Die Kandidaten: Antonia Baum, Berlin

Natürlich tue ich ihnen Unrecht. IMMER tue ich ihnen Unrecht. Besonders Antonia Baum. Dass sie lieber drinnen ist als draußen, sagt sie, ich bin mir nicht sicher, wie sie’s meint, aber wenn sie meint, dass sie lieber in Cafés sitzt, als durch Wälder zu stromern, dann finde ich das schon sympathisch. In den Videoportraits viel Natur: Nina Bußmann erzählt vom Biber, Maja Haderlap ist im Wald, Günther Geltinger läuft durchs Moor (hohes Venn?), Thomas Klupp findet den Streichelzoo im Görlitzer Park. Steinbeis sitzt im Bundesrat, Wisser vor einer weißen Wand (DAS ist mal was Anderes!), Popp vorm Küchenregal, Antonia Baum im Café. Immer dieser Milchkaffee, immer diese Latten, diese Breichen-Kultur. Trinkt doch mal was Richtiges! So wie Michael Borzikovic, erst Segelboot dann Stammlokal.

Von Antonia Baum las ich einen Zufallsfund in der FAS vom vorigen Sonntag. Und das ist natürlich vollkrasses Unrechttun, über einen kleinen Artikel herzufallen. Es geht doch um Literatur, my ass.

Lieber drinnen als draussen

Von Antonia Baum gibt es noch kein Buch. Als ich aber am Montag die FAS durchblätterte, wunderte ich mich über eine Rezension zu Andreas Doraus Album “Todesmelodien”. Da geht es in den ersten 25 Zeilen ums ICE-Fahren, und das einzige, was mich daran froh macht, ist, dass Bielefeld (jaja, das gibt es wirklich) verschont wird. Geschrieben hat das Antonia Baum. Sie ist wohl das “man”, das nicht begreift: “Was man sieht, ist nur der Bildschirmschoner, denkt man, aber dann hält der Zug an irgendeinem Bahnhof, und wieder: Man begreift es nicht.” Was gibt es daran zu begreifen oder nicht zu begreifen? Da wohnen und arbeiten Leute, also hält der Zug, Leute steigen ein und Leute steigen aus. “Man möchte Wolfsburg, Kassel oder Braunschweig begreifen, man begreift es aber nicht, …”
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Kategorie: Bachmann '11, Bachmann 2.0 Kommentieren »


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