29. März 2009 - 20:08 Uhr
Das Internet zickt. und der Ivo powerwalkt durch den dunkeln Park, und Powerwalken ist ja auch irgendwie esoterisch, wie das ganze Setting hier in diesem Tatort.
Ich bin zu spät. Frau Doro Pirol ist tot, und ihr Mann hört ein englisches Madrigal. Oder eine Motette? Er ist ein Blondchen mit direktem Kontakt zur Jungfrau Maria, ungefärbtem Leibchen und rosagefärbtem Halstuch. Wo kommt die schweizerische Ermittlerin her? Weiterlesen »
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22. März 2009 - 20:23 Uhr
Letzte Woche anderswo gesehen, Furtwänglerdings, alles hochpolitisch, Veschwörung, böser BND usw. Machte mir Notizen und hatte dann Montags keine Zeit und Dienstags keine Lust mehr. Er wolle Dienstags nichts mehr vom Wochenende lesen, sagte damals der neue Chefredakteur den Lokalschreibern. Na gut.
Münster also, und was sehen wir zuerst: Thiel mit Waffe durch dunkle Gänge. Übung bestimmt. Aber Übung mit Schalldämpfer? Zack, erschossen. “Das Hemd ist neu!” Schöne Kunstblutmunition. Weiterlesen »
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18. März 2009 - 09:41 Uhr
ließ ich den blöden Mann einsteigen, der mir auf dem Supermarktparkplatz volltrottelig vor den verbeulten roten Kleinwagen getalpt war. Klar konnte ich ihn bis Bryhl mitnehmen, aber musste er mir in Endlosschleife von dieser Ausstellung im Max-Ernst-Museum erzählen? Und konnte der nicht mal so lange luftholen, wie ich brauchte um ihm zu sagen, dass er sich anschnallen soll?
Im Traum gab ich sanft Gas, um nach einer Vollbremsung aus Lauftempo seine Nase gegens Handschuhfach krachen zu hören. Als er sich das Blut abgewischt hatte, schnallte er sich an und erzählte wieder von dieser Ausstellung.
Uff. Traum erzählt. Wird nie wieder vorkommen.
(In Brühl wurde ich ihn übrigens noch nicht los, aber das ist eine andere Geschichte.)
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9. März 2009 - 18:12 Uhr
Doch noch ein guter Tag:
Erasmus von Meppen bloggt wieder.
(Ganz ehrlich: Freudenfeuchte Augen. Ich wähnte ihn verschollen.)
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8. März 2009 - 20:31 Uhr
Mauerblümchen ist bestimmt die Ehefrau des Bürgermeisters, die weinend in einer Schlabberstrickjacke in der Küche sitzt und in der Nacht offenbar nicht zu Hause war. Zu Hause war der Bürgermeister mit seiner polnischen Geliebten, äußerst hübsch. Die ist erst in die Badewanne gestiegen und später barfuß über die schlammigen Felder weggeglitscht.
Thomalla hat echte Klara-Blum-Qualitäten, was die Gemeinplatzigkeit angeht.
Das wird hier heute nichts mit mir, nach den 26 Kilometer auf dem Total verbaumten Gelbach tun mir die Hände weh, als hätte ich vollflächig in Brennesseln gegriffen. Was nur zum Teil daran liegt, dass ich vollflächig in Brennesseln gegriffen habe. Meine Fingerspitzen haben sich über Tag aufgelöst. Weiterlesen »
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6. März 2009 - 08:12 Uhr
Bilderbuchwetter gestern wie heute: Wie aus der Kinderbibel, Kapitel: “Noah baut ein Schiff”.
Das Loch in Köln wird größer, als nächstes fällt die Schule rein. Steigender Rheinpegel -> steigender Grundwasserspiegel. Köln wird nach und nach in dieses Loch fallen und sich auf dem Wasserweg abtransportieren.
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4. März 2009 - 11:04 Uhr
Mit 17 trennte ich mich von Thomas Mann, weil mir diese bedeutungsschweren Krankheiten auf den Wecker fielen. Entdeckt, dass das Leben nicht nur im Kopf stattfindet und Leute auch mal einfach so krank werden und sterben.
Die Schuldfrage beim nichtsoschönen Gebären: “Übertragen? 20 Stunden Wehen? Du konntest wohl nicht loslassen.” Und ich dachte, es hätte an der doppelt um den Kinderhals gelegten Nabelschnur gelegen.
Lese gerade Susan Sontag: Krankheit als Metapher
Aschenbach ist ein pädophiles Schweinchen, wenn auch nur im Kopf. Bevor er zugreift: Cholera.
Wer behauptet, man könne sich durch (bitte ankreuzen) positive Lebenseinstellung/ Essen von Himbeeren/ Verzicht auf irgendwas was Spaß macht/ spirituelle Erhabenheit/ Dauerläufe und kalte Duschen vor Krebs bewahren oder davon heilen, behauptet auch, dass die, die es nicht schaffen, einfach zu doof/schlecht/triebgesteuert sind.
Krankheit läutert nicht. Krankheit macht nur krank. Sollen die armen Kranken auch noch bessere Menschen werden müssen? Sind die nicht gestraft genug? Nein, die sind überhaupt nicht gestraft. Die haben einfach Pech.
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1. März 2009 - 23:53 Uhr
Scheck berichtet heute abend über das neue Buch von Daniel Zahno.
Zur Vorbereitung höre ich mir die Diskussion über Zahnos Beitrag zum Bachmannwettbewerb 2002 an, denn Denis Scheck saß damals in der Jury. Ich habe neulich versucht den Text zu lesen, kann mich aber nicht erinnern, was drinstand. “Deauville” heißt er, und allein das schon. Vanderbeke war damals über den falschen Umgang mit Hummer angepisst. Angefangen mit dem Preis (nicht 300 sondern 80 Franc).
“Texte erschaffen ihre eigene Wirklichkeit, die mit ihrer eigenen Logik abgeht”, sagt Scheck. Soll er also mit dem Hummer machen, was er will, auch den Fischhändler die Gummis von den Scheren abmachen lassen, auch wenn das nach Vanderbeke nicht gemacht wird.
Scheck gefiel es etwas besser, er nahm den 19.-Jahrhundert-Ton als Zeichen von Ironie und hielt die Macken für heilbar. Frau Fliedl fand es “a-literarischen Kitsch”. Da kommen ein paar Schneeleoparden im Käfig vor, die allzusehr herumpanthern.
Scheck aber: Unentschlossene Erzählhaltung zwischen Ironie und Pathos. Unfreiwillig komisch.
Die Geliebte des Gelatiere
spielt in Venedig. Aufenthaltsstipendiumsliteratur. Ich will keine Bücher von Nicht-Venezianern mehr lesen, die in Venedig spielen. Aber Scheck soll ruhig mal nach Venedig reisen. Ich kaufe das Buch von Sybille Lewitscharoff, Apostoloff
, in dem sie das schwarze Meer verdammt. Lewitscharoff: Bachmannpreis gewonnen 1998.
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1. März 2009 - 20:28 Uhr
Tatort macht auf mit zwei Häschen, das ist schon mal positiv. Am Flughafen wird einer erschossen, am Tag, da sehen wir zu und sehen den geschniegelten Mörder. Das Opfer trägt Scheitel und Schnäuzer.
Schnieke Wohnung hat Richy Müller, Familienfotos (blonde Frauen, blonde Töchter), und vor der Tür steht ein Porsche von 74. Manche dieser Polizisten verdienen wirklich sehr gut. Polizist müsste man sein. Dann lässt er den Kollegen den Porsche durchs leere Stuttgart steuern, und der wird natürlich prompt angehalten. 27 km/h zu schnell. Gääääähn. Weiterlesen »
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