Bachmannpreis 2012, 1. Lesungstag

Es ist alles wie immer, fast alles wie immer. Unterschiede: 1. Ich bin nicht vorbereitet. 2. Frau Passig und ich reisen mit dem Kanu vom Hotel zum Lesunggucken. 3. Public Viewing am Lendhafen – bis zum Theater bin ich nicht gekommen.

Auf dem Weg in die Stadt begleitet uns eine Dame auf ihrem Fahrrad. Sie muss langsam fahren, mit dem Kanu sind wir wohl bei 5 km/h. Als wir das Boot am Lendhafen vertäuen, erwartet sie uns schon. Sie müsse das Boot noch eine Weile anstarren, um zu erfahren, ob das nicht besser ist als ihr altes Klepper. “Sind Sie hier, um einen Bachmannpreis zu gewinnen?” fragt sie, und Frau Passig antwortet: “Wir haben schon einen.”

An einen schattigen Tisch wird uns Kaffee, Kabeltrommel und W-Lan geliefert, Texte liegen aus, also warum ins Theater? Clemens Setz und Cornelia Travnicek kommen dazu, Kathrin verzweifelt über die Automatische Literaturkritik, ich bin willig zu helfen, bin aber wie immer überfordert mit Chatmoderation usw.

Der Text von Hugo Ramnek ist mein Favorit für heute. Jaja, den Überfluss an Kitsch, die allzudeutliche Kellerechse = Penis -Sache ist auch nicht so schön, aber ich erfahre etwas über dörfliches Leben in Kärnten/Slowenien, etwas, das ich mit meinen Erfahrungen mit Jahrmarkt und dörflichem Leben vergleichen kann, es geht um Liebe, gleich- und gegengeschlechtliche, um Heranwachsen usw. Starkes Spiel mit Sprache, viele lustig zusammengesetzte Wörter, nicht alle gelungen, aber immerhin tut’s mal jemand ohne Angst vorm Badengehen. Da nochmal einen Lektor dransetzen, dann wird das schon. Finde ich.

Den letzten Text von Sabine Hassinger habe ich verpasst, nur hin und wieder was aufgeschnappt, ich werde ihn später lesen. Nahe-Hochwasser ist schon mal super. Gleich werde ich zum Kanufahren abgeholt von einem unbekannten Kärntner Kanufahrer, es gibt auch Stellen im Internet, die nichts mit Literatur zu tun haben, an denen Leute einem anbieten, einen zum Kanufahren abzuholen.

In Berlin findet morgen eine Operation statt, ob und wie viel und wie öffentlich wer sich darüber Gedanken macht ändert auch nichts, das ist, was ich glaube. Mag aber irgendwie anders helfen.

4 Comments to “Bachmannpreis 2012, 1. Lesungstag”

  1. kaltmamsell sagt:

    Der Kanu-Radlerin-Dialg ist Gold wert. (Davon wird Kathrin doch sicher noch ihren Enkeln erzählen. Oder halt deinen.)

  2. Sammelmappe sagt:

    Wirklich die beste TDDL-Episode, die Radlerinnen-Frage-Antwort.

    Und ja das Kettenkarussell! – das ist genau meine Geschichte. So wie ich Geschichten mag, hab ich zu Engl gesagt und die hat mich etwas zweifelnd angeschaut.

  3. [...] Es fehlen noch ein paar Verlinkungen zu bloggenden Zuhörerinnen: Engl klagt nicht Die Kaltmamsell findet die besten Geschichten Andrea weiß genau was sie mag Die Sopranisse chattet und bloggt. [...]

  4. Kanu-Fan sagt:

    Hauptsache Kanufahren!

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