Bachmann 09 – Memories of Klagenfurt

Der Winkler, ja, der Winkler. Ist ja eine Geschmacksfrage, ob man trauernde Witwen beleidigt, und auch eine Geschmacksfrage, ob man in rot-orange ins Fernsehen geht (und dann auch noch senkrechte Streifen im Hemd), aber mit dem Text hat er’s möglicherweise weniger den Kärntnern gezeigt, als den Kandidaten, die nach ihm dranwaren. Nach der großen Winklerschen Einlullungsouvertüre gab es tüchtig Schläge, diesesmal nicht gegen ein armes alpenländisches Kind, wie bei dem Text, den er selber vor 100 Jahren beim “Bewerb” las, sondern für ein totgefahrenes klagenfurtisches Kind und gegen alle, die da was zu sagen haben. Politisch kann ich dazu nichts sagen, außer dass es in Klagenfurt durchaus Bibliotheken gibt. Aber literarisch. Text erscheint in zwei Wochen bei Suhrkamp.

Karsten Krampitz beim Bürgermeisterempfang: “Mir haben sie die Selbstverbrennung verboten, aber der darf seinen Text essen”. (Esspapier, pah, um den Goetz zu machen, hätte Weiß sich den Text schon in den Arsch schieben müssen).

Momente in Nullen und Einsen: Daniela Strigl zwischen Knödelteller und Backhendl Twitter zeigen. (Auf ausdrückliche Bitte).

Über dieses Wettdings hinaus interessierte mich der Tod von Michael Jackson nicht besonders, er wirkte die letzten Jahre sowieso nicht mehr recht lebendig. Nun werde ich wahrscheinlich trotzdem immer wissen, wo mich die Nachricht erreichte: Über Facebook während des Bürgermeisterempfangs, Terrasse Lorettoschlösschen. Danke, iPhone, Du Hure.

Vom kurzfristig anberaumten Bachmann-Wettschwimmen treten Elmar Krekeler/Die Welt, Thorsten Ahrend/Wallstein und wir Menschen aus dem Internet regenhalber zurück. Später sehen wir Jo Lendle mit Begleitung vor der Lorettoterrasse herumschwimmen. Maik muss seinen kampflos errungenen Pokal (eine Dose Strigl-Bier) an Jo Lendle/DuMont abtreten.

Der Pokal wird später in Österreich bleiben (Jo Lendle vom Leib gefilzt beim Check-In).

Clemens J. Setz, ich werde erstens Dein dickes Buch lesen und mich zweitens freuen, wenn Du mir Deine Mail-Adresse schickst (sopran@sopranisse.de)

Christine Koschmieder begleitete uns als letztes Aufgebot in einen Laden namens 151 zwischen Klagenfurt und Ficktring.

Plötzliche Unlust, alleine noch 24 Stunden im verregneten Klagenfurt zu verbringen, ohne Internet. Minigolf oder -mundus, das macht doch alleine auch keinen Spaß. Zügiges Zugbuchen, ruhiges schönes Mittagessen mit Tafelspitzbausatz im Landhaushof, und schon wieder ein Fall von “hat sich was ergeben”, seit vorigem Jahr ergibt sich immer was in Klagenfurt.

Im selben Waggon sitzen noch zwei Klagenfurtfaktoten, sie fahren nur bis München, er suchte wie ich vergeblich nach der Sonntagszeitung am Bahnhof. Sie bearbeitet wie ich Fotos vom Bewerb im Zug. Berge, Flüsse, Schnee. Zeit-Kreuzworträtsel, Literaturbeilage, Der Standard über Michael Jackson.

Freude/Sorge mit wechselndem Gewicht über die Bekanntheit von Blog und Livechat. “Ach Sie sind das”, und “ich las im Chat”… Die Vorstellung, dass wir im schalldicht abgesteppten Separé des Kaffeehauses sitzen: Dahin.

Kategorie: Bachmann '09, Bachmann 2.0 Ein Kommentar »

Eine Reaktion zu “Bachmann 09 – Memories of Klagenfurt”

  1. Jo

    Das klingt ja irre: “hat sich was ergeben”. Was mag das denn sein? Tafelspitz? Ein heimlich außer Landes geschaffter Zweitpokal? Vermutungen über Vermutungen.


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