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Kategorie: anderswo


Chile 4, Quelhue, kleiner Süden

17. November 2009 - 10:31 Uhr

Nahe Quelhue

Am Sonntag nach unserer Ankunft in Pucon Ausritt mit Alejandra von dem Hof, auf dem wir für die dritte Woche eine Cabana gemietet haben. “Das ist doch kein Regen”, sagte Matthias, als ich am Morgen laut über Kneifen nachdachte. Es mag auch am Blechdach liegen, aber die ganze Nacht und den halben Vormittag glaubten wir, den Beginn der Sintflut zu erleben.

<ponyhof mode>Jetzt geht es aber, und der Vulkanascheboden wird nicht allzumatschig. Ich kann es noch, das stellt Alejandra beim ersten Galopp fest. “A little bit faster” heißt der, wir machen das zwei, drei mal, “and know running”, und “running” ist dann richtig den Fluchtinstinkt der Pferdchen ausnutzen. Meins ist ein halbes Fjordpferd, was für eine blöde Idee, Norwegerponies zum Züchten nach Chile zu bringen, wo sie diese wunderschönen Criollos haben. </ponyhof mode>

Durch ein paar Gatter, über ein paar Wiesen, erreichen wir ein kleines Dorf, Bungalows, Schafe mit dicken Pelzmänteln, die üblichen Hunde. Eine Mapuche-Siedlung, sagt Alejandra. Am Gartenzaun des ersten Hauses stehen ein Mann und ein Junge, beide im schwarzen Anzug. Der Mann hält ein geschlossenes Buch in der Hand und deklamiert laut in Richtung des Hauses. Eine Predigt oder etwas aus der Bibel, das erkenne ich auch auf Spanisch. Er drückt Alejandra einen Zettel in die Hand. Zwei, drei Häuser weiter auf dem Weg ums Dorf mischt sich das Gepredige mit einem weiteren, da steht wieder so ein Paar, dann noch eines, insgesamt sechs Prediger, die das Dorf umzingeln und auf es eindeklamieren. Jeder in Begleitung eines Jüngeren, jeder mit einem geschlossenen Buch in der Hand. Am Dorfrand ihre Kirche, Pentecostales, Pfingstler. Von den Einwohnern ist niemand zu sehen.

Die sind wohl alle auf dem Fußballplatz, an dem wir eine halbe Stunde später vorbeikommen.

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Chile 3, San Pedro de Atacama

7. November 2009 - 13:18 Uhr

Alejandra, die Tourenagentin, die mal zur Rheinkultur in Bonn war, ist zwar nett, kann uns aber nun doch für den Dienstag keine Tour zu den Geysiren von Tatio vermitteln. Mehrere Reiseführer empfehlen “Cosmo Andino”. Der Cosmo-Andino-Mann kann Englisch und verspricht, für uns noch einen Bus aufzumachen, wir sind ja immerhin zu siebt. Auf seinem Schreibtisch liegt eine chilenische Zeitung, die ersten drei Seiten befassen sich mit Herta Müller.

Er zeigt uns einen Bericht auf Seite fünf und erzählt, was drinsteht. Nämlich bei welchem Bäcker in Santiago Margot Honecker jeden Morgen ihr Brot kauft, wie ihr Enkel heißt, mit dem sie so gerne spielt, dass sie einen Kia fährt… “Warum nehmen wir immer alle auf, die sonst niemand haben will, von links und von rechts?” fragt er kopfschüttelnd, will wissen, ob wir aus Ost- oder Westdeutschland kommen (jede von uns kann einmal bejahen) und weiß überhaupt sehr gut Bescheid.

Die Agentur ist sehr zu empfehlen.

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Chile 2, Santiago

2. November 2009 - 14:38 Uhr

Am Samstagabend, Ankunftsabend in Santiago nur mühsam etwas zu essen zu finden, das ist ein Teil Orientierungslosigkeit (heute, drei Wochen später, weiß ich: Wir hätten hinter dem Hotel suchen sollen, nicht davor), doch ein größerer Teil Fußball. Von Alameda bis Mapocho, von Merced bis Plaza de Armas und sicher auch darüber hinaus sind Läden und Restaurants verrammelt, in den Kneipen sitzen Leute vor dem Fernseher, die sich ein Getränk leisten können, die anderen drängen sich vor irgendwelchen Fenstern. Wir finden einen wirklich, wirklich schlechten Chinesen. Die Straßen sind leer, nur ein paar Polizeipanzer und Wasserwerfer flanieren herum, und das eine Taxi, dessen Fahrer uns weder nach Bellavista noch zu dem Inder im Hotel Majestic bringen will: Geht nicht. Später eine Nacht lang Autokorso, Hupkonzert. “Ein einziges Fest von Arica bis Punta Arenas” titelt tags drauf El Mercurio. Chile hat sich für Südafrika qualifiziert.

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Chile 1, Santiago

2. November 2009 - 14:31 Uhr

Wie immer, also wie im Oktober 2001, nach Ankunft in Santiago erstmal zum Mercado Central, dieses Mal im strömenden Regen. Die Restaurantdrücker sprechen uns von allen Seiten an.

Don Augusto (das Augustin der Südhalbkugel) hat noch denselben deutschsprechenden Chilenen, der uns vor 8 Jahren das Ceviche gebracht hat. “Aus Bonn? Kennen Sie Weberstraße? Da wohnt mein Freund. Er heißt Norbert Blüm. Guter Freund, hat mir das Leben gerettet, ich war zum Tode verurteilt, er hat sich für mich eingesetzt.” Er verabschiedet uns mit den Worten: “Die Rente ist sicher.”

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Chile 2001 (1)

16. September 2009 - 16:51 Uhr

Erst am Nachmittag sollte der Flug von La Serena zurück nach Santiago gehen, aus Gründen checkten wir schon morgens ein. Der Taxifahrer, der uns in die Stadt brachte, folgerte, dass Menschen ohne Gepäck sicher später am Tag wieder zurück wollten zum Flughafen. Wo und wann er uns wieder abholen solle, fragte er, und wir reagierten zögerlich, aber der Mann war nett und der Preis in Ordnung. Einigten uns also auf 14 Uhr und eine Stelle, die wir wiederfinden würden.

Beim Aussteigen sagte er: “Zahlen können Sie dann heute Nachmittag”.

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Aus dem Notizblog

20. Mai 2009 - 13:27 Uhr
Borreliose ist nur wenig heilbarer als Simulantentum, genießt aber in der Gesellschaft höheres Ansehen.

Jahrelanges Studium von Pschyrembel und Dr. House haben nicht gereicht. Oder liegt es am Team?

Auf der Innenansicht meines Gehirns fand sich so gut wie nichts. Leider auch nicht das Buch, das ich im September abgeben muss. Weiterlesen »

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Überbrückungsbloggen

9. Oktober 2008 - 12:10 Uhr

1. Das Buch ist da:
Dinge geregelt kriegen - ohne einen Funken Selbstdisziplin

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Bitte kaufen, denn es ist lustig, tröstlich, aufbauend, und es steht auch was von mir drin. Zum Beispiel was Heiraten und die Mitgliedschaft im Fitness-Studio gemeinsam haben.

2. In drei Tagen Urlaub

war ich umgeben von Schildern in einer völlig unverständlichen Sprache. Sah Lachse unter meinem Kajak. Bestieg einen Berg, von dem aus ich Schnee sah und den Atlantik. Lief barfuß am Meer entlang. Sah Jakobspilger pilgern und trug dabei eine negative Panzerknackerbrille. Aß Fischsuppe am Hafen (Rezept von 1930, Fisch frisch). Mehr ging nicht rein in die drei Tage? War noch viel mehr drin, aber wo ich da gerade war, das wissen eigentlich nur wir zwei.

Côte basque, Socoa

3. Zu Hause November

Immerhin kam nachmittags der lange dünne Mann, der riecht und aussieht, als flösse in seinen Adern Heizöl, und wärmte das Haus.

4. England schreibt:

Your run start number is 5614.

Your receipt welcome pack will be sent by Royal Mail within 7 days.

5. Überrumpelt.

Anruf: Es gibt schon ein Angebot. Mutter ming Droppe! Ich werde die Arbeit also wirklich tun müssen. Kein Grund, nicht schon heute damit anzufangen. Außer den vielen, die in dem unter 1. erwähnten Buch stehen. Ich werde es vorher noch einmal lesen müssen. Wenn es nur schon da wäre.

6. Heute: Buchhandlung aufsuchen.

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Tatort #705: Liebeswirren (BR)

28. September 2008 - 19:44 Uhr

Loup de mer mit walisischem Würzsalz, Zitrone und Kokosmilch - meine Entschuldigung für zu spätes Einsteigen. Bitte sagen Sie mir doch, was bisher geschah!

Zur Zeit befindet sich Ivo Batic in der Wohnung von Ralf, dem schwulen Masseur, und der schwule junge Nachbar, der ihn reingelassen hat, weinte wie Klein-Moritz, wenn er was falsch gemacht hat: Mit dem Fäustchen im Auge rubbeln. Weinte wegen Franz Alt nein Fritz Alt, der nach einem Date mit wemauchimmer in seinem Blute lag. Auch schwul, bisher alle schwul, Ivo wissen wir nicht, aber kann ja noch werden. Weiterlesen »

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Tatort: Liebe macht blind (RBB)

13. Juli 2008 - 19:55 Uhr

Im anderswoischen Dorf sind Gäste zu Gast, darunter viele kleine Gäste, die man beim Abendessen nicht allein lassen kann. F. hat aber aufgepasst und versucht nun, 20:46 Uhr, mich auf den Stand zu bringen, ohne ihrerseits was zu verpassen. Möglicherweise ist das aber auch gar nicht so wichtig, weil es sich möglicherweise um eine Wiederholung eines Tatortes handelt, den hier nur ich noch nicht kenne. Weiterlesen »

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26. Mai 2008 - 10:09 Uhr

Am Mittwoch mit der Vier hier eingeflogen. Bevor sie in die Schule kommt, nochmal Urlaub außer Ferien machen. Bonn-Düsseldorf mit dem Regionalexpress, Düsseldorf-Toulouse mit dem Lufthansa Cityhopper, mit der Navette von Blagnac nach Toulouse-Matabiau, in Matabiau zweieinhalb Stunden auf den Zug gewartet, dann 40 Minuten Fahrt nach Castelnaudary, dort abgeholt worden. Anders geht es auch nicht, es sei denn, ich stiege erst in Bram aus, dann wäre der Fußweg nach Anderswo nur 12 Kilometer.

Dort kilometerweise Staus vor den Tankstellen. Gasöl ist alle, und hier fahren alle außer mir Diesel. Erst am übernächsten Tag gibt es wieder Diesel, zum selben Preis wie Super, welches billiger ist als Normalbenzin. Das ist der Streik, der hier nicht Streik heißt sondern Mouvement Sociale. Weiterlesen »

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