Kategorie: Auslese-Blog


Gedanken beim Anblick eines Schmorgerichtes, mit dessen Vorbereitung ich schon gestern abend begann:

17. April 2007 - 19:39 Uhr

Ab welchem Alter überholt der Tod eigentlich den Krebs, ich meine: Wann darf man mit dem Ruß-Essen anfangen?

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Komm, lass uns Baader-Meinhof-Bande spielen

30. March 2007 - 16:54 Uhr

Als ich klein war, hießen die Terroristen noch Baader-Meinhof-Bande, und so hieß auch das Spiel, das unsere Eltern vielleicht peinlich-staubig “Räuber und Gendarme” genannt hätten. Es beinhaltete, dass der Terrorist (”Ich bin Baader und Du Meinhof”) einem chancenlosen Opfer auflauerte und statt “Päng” das modernere “Rattattattatta” brüllte. Konspirative Gebüschhöhlen hatten wir auch. Konspirativ, auch so ein Radio-Wort.

Die Gesichter waren mir vertraut, natürlich, die Plakate in den Postämtern, in letzter Zeit gerne literarisiert. Die Leute sahen normal aus, im Elternalter. Meine Eltern waren ordentlich frisiert, aber das galt nicht für alle ihre Freunde. Die auf den Plakaten schauten vorwurfsvoll, aber wer hängt schon gern im Postamt? Die beste Freundin meiner Mutter sah aus wie eine der Frauen vom Plakat und hieß mit Nachnamen auch so. Weiterlesen »

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Alternde-A-Cappella-Boygroup-Bashing

22. December 2006 - 19:01 Uhr

Karten wegschmeißen wäre ja auch doof gewesen, und die Zwei war glücklich. Kinder dürfen Wi*se Gu*ys gut finden, sogar meine eigenen Kinder. Die Plätze in der Beethovenhalle hatten sie einfach doppelt vermietet, aber die Zwei saß am Gang und konnte was sehen, mir war’s sowieso egal.
Mit dem ersten Lied hatten sie mich sofort wieder erreicht. Denglisch. Oder Denglish. Egal. Herpes. Darin wird sich dann aufgeregt, dass es nicht Toilette sondern McClean heißt oder so. Was für’n Deutsch ist denn Toilette. Miesepetriger vorvorgestriger Sprachreinhaltismus. Genau das, wozu das überwiegend ältere Publikum fußwippen und genau! sagen kann. Genau! Fußwipp! Genau! Weiterlesen »

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Wasndas?

8. November 2006 - 09:54 Uhr

Mit der Vorstellung, dass im Kindergarten junge Kinder Brot heischen, stehe ich erst an der Supermarktkasse hinter einer nicht funktionierenden EC-Karte, dann an der Bahnschranke. SMS tippend. “Schranke zu, dieses Mal wahrscheinlich für immer.” Eine wiederkehrende Vision, inzwischen fängt Madame Buchela im Zeitzeichen an, von Polotik und Kolation zu erzählen. Zeitzeichen, meine Lieblingssendung. So lassen sich die hungernden Kinder noch ein paar Minuten verdrängen.

Grausam ist: Rote Ampel an offener Schranke. Die Kreuzung Ollenhauerstraße/ Olof-Palme-Allee (oder wie die heißt, ich weiß nicht, wie ich jetzt auf Olof-Palme komme, doch nur, weil die Straße so neu ist, dass alles andere schon weg war, aber nicht so neu wie die Petra-Kelly-Allee) ist eine verdammte Fehlplanung.

Gerade im Büro, ruft schon wieder kein Kunde an.
Sondern erneut jemand von “Who is Who”.

Frau: “…einen Interviewtermin ausmachen.”
Sopran: “Ich bin nicht interessiert.”
Frau: “Darf ich fragen warum? Wir würden Ihren Eintrag als Bereicherung empfinden.”
Sopran: “Ich hab da nix von.”
Frau: “Na dann auf wiederhören.”


Falkseidank: Die Straße heißt links Oscar-Romero-Allee und rechts Nahum-Goldmann-Allee. Olof Palme ist Quer dazu am Polizeipräsidium.

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Closer to Tur Tur

29. June 2006 - 14:31 Uhr

Erfahrungen, aus denen ich nicht lerne:

Die Arbeit ist ein Scheinriese.

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Waidmannsheil im Wurfkessel – Bambi muss leben

19. January 2006 - 01:31 Uhr

Vor ein paar Jahren machte er den Jagdschein, nun auch noch die Jagdaufseherausbildung. Das Tier aus der Decke zu schlagen, das macht ihm nichts aus. Ob er schon mal was geschossen habe. “Jede Menge. Tontauben”. Aber die knirschen doch so zwischen den Zähnen. Neulich habe er angesessen, und dann kam das Rehkitz, schaute “dumm wie Brot” unter seinen langen Schlappohren hervor. Der Kamerad, der Barbar, hat dann geschossen um zehn nach acht. Bambi ist tot. So eine hässliche Wildsau sei doch sicher viel leichter zu schießen. Ach nein, sagt er, die sind doch so niedlich, man schießt ja nur die unter einem Jahr.

Hier in Bonn gibt es “Waldau”, Ausflugslokal mit Spielplatz und Wildgehege. Wenn Frischlinge geboren werden, steht es im General-Anzeiger, so war das jedenfalls früher. Dann rief meine Großtante an, um mit uns einen Ausflug zu machen. Waldau lag so zwischen Tante Aenny und unserem Heim. Gestreifte Schweinchen, die sehen ihren Eltern kaum ähnlich.

Was ich wirklich an ihm mag, ist seine Art, völlig unbeirrt davon, dass sein gegenüber längst in die Tischkante beisst, solche Dinge zu erzählen:
In der Rauschzeit werden die beschlagen, und im März werden die gefrischt, die Frischlinge. Im Wurfkessel werden die gefrischt. Dreidreidrei bei Issos Keiler(sic!)ei – die tragen 3 Montate, drei Wochen und drei Tage. Undsoweiter…

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Now that’s what I call a dead parrot.

29. December 2005 - 01:00 Uhr

Haubers Knobbymarkt, Informationsschalter (kein Datum, denn das Gespräch hat nicht stattgefunden).

Sopran: “Guten Tag, ich möchte einen Kauf rückgängig machen”.
Frau: “Ähm, ja, Umtausch?”
Sopran: “Nein, ich möchte das Geld zurück haben.”
Frau: “Haben Sie die Ware dabei?”
Sopran: “—-”
Frau: “Ih, was ist das denn?”
Sopran: “Eine Ratte, erkennen Sie sie nicht wieder?”
Frau: “Aber die ist tot.”
Sopran: “Das macht nichts.”
Frau: “Wollen Sie sagen, die war krank oder was?”
Sopran: “Nein, die hat mein Sohn wahrscheinlich kaputtgepflegt. Oder sich nachts draufgelegt. Weiterlesen »

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Die große Samstagabendshow

6. November 2005 - 21:40 Uhr

Ich sperr mich sonst auf dem Klo ein, damit ich Gottschalk nicht hören muss, Kinder 1 bis 3 und Vater leeren Schüpstüten auf dem Zottenteppich aus.
Gestern schlief die Drei auswärts, die Zwei hatte schon bei den Nachrichten ihr Lockenköpfchen auf meine Schulter gelegt, dann lagen wir Besteckschublade auf dem Sofa, also blieb ich.
Ich mach mal einen Vorschlag zum sorgsamen Umgang mit den Gebühren.
30 Minuten müsste reichen, schließlich geht es ja um die Wetten.
Zwei spillerige Studenten packen die Bamberger Sinfoniker mit Instrumenten in ein deutsches Auto.
Ein achtjähriges Mädchen kann acht verschiedene Farben Tafelkreide am Quietschen erkennen.
Ein übergewichtiger Schweizer bläst in drei Minuten acht Sitzbälle bis zum Platzen (der Bälle) auf.
Ein AOK-Sachbearbeiter aus Großburgwedel ordnet Politikerstrümpfe nach Geruch der Parteiangehörigkeit ihrer Träger zu.
Außenwette: Ein Jungbauer aus Süchteln parkt seinen Radlader auf einem zehn Zentimeter breiten Brett, das auf vier Tomaten steht, von denen je zwei an jedem Ufer der Altmühl liegen.
Saalwette: 101 Dalmatiner aus Memmingen spielen auf der Okarina Music was my first love. (Stargast: Glenn Close)

Nach diesem Muster vier, fünf Konserven drehen, die im Wechsel ausgestrahlt werden.

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Pimp my Moleskine

8. September 2005 - 13:07 Uhr

Moleskine brauchbar wegen Größe, Gummi, gerundeter Ecken, Papier geht so. Jetzt auch im Blockformat. Fehlt: Register.

Tabulatoren (Beispiele aus den letzten 24 Stunden)

flickrbar
Notrufsäulen Haager Weg/Robert Koch, Beethoven/Endenicher, Kessenicher/Droste ROT! gelbe Zelle Adenauer/2.Fährgasse

WDR am Morgen
8.9., 8.45 WDR5 mit dem nuschl zahnl Gerd Ruge über de-russ Chefbeziehg, “Herr Ruge, mal angenommen, Angela Merkel wird Bundeskanzlerin – wie soll denn das aussehen, eine Männerfreundschaft mit einer Frau – -?”

Waswersagt
Frau Kaminzki, Schulpflegschaft: “Die Schulpflegschaft gibt ja auch diese Pampletts heraus, die kosten auch Geld” Pampletts. Pamphlete? Pampers? Pampige Papiere? — Draußen sitzen Nachbartisch, Weiterlesen »

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Flüchtig, nichtig, Papier

11. August 2005 - 13:12 Uhr

Papier ist geduldet, aber oft nur für eine kurze Zeit. Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern – das störte mich in der Lokalzeitungszeit kaum. Einen Vormittag etwas erleben lassen, dabei zusehen, am Nachmittag schreiben, und was nach 17 Uhr nicht fertig ist, kann gleich gelöscht werden. Am Morgen meinen Namen oder mein Kürzel über oder unter irgendwas lesen, froh, wenn wenig gekürzt oder zerredigiert ist. Und übermorgen wird die Altpapiertonne geleert.Das Internet ist viel geduldiger, dachte ich die Tage, als ich die uralte Bachmannpreisseite fand, aus den Anfängen des allgemeinen html. Frames sind out, die vielen Farben, Schriften, Wackeldinger verschwinden. Mehr Inhalt? Und viel vergessener Mist, ich hab mal ein Forum eröffnet, ein kostenloses Gästebuch angelegt – Zugangsdaten verlegt. Irrt das noch durchs Netz? Ich kenne mich einfach besser aus, paddel durch das Mist-Meer und finde immer mehr selige Inhaltsinseln.Da stürzen irgendwo in Frankfurt zwei Computer ab und es sieht für ein paar Tage so aus, als verschwinde ein komplettes Forum für alle Zeit. Schöne Miniaturen, überflüssiges Gezänk, Alltagsgeschichten, Kleine Glücke und Unglücke. Worte, Worte, Worte. Zu manchen Worten kenne ich Gesichter, Stimmen. Ich freue mich über zwei Papierstapel mit ausgedruckten Strängen, drei, vier abgespeicherte Geschichten.Das Internet ist geduldig, geduldet, denn es nervt nicht und nimmt keinen Platz weg. Es ruft nicht an und muss nicht ins Altpapier. Ich komme zu Besuch, wann ich möchte, setze mich aufs Sofa oder gehe ein bisschen im Wohnzimmer umher. Manchmal irre ich durch fremde Flure, bis ich jemanden treffe oder ein Zimmerchen finde, das mir gefällt. Eine Galerie, eine Bibliothek, ein Fotoalbum, einen Freund.Und plötzlich hinter meiner Lieblingstür ins Leere treten?

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