich nach den beiden umschaut.
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10. February 2008 - 21:42 Uhr
Frau Dr. läuft statt “Sie müssen sofort in den OP” fast vor den Krankenwagen. Gleich wird sie tot sein, aber auf dem Weg nach draußen kam ihr ein Bursche mit einer “Global Plasma”-Kiste entgegen. Scherbe im Handballen blutet wie Sau, fragen Sie mich mal, aber taffes UFo Hansaplast drauf und ab zum Tatort. Bisher noch Fundort. Kommissarin schneidet sich in die Hand, Ärztin die Pulsadern durch. Letztes Mal: Kommissarin UFo macht Diät, Opfer stirbt wegen Diätpillen.
Ich habe in die Vorschau geschaut, was mit Plasma und HIV, eine Geschichte von vor 20 bis 30 Jahren.
20:25 Uhr, die Tote heißt Frau Doktor Wegener. Beliebter Name für wieder verschwindende Seriendarsteller. Dr. Wegener. Frau Folkerts hat sich dir Minipli vom letzten Mal wieder abschneiden lassen. Die Tote hat vorher den Chef geohrfeigt. Ein Patient, den sie operiert hat, sei mit HIV infiziert worden, sagt man.
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4 Kommentare » | Buch und Text, Tatort
3. February 2008 - 22:59 Uhr
12-jähriges Mädchen verschwunden, ach, ich weiß nicht, ob ich das haben will. Bisher ist aber nur der Hund tot. Die blonde Mutter habe ich schon öfter so gesehen. Liebling Kreuzbergs Assistentin Anja Franke (Miss Damenbart) ist die SpuSi.
Wie es der Zufall will, hat hier gerade ein ehemaliger Mädchenmörder Ausgang aus der Psychiatrie. Der Klinikpsychiater redet den selben Kram wie der Klinikpsychiater am vorigen Sonntag im Tatort Köln. Und auch hier: Kommissarin misstrauisch. Hauptsache keine Kinder mehr überfallen usw.
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