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Netterweise erwähnt Kathrin Passig in dem schönen P-Blog doch noch den Tur Tur-Effekt (ziemlich wirres Zitat, aber dafür kann nur ich). Überhaupt füllt sie dieses Weblog so eifrig, dass ich glauben muss, dass sie eigentlich ganz Anderes viel dringender tun müsste.
Bitte kaufen, denn es ist lustig, tröstlich, aufbauend, und es steht auch was von mir drin. Zum Beispiel was Heiraten und die Mitgliedschaft im Fitness-Studio gemeinsam haben.
2. In drei Tagen Urlaub
war ich umgeben von Schildern in einer völlig unverständlichen Sprache. Sah Lachse unter meinem Kajak. Bestieg einen Berg, von dem aus ich Schnee sah und den Atlantik. Lief barfuß am Meer entlang. Sah Jakobspilger pilgern und trug dabei eine negative Panzerknackerbrille. Aß Fischsuppe am Hafen (Rezept von 1930, Fisch frisch). Mehr ging nicht rein in die drei Tage? War noch viel mehr drin, aber wo ich da gerade war, das wissen eigentlich nur wir zwei.
3. Zu Hause November
Immerhin kam nachmittags der lange dünne Mann, der riecht und aussieht, als flösse in seinen Adern Heizöl, und wärmte das Haus.
4. England schreibt:
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5. Überrumpelt.
Anruf: Es gibt schon ein Angebot. Mutter ming Droppe! Ich werde die Arbeit also wirklich tun müssen. Kein Grund, nicht schon heute damit anzufangen. Außer den vielen, die in dem unter 1. erwähnten Buch stehen. Ich werde es vorher noch einmal lesen müssen. Wenn es nur schon da wäre.
Das Wasser beim Rheinherunterfließen begleiten. Robbeübungen im Kriechtunnel im Kinderzimmer. (Zugleich Training für den Tough Guy Contest – Anmeldung abschicken!) Sofa. Büro. Bunte runde Kärtchen mit Magneten auf einer Präsentationswand verteilen. Das weiße Blatt. Auswärts essen (Makiman). Zeit lesen (heute: Tellkamp und Ravic Strubel).
Apropos Tough Guy. Gestern mit F die Kleiderfrage diskutiert, das macht am meisten Spaß. Zur Vorbereitung werden wir nochmal in den Hochseilgarten gehen. Kann mit dem Kindergeburtstag erledigt werden. Für das “Vietcong Tunnel”-Training präpariere ich den Ikea-Kriechtunnel mit Legosteinen. Kaltwasserübungen, auch überraschende, absolvieren wir beim Paddeln nebenbei. Der Vorjahresletzte, ein Isländer, brauchte 4.46 und war damit 76 Minuten langsamer als der Vorjahresvorletzte. Dem letzten macht ja keiner mehr Räuberleiter. Ausrüstung: Nasenklammer für die Jauchegrube.
Zum Lob des Buchs und der Autoren zitiere ich mich selber, April 2008 irgendwo da unten.
Arbeit an P-Buch schreitet voran, dritte Deadline naht. Ich bin keine Autorin, mir fällt nichts ein. Aber an Anderer Texte herumfeilen ist eine schöne Arbeit, vor allem, wenn die Autoren so entspannt auf das Genörgel reagieren. Merke: Bei guten Texten gibt es nicht weniger zu nörgeln, das Nörgeln setzt nur weiter oben an, quasi am Hillary-Step. Auf den Gipfel lässt man die Autoren dann allein und zieht sich bescheiden in sein künstliches Flaschensauerstofflager zurück.
Ein Eis für die tapfer gepaddelten Mädchen, ein Getränk für mich, dann Rückfahrt von Paderborn-Sande nach Bonn. Kanusport ist Motorsport. Verkehrswegen den Tatort verpasst. Habe ich was verpasst?
Ob ich ihm schon was zu lesen geben könne. Er kennt die Aufschiebe-Terminologie und gibt mir eine Deaddeadline eine Woche nach der Deadline, die wiederum einige Tage Vorlauf für Verbeserungen haben sollte.
Ich sehe zum ersten Mal so deutlich die paar grauen Haare in ihren Schwarzen. Haare werden überbewertet. Keine Haare auch?
Seit die Vier zur Schule geht, könnte mein Arbeitstag um acht Uhr beginnen. Ich stelle sie um 7.25 Uhr an der Bushaltestelle ab und schiebe sie mit den anderen Kindern aus der Nachbarschaft in den richtigen Bus. Meine innere Uhr tickt anders.
Die eher als blödsinnig empfunde Idee, ich solle ein Buch schreiben, war ja nicht von mir. Schreiben soll ich aber selber. #Silbertablett
Die kleinen Kajakfalten zwischen ihren Augen sind weg. Wasserstrahlen jetzt. Ich fühle mich nasskalt verstanden. Was für ein Spaß!
Im frohen Zukunftshof wirkt der Grillreinigerschaum ein, der Apfel hängt am Strom, meine aus 14 Pet-Flaschen hergestellten Turnschuhe lüften. Heute abend Test isländischer Schokoriegel und Amateur-Fußballgucken. Schnell noch tippen, irgendwo im Internet wird es doch wohl einen elektronischen Würfel geben Aha: Online-Würfel.
Den Mohnjoghurt mische ich mir jetzt selber. Es gibt inzwischen auch gequetschten Mohn im Handel, wenn man das Tütchen zuklippt und in den Kühlschrank stellt, geht’s schon. Mohn wird ja schnell ranzig. Noch ein bisschen Obst und rohen Rohrzucker rein.
Im Hallmackenreuther am Brüsseler Platz trifft sich offenbar die digitale Bohème Kölns, die besetzten Tische sind am späten Dienstagvormittag aufgeteilt unter jungen Männern mit Apfelcomputern und jungen Frauen mit Babies. Weiterlesen »
T: Im Reisebus nach Malgeac am Allier gefahren. Schlammiger Campingplatz, bescheuerte Reisegruppe, was soll ich da? Bevor ich wenigstens ordentlichen Käse und ein neues Boot kaufen konnte aufgew
General-Anzeiger: Sonderbeilage zum 75. Geburtstag der Köln-Bonner-Autobahn. Dabei wurde die 1932 eröffnet. Was die Leute immer haben mit dem Hitler, nicht einmal die Autobahn hat er erfunden, der Versager. Das war der Oberbürgermeister von Köln, der Herr Adenauer. Weiterlesen »
Aufschieben, aufschieben, einen Grund gibt es immer. So schiebe ich meinen nächsten Lesemaschinenbeitrag auf, weil ich mich nicht für einen Text entscheiden kann. Kathrin Passig empfahl mir die Auswahl nach “Bechdel’s Rule” zu treffen. Leider nach Wochen noch keinen Text gefunden, der vor The Rule besteht. Vorgabe: Es kommen zwei oder mehr Frauen vor, die sich über etwas anderes als einen Mann unterhalten. Ich erweitere, damit das nicht nach Lesbenregel aussieht: Auch nicht über eine Frau, aber Texte mit Frauenliebe gibt es offenbar ebensowenig wie Texte mit Männerliebe, also egal. Männer unterhalten sich auch mal über den Weltraum (Herrenhuther, “Diesseits des Jan-Wellem-Gürtels”) oder über… Frauen?
Kathrin Passig: “Sie befinden sich hier” (2006) (Unter der Prämisse, dass Held eine Frau ist, erfährt man, dass sich “ich” und “Anne” im Supermarkt gegenseitig seltsame Markennamen vorgelesen haben. Auch gut. Die eine bringt die andere nicht aus Eifersucht um.)
Thomas Melle: “Nachtschwimmen” (2006) (zwei junge Frauen unterhalten sich über die Brustverkleinerung der einen) – Eine Geschichte, die mir gut gefiel, ich nehme an, sie ist in dem neuen Buch Raumforderung. Erzählungen enthalten.
Simona Sabato: Beginn eines Romans (2004, bisher nicht erschienen) (Verrückte)
Susanne Fischer: “Zuckerwatte und Gesang” (2003) (lauter Verrückte, ein Frauengruselschocker)