Bachmann 09 – Lorenz Langenegger
Lorenz Langenegger, geboren 1980, Schweizer, eingeladen von Alain Claude Sulzer. Aufbruch einer Schildkröte (faz.net). Amazon. Leseprobe. Liest zehn Seiten vor. Video.
Angelesen: Hier im Regen: Roman Wir befinden uns im Inneren von Walter. Die Walter-Perspektive in der dritten Person.Walter ist 30 und Finanzbeamter in Bern. Zu Beginn lässt seine Frau Edith ihn für drei Tage allein. Walter droht in Gedanken an, der Frage nachzugehen, nachgehen zu müssen, aus innerem Zwang, warum er in Bern lebt.
Die Antwort interessiert mich nicht. Geht er mal bei Kneipenwirt Rolf vorbei, aber Rolf ist nicht da. Der hat vor einer Woche seine Klamotten am Aareufer liegen lassen und ward nicht mehr gesehen. Seite 27 inzwischen. Wir lesen, wie Walter so denkt. “Rolf ist vor einer Woche, an jenem heißen Julitag verschwinden, an dem Moritz tot unter dem Balkontisch lag. Wenn Rolf tot ist, sind Moritz und er am gleichen Tage gestorben.” und eine halbeSeite weiter: “Dass eine Schildkröte einfach so sterben kann, hat er vor einer Woche erfahren, aber ein Mensch?”
Die noch für lebend erklärten Figuren (Walter, Edith, Rolfs saufende Bekannte Ruth) kommen mir aber auch nicht viel lebendiger vor als die Schildkröte. Ich leg das mal weg. 2. Chance Klagenfurt.
Kategorie: Bachmann '09, Bachmann 2.0, Buch und Text 2 Kommentare »

am 25. June 2009 um 09:36 Uhr | #
Also, ich bin schon länger durch. Bin gespannt, was der Einladende dazu sagt. Mir ist nicht ganz klar, was dieser Text soll (will? kann?)…
am 25. June 2009 um 09:55 Uhr | #
Feßmann: Junger Mann? Altmodische Geschichte, allerdings. Expressionismus. //Jandl: Sonderling, Einsamkeit, “in dieser Deutlichkeit [vielleicht] zu viel”; genau! //Fleischanderl: Unentschlossen. //Mangold: Konkrete Sehnsuchtsutopie, wow, unterdrückt ein Gähnen oder hat was falsches gegessen…, eindringliche Symbolik (Kindergarten oder Friedhof, ho!), aber fleißig, hat sich Notizen gemacht, nicht richtig ausbalanciert. Offene Diskussion… Jetzt Sulzer: Gute Vorgabe für eine Kurzgeschichte (passt gut zu Feßmanns Einstieg) und äh, mir hat der Text ganz gut gefallen. Scheint auch nicht grade sein Favorit zu sein. Mangold meint, er habe zu großes Lob ausgesprochen. (das habe ich gar nicht gemerkt). Oho, die Bank und die Bank, wow, geht er jetzt voll auf die Bankenkrise? Er findet die Symbolik, die er sich grad selber ausgedacht hat, zu plakativ. //Spinnen: Eine klassische Etüde, ein Übungsstück? Nichts für den fortgeschrittenen Leser, Sonderlinge als ewig währende Thema,… //Ach herrlich, Spinnen rückt alles zurecht, schon auf Seite 2 gewußt, genau. Damit hätte man auch schließen können, aber es ist ja noch Zeit. Jetzt merkt auch Mangold, was Sache ist, “wenn das so ist, dann finde auch ich…”, quasi seine 3. Korrektur (ist ja nicht schlimm).
Schreib, schreib; wo sind denn die anderen?