28. Juni 2009 - 10:41 Uhr
Um viertel vor elf verliehen Kathrin Passig und ich den Automatische Literaturkritik Preis der Riesenmaschine an Karl-Gustav Ruch für seinen Text “Hinter der Wand”. Wir hatten Herrn Ruch am Vorabend schon vorgewarnt, er hatte vom Preis noch nie was gehört und erkundigte sich dann, fürchtete wahrscheinlich, dass das sowas ist wie die Goldene Himbeere. Juror Paul Jandl, der dabei stand, war aber im Bilde und klärte den Autor auf, dass der Preis mit 500 Euro dotiert ist.

Foto: Johannes Puch/ORF

Foto: Angela Leinen
Dieses Mal machte der Regen Ernst, ich kam mit nasser Hose zur Preisverleihung und kaschierte notdürftig mit “Kleid-über-Hose”, bitte sagen Sie jetzt nichts, ich mag das so. Karl-Gustav Ruch profitierte über Gebühr davon, Weiterlesen »
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27. Juni 2009 - 12:11 Uhr
Kleinschreibung, courier, Titel:
leben ist anders
Stadler: Jetzt wird ein Text veröffentlich, und zwar: Sowas von veröffentlicht.
… weil der staubsauger kriegt sie da nicht raus
Trennung, und jetzt geht sie zu einer Numerologin. Transzendentale Obdachlosigkeit tippe ich. Ob man das schlechte Deutsch (mehrmals Hauptsatz nach weil) und das pathetisch-kitschige einfach unter Rollenprosa verbuchen kann und sagen: Die ist halt so doof, die Figur? Weiterlesen »
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27. Juni 2009 - 11:13 Uhr
So. Keine Ahnung. Ich weise aber darauf hin, dass Tochter Alissa Walser auch als Schriftstellerin noch nicht besonders aufgefallen war, bevor sie hier den Bachmannpreis gewann. Elmar Krekeler findet gerade: Schlechter Jahrgang. “Uns gehen die Preisträger aus”, noch zwei Lesungen, aber fünf Preise zu vergeben. Sieht bisher nur Petersen und Sander preiswürdig. Was ist mit Bönt? Auch Volker Hage ernüchtert.
Krekeler: “Linda Stift, mein Ausreißer nach unten, da ist jede Reportage ein Sieg des Journalismus über die Literatur.” Hage: “Achte mehr auf den Stil”, mehrmals passiert, dass ihn wegen des schlechten Stils der Inhalt überhaupt nicht interessiert. Weiterlesen »
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27. Juni 2009 - 10:47 Uhr
Das war das Buch, das ich mangels Greifbarkeiten nicht lesen konnte, “Arme Närrchen”, wo hatte ich nochmal die Närrchen gefunden? In der Oper? Entführung aus dem Serail.
Sie liest: “Aus dem Gras”. Ein Ich. Ein Selbstgespräch. “Ich werde ja wirklich, meine Hand sagen, meine ausgesprochen wirkliche Hand.” Nach den ersten drei Sätzen möchte ich prophezeien: Desaster. Hier: Haareraufen, Seufzen, verzweifelte Suche nach Minuspunkten. Auf diesen Fall sind wir nicht vorbereitet. Weiterlesen »
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27. Juni 2009 - 09:20 Uhr
Walter und Josef, prima Namen. Schleuseninsel, Wasser, Fischer, das ist schon mal gut. Normale Leute mit normaler Arbeit. Fischer ist bestimmt irgendeine schwere Metapher, aber was soll’s. Fische sind andererseits wieder so 2006. Angelika Overath (lebende Fische) und Norbert Scheuer (tote Fische).
Sympathisch übernächtigt wirkt der Autor, wir dagegen begannen den Abend schon gegen 17 Uhr, da ist es natürlich nicht schwierig, taufrisch beim zweiten Tönen der Fabriksirene hier einzulaufen. Wir sind hier eben intensiv gefilmt worden, ich sollte mich noch etwas vorbeugen, damit ich mit im Bild bin. Anders als gestern waren sie aber nicht so indiskret, direkt auf den Bildschirm zu halten (was mach ich bloß auf? Wikipedia?) Weiterlesen »
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26. Juni 2009 - 13:05 Uhr
Ich sitze wieder tief in meiner Sympathiehäschengrube, Andreas Schäfer sieht aus wie mein Bruder, ist etwa so groß wie ich, was nicht sehr groß ist, und ich habe von ihm ein auch voll sympathisches griechische-Familie-Buch gelesen. Leider Spiegel im Portrait.
Jetzt hatte ich wirklich große Angst, es ginge wieder um den bekannten Beziehungskrisenkatalysator Urlaub, aber der Mann ist beruflich unterwegs, Pilot. Lernen wir jetzt etwas über das Pilotenleben? Das wäre gut. Sohn gestorben, alle sehr teilnahmsvoll. Weiterlesen »
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26. Juni 2009 - 12:20 Uhr
Erstaunlich, dass er keine Zahnbürste hat, die beiden aber mit Tabletten, Morphium und Einwegspritzen gut ausgestattet sind. Eine Zahnbürste klauen kann ja nicht so schwierig sein. “… lauscht dem Schwingen der Schleimfäden in seinen Bronchien” gefällt mir. Mehr Medizin, mehr Krankheit, mehr Auswurf! Kurz: Mehr Dr. House, aber da sind wir hier im falschen Text.
Wie kann man Mendelssohn nicht mögen? Wenn ich weinen muss vor Glück ist es immer Mendelssohn.
Ich bin so voreingenommen, weil ich will, dass es mir gefällt. “Die Haushälterin” gefiel mir von allem am Besten, was ich zur Vorbereitung las. Weiterlesen »
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26. Juni 2009 - 11:13 Uhr
Viel Musik, Italienisch, Spanisch.
Zeile um Zeile mit Operntexten füllen, so kann man’s natürlich auch machen. Und wenn’s nicht gefällt auf Alfredo und Orfeo schieben. Banausen. Schreiben über Komponieren und über Schreiben und über Nachbarn. Clemens Setz im vorigen Jahr zum selben Lesetermin auch jede Menge Nachbarn, und da enden auch schon die Gemeinsamkeiten. Ich kann da sehr schlecht zuhören, auch sind die Ablenkenden hier im Internet LEGION. Was allein drüben im Chat los ist. Weiterlesen »
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26. Juni 2009 - 10:10 Uhr
Hat alles fett gedruckt, ein Ausdruck der eigenen Wichtigkeit?
Herr Bönt hat mich gestern beim Bürgermeisterempfang ausführlich über die Entstehung des Porträts informiert. Es handelt sich bei dem Lokal nicht um eine Galerie, sondern um das Atelier seiner Frau.
“Am Anfang war die Stille.”
“Ich bin die Erregung.”
Ist das schon aus dem Faraday-Roman? Als Hamburg 100.000 Einwohner hatte. Warum ein Eisberg nicht untergeht. Weiterlesen »
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26. Juni 2009 - 09:55 Uhr
Menschen drücken einem Schlepper einen “schmalen Quader aus Banknoten” (= Bündel Geld) in die Hand und steigen in einen dunklen Lastwagen. Von allzuweit her sind die nicht, denn sie essen Salami und Ziegenkäse. Müsste ja irgendein Nicht-EU-Land sein. Sie wollen nach Österreich. Albanien? Sie schreibt in der “wir”-Form, das ist selten und gefährlich, denn der Erzähler wird beliebig, eine Mischung aus allen üblichen auswandernden Ausländern. Weiterlesen »
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