Aus dem Notizblog
Borreliose ist nur wenig heilbarer als Simulantentum, genießt aber in der Gesellschaft höheres Ansehen.
Jahrelanges Studium von Pschyrembel und Dr. House haben nicht gereicht. Oder liegt es am Team?
Auf der Innenansicht meines Gehirns fand sich so gut wie nichts. Leider auch nicht das Buch, das ich im September abgeben muss.
Ein paar Stunden nach Diagnoseerhalt meldet sich der Verlag, man hätte das Buch nun doch gerne schon Mitte August. Aufschub bewilligt.
Erster Schuh-Frustkauf seit zwei Jahren. Boote habe ich wohl genug, und Schuhe kann man auch tragen, wenn man sehr sehr müde ist.
Ob der Arzt mir Ritalin verschreibt, wenn ich ihn höflich darum bitte?
Eine Woche Urlaub anderswo. Jemand fotografiert am Parkplatz eine Wanderkarte. Wenig später ist der Akku leer. Aber das ist doch eigentlich eine andere Geschichte (“Sie befinden sich hier”).
Speiseeis in deutschen Supermärkten, ein trauriges Kapitel der Volksfürsorge. Anderswo kann man jeden Tag drei neue Sorten kaufen. Muss man auch.
Auf der Rückfahrt aus Köln (“Mama trifft schon wieder Leute ausm Internet”) Nachtkonzert. Schumann? Nein. Wieder mal: Wenn ich weinen muss vor Glück, dann ist es immer Mendelssohn.
Bei Musik ist Weinenmüssen durchaus ein Zeichen von Qualität. Bei Texten gilt: Feuchte Augen sind noch leichter zu erschreiben als feuchte Höschen. Kitsch ist Gefühlsporno.
Schauen Sie doch mal bei der Inneren Simone vorbei.
Spielsachenvergleich zwischen Antipasti und Weizenbier, wo geht’s denn hier zum Hauptbahnhof? iPhone, Tomtom-Handy und Garmin-GPS. “Wofür brauchst Du das?” – “Ich brauch das gar nicht, ich wollte das so gerne haben. Aber neulich habe ich damit einem Rettungshubschrauber unseren Standort durchgegeben.” Ach, egal. Zum Bahnhof war Tomtom überlegen.
Wo wir gerade von Stadtarchiv reden: Der Weg zum Bahnhof führt auch durch die Bäche, und ich wedele locker mit der rechten Hand gen beleuchtete Bergestelle. Der Schweizer Gast weiß ganz gut Bescheid.
Zwei Dinge konnte ich den Kameraden noch beibringen: Dass nicht Hitler sondern Konrad Adenauer die erste Autobahn (heute 555) gebaut hat. Wenn Sie das demnächst mal in einer Fernsehshow hören, geben Sie mir bitte Bescheid. Und das Zweite habe ich vergessen.
Kategorie: abseits und alltags, anderswo, Arbeit und Aufschieben, Buch und Text, Holde Vögellieder Kommentieren »
