Kategorie: überzwerch


Altwerden

2. February 2007 - 13:37 Uhr

JOHN ANDERSON, my jo, John,
When we were first acquent;
Your locks were like the raven,
Your bonie brow was brent;
But now your brow is beld, John,
Your locks are like the snaw;
But blessings on your frosty pow,
John Anderson, my jo.

John Anderson, my jo, John,
We clamb the hill thegither;
And mony a cantie day, John,
We’ve had wi’ ane anither:
Now we maun totter down, John,
And hand in hand we’ll go,
And sleep thegither at the foot,
John Anderson, my jo.

Robert Burns

Das Schumann-Chorlied schubste mich beim Singen in einen noch unbekannten Rührungs-See.
Zum ersten Mal selber die Idee gehabt, mit einem Menschen alt werden zu wollen.
Schreck-Staunen-Glück

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Überzwerch – Patenpflichten und Auslobung

19. November 2006 - 23:29 Uhr

Nun fühle ich Verpflichtung, mein Wort überzwerch wieder ins Gespräch zu bringen. Ich rufe daher meine Leser zur schriftlichen und mündlichen Verwendung auf. Wer “überzwerch” in eine Internet-Veröffentlichung sinnvoll einbaut, darf mit Huldigung und Dank rechnen.

(Huldigung und Dank
1 an Conalma
1,5 an nömix)
2 an Walhalladadda

Wer besonders sinnvoll, schön und selbstverständlich einbaut, bekommt von mir ein Wort geschenkt.

Bedeutung:
überzwerch=
quer, queer, kreuzweise, überkreuz, unbequem, ungeschickt, verkehrt, seitwärts – Neu für invertiert, andersrum, vom anderen Ufer.
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Gehen

15. November 2006 - 11:19 Uhr

Das Gehen als schlichte Art der Fortbewegung empfinde ich als Freiheitsentzug. Wenn ich wohin will, dann will ich schon da sein. Ich kann auch nicht langsam Fahrrad fahren. Verächtlich blickte ich mit 17 über meinen Rennrandlenker hinweg aus dem Augenwinkel auf die Mädchen mit den Hollandrädern. Ich anerkenne das Gehen zu besonderen Gelegenheiten durchaus: Als In-die-Stadt-gehen oder wenn es dazu dient, wohin zu kommen, wo man nicht fahren kann (=Wandern auf Berge, aber nie dorthin, wo andere mit einer Seilbahn hinfahren), auch als Sport, zur Not, wenn Bootfahren zu umständlich ist (=Laufen), als Hand-in-Hand-Gehen oder als Mandeln-suchen-Gehen.
In mir gehen Faulheit und Ungeduld überzwerch.

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12. November 2006 - 13:17 Uhr

Aufklärungscomics von Erika Moen

Ausgegrabener Linktipp aus einem Weblog, ich weiß aber nicht mehr aus welchem. Verzeihung.

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12. November 2006 - 13:03 Uhr

Romantisches Geschenk

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Tatort: Ehescheidung

18. June 2006 - 20:53 Uhr

Gegen Frankreich:Südkorea natürlich eine Wiederholung, Ulrike Folkerts, früher mal ganz attraktive Frau, finde ich nicht mehr, seit ich ihre schauspielerische Holzigkeit bemerkte.
“Hach, das ist halt eure bisexuelle Ader”, sagte der Chorleiter in seinem jugendlichen Leichtsinn, als LA CHEF und ich die Attraktivitätsäußerung mal sehr homophon in blitzsauberen Terzparallelen taten.
Das fand ich anmaßend, das Alter, die kurze Bekanntschaft, doch erwärmte es auch mein Herz für ihn.

Heute abend kein Fußball, kein Tatort. Ich floh das seltene Großfamilienidyll ins Büro, morgen kommen Kunden, von denen ich mir wünsche, sie kämen nicht. Ich wünsche mir oft von Kunden, sie kämen nicht, meist folgen dann sehr befriedende Sitzungen. Sich trennende Ehepaare bringen die ganze Gewalt geschluckter Kränkungen zu mir. Je länger, je tiefer sie schluckten. Ich weiß, dass es nicht mir gilt, und dass sie überhaupt kommen, zu zweit, das ist der weiße Flicken auf der Kriegsfahne. Aber dieses Mal bin ich nicht sicher, dass beide überleben.

Doch bewundere ich sie alle dafür, dass sie kommen.

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Mstislaw Rostropowitsch spielt dem Bach seine Frau ihre 1. Suite für Violoncello solo

25. April 2006 - 22:36 Uhr

Eben im Autoradio gehört, dass die Cellosuiten von Anna Magdalena Bach sind.

Gelacht und geweint.

Ich hab wohl ein Feminismusanfallsleiden.

Die Goldberg-Aria und das Ave Maria-Präludium übrigens auch. Von ihr.


bitte nicht kommentieren, dass Ave Maria nicht von Bach ist.

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Aus dem Archiv: “Kempowski, Walter, betrügt mich mit Susanne”

18. March 2006 - 11:02 Uhr

Eigentlich müsste es heißen: Susanne betrügt mich mit Kempowski. Wenn Susanne einmal prominent wird, werde ich den Titel zu ihren Gunsten ändern.

Susanne und ich waren 14 Jahre alt und in einer Klasse. Bücher und Bach waren unsere gemeinsamen Themen. Pferde und Küssen dagegen interessierte sie nicht.
Nach einer Lesung des von uns verehrten Walter Kempowski stellten wir uns am Signiertisch an, erhielten hübsche Widmungen in unsere Taschenbücher; die Frage, ob wir alt genug für seine Literaturseminare seien, beantwortete er positiv: Er würde sich freuen und uns zu seiner Rechten und Linken setzen, damit wir zustimmend nicken oder bedenklich die Köpfchen wiegen könnten, wenn jemand etwas Kluges oder Dummes sagt. Seine Adresse laute Kreienhoop Nartum, wir mögen ihm schreiben.

Es entspann sich ein keuscher Briefwechsel, Weiterlesen »

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Karneval nicht verstehen (Brauchtum mal wieder)

27. February 2006 - 13:07 Uhr

ist keine große Sache.
Da gibt es nichts zu verstehen.
Es genügt, einfach mitzumachen oder es sein zu lassen.

“Wat hätt datt dann mit Karneval ze donn?”, fragte dem Mann seine Oma, wenn im Fernsehen sowas kam wie “Mainz bleibt Mainz” oder die Verleihung des Ordens wider den tierischen Ernst. Denn dem Mann seine Oma war aus Köln, oder wie man hier sagt: Von Köln.

Karneval ist man nämlich “Jeck em Rään”, “Knatschverdötsch”, “Raderdoll”, Männer tragen Frauenkleider, auch in offiziellen Funktionen (Prinzbauerjungfrau) und reiben uniformiert ihre Ärsche aneinander (Stippeföttsche). Und das gibt es “nurnurnur bi oss in Kölle”. Weiterlesen »

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Obstsalat II

26. January 2006 - 22:00 Uhr

Also Kümmel, auch eher nicht, kriege ich aber mit Höflichkeit noch runter. Kreuzkümmel dagegen: Spitzengewürz. Wer das nicht mag… Ingwer, Kardamom, anbetungswürdig. Weißer Pfeffer: Unrein.

Raider immer ein Stück abbrechen, den Karamell abknabbern (DAS Karamell?), dann die Schokolade unten vom Keks und dann den Keks. Kekse und Plätzchen sind natürlich nicht dasselbe. Keks ist das, was im Raider ist, Plätzchen das, was ich vor Weinachten backe.

Siehe auch: perverses Zitrusfruchtsezieren, der richtige Löffel für ein jedes Cremiges, Häutchenabziehen bei frischen Walnüssen und: Auf die Dosis kommt es an. Beispiel: Rittersportstückchen: Nicht essbar weil zu dick. Hachez Katzenzungen: Perfekt.

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