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Archiv für Juli 2009


Experimente II

12. Juli 2009 - 10:48 Uhr

Heute: Guarana-Pulver.

Riecht genauso wie Kolanuss, bestimmt haben sie mich beschissen und mir (kicher kicher) zwei Tüten gemahlenen Grind verkauft. Offenbar lässt sich der Geschmack wirklich nur in geschmolzenen Gummibärchen auflösen (z.B. Chamane Energy Drink und alle anderen Guaranalimos und -drops).

Heute härterer Teststoff, ich bin noch unentschieden: Die Frequenzen von Clemens Setz (720 Seiten) oder was Schlimmes über Erzähltheorie.

Das Burger-Buch gestern war zu einfach, da wäre ich auch so wachgeblieben.

Was für ein Schreibehrgefühl:

Ich stellte eine Liste mit Fragen zusammen, mit denen ich zu einem Zauberkünstler in Bern ging in der Absicht, die Materie wie immer genau zu recherchieren. Da hieß es “Zaubersprüche”, “typische Auftrittsorte”, “wie ist die Jacke konstruiert, Details”, “bestimmte Schritte, Bewegungen auf der Bühne”, “Namen für die Requisiten”, “biographische Kuriositäten aus dem Leben großer Magier”, “Fremdwörter: Prestidigitateur”, “Zauberkästen für Kinder” usw.

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11. Juli 2009 - 21:19 Uhr

Manchmal möchte ich graue Haare und viele Falten haben und eine Brille zum streng darüberschauen. So wie heute, als der Mann um die 30, den ich am Bootshaus NOCH NIE gesehen hatte (also vor 20 Jahren, als ich noch aktiv war, habe ich den nie gesehen), mein Bootsanhängerrädchen abmontierte, aus Sicherheitsgründen. Obwohl ich schon vorher nein gesagt hatte.

“Junger Mann”, hätte ich gesagt, “ich habe schon Anhängerrädchen fixiert, da hatten ihre Eltern noch keinen Führerschein”.  Sowas Ähnliches habe ich dann doch gesagt, und offenbar ist meine Erscheinung doch schon grauhaaresk genug, dass er ein “Männer-und-Technik-ich-weiß” stammelte und sich von mir hinreichend unterwürfig erklären ließ, wie man ein Anhängerrädchen richtig, also jedenfalls nicht so wie er, “schauen Sie mal (JUNGER MANN), so, wenn Sie es querstellen, geht es wirklich beim ersten Bordstein ab”. Ach so. Danke.

Es ist wohl doch noch ein langer Weg, bis Männer zwischen Höflichkeit und technischer Bevormundung unterscheiden können. Wenn jemand von früher dagewesen wäre, der hätte dem schon erklärt, dass ich schon immer fast alles besser wusste.

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Experimente I

11. Juli 2009 - 13:51 Uhr

Legale Wachmacher, heute:

Kolanuss, erhältlich in Pulverform. So müssen ungewaschene Dreadlocks schmecken. Ich mische mit Kakao und heißer Milch, nächstes Mal mehr Kakao.

Härtetest: Versuch, ein Buch zu lesen (Hermann Burger: Die allmähliche Verfertigung der Idee beim Schreiben).

Das Buch ist ein Schatz, und nachgetragen eine Frage an Jens Petersen: Ist das ein Burger-Zitat, dass Sie in einem Cabrio durchs Tessin brausen? Falls das überhaupt das Tessin ist.

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Bachmann 09 - Memories of Klagenfurt

2. Juli 2009 - 12:44 Uhr
Der Winkler, ja, der Winkler. Ist ja eine Geschmacksfrage, ob man trauernde Witwen beleidigt, und auch eine Geschmacksfrage, ob man in rot-orange ins Fernsehen geht (und dann auch noch senkrechte Streifen im Hemd), aber mit dem Text hat er’s möglicherweise weniger den Kärntnern gezeigt, als den Kandidaten, die nach ihm dranwaren. Nach der großen Winklerschen Einlullungsouvertüre gab es tüchtig Schläge, diesesmal nicht gegen ein armes alpenländisches Kind, wie bei dem Text, den er selber vor 100 Jahren beim “Bewerb” las, sondern für ein totgefahrenes klagenfurtisches Kind und gegen alle, die da was zu sagen haben. Politisch kann ich dazu nichts sagen, außer dass es in Klagenfurt durchaus Bibliotheken gibt. Aber literarisch. Text erscheint in zwei Wochen bei Suhrkamp.

Karsten Krampitz beim Bürgermeisterempfang: “Mir haben sie die Selbstverbrennung verboten, aber der darf seinen Text essen”. (Esspapier, pah, um den Goetz zu machen, hätte Weiß sich den Text schon in den Arsch schieben müssen).

Momente in Nullen und Einsen: Daniela Strigl zwischen Knödelteller und Backhendl Twitter zeigen. (Auf ausdrückliche Bitte). Weiterlesen »

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