Sopran

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Es wird jetzt ein bisschen persönlich und ein bisschen allgemein. Und ein bisschen pathetisch.

Sibylle Lewitscharoff hat in Dresden eine Rede gehalten (Download als pdf hier): “Von der Machbarkeit. Die wissenschaftliche Bestimmung über Geburt und Tod”. Sie hat einige wichtige Themen angesprochen. Die Möglichkeiten der Fortpflanzungsmedizin und der Pränataldiagnostik können missbraucht werden. Sie können dazu führen, dass das perfekte Kind hergestellt werden soll. Sie können dazu führen, dass bestimmte Behinderungen aus unserer Welt weitgehend verschwinden. Und dazu – das geschieht bereits täglich – dass Eltern, die zum Beispiel ein Kind mit Trisomie 21 haben, gesagt bekommen, so etwas sei doch heute nicht mehr möglich. Read the rest of this entry »

Die Nachrichtenlage 6

Von diesem Herrn Hettche habe ich auf einer langen Busfahrt über die Panamericana auf einer Strecke, die vermutlich dem letzten Erdbeben zum Opfer gefallen ist, “Der Fall Arbogast” gelesen. Alt hatte das Buch dabei, und es gefiel mir wie alles, was sie mir je empfohlen hat. Spätere Versuche mit erfundeneren Geschichten von diesem Herrn Hettche endeten meist auf den ersten Seiten wegen Desinteresse. Dieser Herr Hettche schreibt also heute in der FAZ, warum er nicht bloggt. Glaube ich. Sagt jedenfalls Perlentaucher, dass er schreibt, warum er nicht bloggt. Read the rest of this entry »

Manchmal möchte ich graue Haare und viele Falten haben und eine Brille zum streng darüberschauen. So wie heute, als der Mann um die 30, den ich am Bootshaus NOCH NIE gesehen hatte (also vor 20 Jahren, als ich noch aktiv war, habe ich den nie gesehen), mein Bootsanhängerrädchen abmontierte, aus Sicherheitsgründen. Obwohl ich schon vorher nein gesagt hatte.

“Junger Mann”, hätte ich gesagt, “ich habe schon Anhängerrädchen fixiert, da hatten ihre Eltern noch keinen Führerschein”.  Sowas Ähnliches habe ich dann doch gesagt, und offenbar ist meine Erscheinung doch schon grauhaaresk genug, dass er ein “Männer-und-Technik-ich-weiß” stammelte und sich von mir hinreichend unterwürfig erklären ließ, wie man ein Anhängerrädchen richtig, also jedenfalls nicht so wie er, “schauen Sie mal (JUNGER MANN), so, wenn Sie es querstellen, geht es wirklich beim ersten Bordstein ab”. Ach so. Danke.

Es ist wohl doch noch ein langer Weg, bis Männer zwischen Höflichkeit und technischer Bevormundung unterscheiden können. Wenn jemand von früher dagewesen wäre, der hätte dem schon erklärt, dass ich schon immer fast alles besser wusste.

Petzi im Bärental

(Beitrag folgt. Eventuell. Bis dahin empfehle ich dieses rate ich ab von diesem Interview. Nicht anklicken. Es ist wie ein Verkehrsunfall, man will nicht hinschauen, aber man kann nicht wegschauen.)

26. Februar 1926

Wir beide.

Warum ist Deine Nähe mir so nah!
Warum ist Deine Ferne mir so weit!

Weil ich in Dir, in Dir zum erstenmal den Menschen sah,
Der mich erlöst, der mich in Liebe, in unendlicher, umfing.
Warum nur bist Du mir in weiter Ferne
Warum nicht kommst und bleibst mir nah!
Ich soll wohl leiden, muss wohl büßen!

– Leiden. -

Doch Du bist zu mir gekommen, hast die Schuld, die längst vergebene,
endlich, endgültig von mir abgenommen.
Du reiner, großer, tiefer, lieber Freund.

Und so verschwandest Du! Ein zweitesmal und viele male
Sollt ich Dich nicht umfassen, an mich drücken
In heißer Lieb.

Und darum gingst Du. Ließt in Tränen mich zurück
und bist mir treu.
Und liebst mich, so unendlich, so über alle Maßen, – fühl ich.
Fühltest Dich glücklich schon in Deiner Liebe, – sagtest Du, -
Auch wenn sie nicht erwidert werden sollte! – -
Und ich? Ich muss Dich lieben, muss Dich haben!

Ich will Dir alles geben, – gab mich Dir, in reinster, höchster Liebessehnsucht.
Sie wurd erfüllt, sie ist erfüllt, und immer wieder neu
Wird sie sich erfüllen Dir und mir.

Ich will Dir alles sein. Ich bin es. Bin es!
Denn wenn Dich einer je verstand in Deinem starken Sehnen,
in Deinem reinen Willen, in Deinem Leid,
Bin ich es nicht?
- Wir lieben uns. Hast Du ein höh’res Glück schon je empfunden? – Nie!
- – Wir beide – .

Brief eines Knaben an einen Knaben

Bechdel’s Rule – Fun Home – Denis Scheck

Aufschieben, aufschieben, einen Grund gibt es immer. So schiebe ich meinen nächsten Lesemaschinenbeitrag auf, weil ich mich nicht für einen Text entscheiden kann. Kathrin Passig empfahl mir die Auswahl nach “Bechdel’s Rule” zu treffen. Leider nach Wochen noch keinen Text gefunden, der vor The Rule besteht. Vorgabe: Es kommen zwei oder mehr Frauen vor, die sich über etwas anderes als einen Mann unterhalten. Ich erweitere, damit das nicht nach Lesbenregel aussieht: Auch nicht über eine Frau, aber Texte mit Frauenliebe gibt es offenbar ebensowenig wie Texte mit Männerliebe, also egal. Männer unterhalten sich auch mal über den Weltraum (Herrenhuther, “Diesseits des Jan-Wellem-Gürtels”) oder über… Frauen?

Linkaufbahrungsstätte:

Update:

Bisher gefunden:

Kathrin Passig: “Sie befinden sich hier” (2006) (Unter der Prämisse, dass Held eine Frau ist, erfährt man, dass sich “ich” und “Anne” im Supermarkt gegenseitig seltsame Markennamen vorgelesen haben. Auch gut. Die eine bringt die andere nicht aus Eifersucht um.)

Thomas Melle: “Nachtschwimmen” (2006) (zwei junge Frauen unterhalten sich über die Brustverkleinerung der einen) – Eine Geschichte, die mir gut gefiel, ich nehme an, sie ist in dem neuen Buch Raumforderung. Erzählungen enthalten.

Simona Sabato: Beginn eines Romans (2004, bisher nicht erschienen) (Verrückte)

Susanne Fischer: “Zuckerwatte und Gesang” (2003) (lauter Verrückte, ein Frauengruselschocker)

Kino: Die wilden Hühner und die Liebe

Ja, so geht’s, nie kommt man ins Kino, auf DVD allenfalls ein paar Klassiker, “If these walls could talk 2″ zuletzt, “Wallace und Grommit und die Technohose” sowie “Komm süßer Tod”, naja. Heute an diesem wundervollen Bonner Sommertag schleppen mich die Töchter ins Kino. Sprießende Brüstchen allüberall, rechts von mir, links von mir und natürlich auf der Leinwand. Unter den anwesenden Kindern, ca. 100, erkenne ich zwei Jungen. Die haben sich vielleicht Aufklärung erhofft. Wie sind sie denn so, die Weiber. Oder es sind Schulfreunde von “Fred”-Darsteller Jeremy Mockridge aus der nahen Clara-Schumann-Schule.

Es geht überhaupt nicht mehr um Hühner, wenn es denn je um Hühner ging. Read the rest of this entry »

Post von: @bobcatofchattanooga.com

Betr.: Vorankommende Gesellschaft ladet sie als des Finanzgeschaftfurers ein!

Guten Tag!

Eine ansehende vorankommende Gesellschaft will ihnen Arbeit auf dem
Markt anbieten, auf dem sie auch selber arbeitet. Jeder sollte den
Brief lesen, da die Arbeit jeder ausüben kann. Sie brauchen kein Geld
beitragen, es wird nicht die nächste Finanzpyramide gefordert. Für die Arbeit
brauchen sie nur ein Computer mit Internet, des Telefone, der Rechnung
ihrer Bank und natürlich ein wenig Freizeit! Die Arbeit bestiehlt Read the rest of this entry »

Vor-Lesen 2007, Björn Kern: “Kipppunkt”

Bloggen 4

Das Exemplar, das ich über “amazon Marketplace” für einsfuffzig bekommen habe, ist am 13.12.06 aus der Stadtbibliothek Eppelheim ausgeschieden. Das sagen die Stempel auf der Innentitelseite. Taschenbuch, 2001.

Björn Kern hat das mit Anfang 20 geschrieben, und er hat um die Geschichten aus der provencalischen Alten- und Irrenanstalt, in der er seinen Zivildienst ableistet, eine Gerichtsgeschichte und eine Liebesgeschichte und eine Verrücktwerdensgeschichte gestrickt. “er” ist, so mutmaße ich, der Ich-Erzähler und der Autor. Die Geschichten aus dem Heim sind dreckig, traurig, empörend und ganz schön. Schlicht erzählt, ohne besondere sprachliche Kunstfertigkeit, eher nachlässig. Dieses blöde “nicht wirklich” zum Beispiel, Read the rest of this entry »

Nachtrag

Oscar für “Das Leben der Anderen”

Spiegel online berichtet von der Siegesfeier. Bröckchen nur:

“Die symbolisiert Manneskraft” strotzt da der sich gerade vermehrende Donnersmarck vor sich hin und meint die “phallische” Oscar-Figur. Später presst er seine schwangere Frau an sich, “die mir immer die Stange gehalten hat”, bevor man sich am “prallen Käsebüffet” labt. Apropos Käse, da spuckt Spon im Nachsatz welchen wieder aus:

“Korrektur: Im Text wurde Sebastian Kochs Freundin zunächst Antje van Cäse genannt. Der richtige Name lautet Carice van Houten. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.”

(Spon zitierte da übrigens Wikipedia, wo man sich einen lustigen Nasobem-Scherz erlaubt hatte.
Sebastian Koch lebt in Berlin und hat eine Tochter, Paula. Die Mutter ist die Journalistin Brigitte Dachboden (u.a. DW-TV). Er war lange mit der Schauspielerin Anna Schrott liiert und ist seit den Dreharbeiten zum Film Brack Book (Zwartboek) Ende 2002 mit Antje van Cäse zusammen.”)