Sopran

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Experimente I

Legale Wachmacher, heute:

Kolanuss, erhältlich in Pulverform. So müssen ungewaschene Dreadlocks schmecken. Ich mische mit Kakao und heißer Milch, nächstes Mal mehr Kakao.

Härtetest: Versuch, ein Buch zu lesen (Hermann Burger: Die allmähliche Verfertigung der Idee beim Schreiben).

Das Buch ist ein Schatz, und nachgetragen eine Frage an Jens Petersen: Ist das ein Burger-Zitat, dass Sie in einem Cabrio durchs Tessin brausen? Falls das überhaupt das Tessin ist.

Bachmann 09 – Memories of Klagenfurt

Der Winkler, ja, der Winkler. Ist ja eine Geschmacksfrage, ob man trauernde Witwen beleidigt, und auch eine Geschmacksfrage, ob man in rot-orange ins Fernsehen geht (und dann auch noch senkrechte Streifen im Hemd), aber mit dem Text hat er’s möglicherweise weniger den Kärntnern gezeigt, als den Kandidaten, die nach ihm dranwaren. Nach der großen Winklerschen Einlullungsouvertüre gab es tüchtig Schläge, diesesmal nicht gegen ein armes alpenländisches Kind, wie bei dem Text, den er selber vor 100 Jahren beim “Bewerb” las, sondern für ein totgefahrenes klagenfurtisches Kind und gegen alle, die da was zu sagen haben. Politisch kann ich dazu nichts sagen, außer dass es in Klagenfurt durchaus Bibliotheken gibt. Aber literarisch. Text erscheint in zwei Wochen bei Suhrkamp.

Karsten Krampitz beim Bürgermeisterempfang: “Mir haben sie die Selbstverbrennung verboten, aber der darf seinen Text essen”. (Esspapier, pah, um den Goetz zu machen, hätte Weiß sich den Text schon in den Arsch schieben müssen).

Momente in Nullen und Einsen: Daniela Strigl zwischen Knödelteller und Backhendl Twitter zeigen. (Auf ausdrückliche Bitte). Read the rest of this entry »

Bachmann 09 – Preisermittlung

Um viertel vor elf verliehen Kathrin Passig und ich den Automatische Literaturkritik Preis der Riesenmaschine an Karl-Gustav Ruch für seinen Text “Hinter der Wand”. Wir hatten Herrn Ruch am Vorabend schon vorgewarnt, er hatte vom Preis noch nie was gehört und erkundigte sich dann, fürchtete wahrscheinlich, dass das sowas ist wie die Goldene Himbeere. Juror Paul Jandl, der dabei stand, war aber im Bilde und klärte den Autor auf, dass der Preis mit 500 Euro dotiert ist.

Preisverleihung Automatische Literaturkritik
Foto: Johannes Puch/ORF

Preisverleihung
Foto: Angela Leinen

Dieses Mal machte der Regen Ernst, ich kam mit nasser Hose zur Preisverleihung und kaschierte notdürftig mit “Kleid-über-Hose”, bitte sagen Sie jetzt nichts, ich mag das so. Karl-Gustav Ruch profitierte über Gebühr davon, Read the rest of this entry »

Samstag, 13 Uhr, letzte Ausfahrt Satanik

Kleinschreibung, courier, Titel:

leben ist anders

Stadler: Jetzt wird ein Text veröffentlich, und zwar: Sowas von veröffentlicht.

… weil der staubsauger kriegt sie da nicht raus

Trennung, und jetzt geht sie zu einer Numerologin. Transzendentale Obdachlosigkeit tippe ich. Ob man das schlechte Deutsch (mehrmals Hauptsatz nach weil) und das pathetisch-kitschige einfach unter Rollenprosa verbuchen kann und sagen: Die ist halt so doof, die Figur? Read the rest of this entry »

Samstag, 12 Uhr, Katharina Born

So. Keine Ahnung. Ich weise aber darauf hin, dass Tochter Alissa Walser auch als Schriftstellerin noch nicht besonders aufgefallen war, bevor sie hier den Bachmannpreis gewann. Elmar Krekeler findet gerade: Schlechter Jahrgang. “Uns gehen die Preisträger aus”, noch zwei Lesungen, aber fünf Preise zu vergeben. Sieht bisher nur Petersen und Sander preiswürdig. Was ist mit Bönt? Auch Volker Hage ernüchtert.

Krekeler: “Linda Stift, mein Ausreißer nach unten, da ist jede Reportage ein Sieg des Journalismus über die Literatur.” Hage: “Achte mehr auf den Stil”, mehrmals passiert, dass ihn wegen des schlechten Stils der Inhalt überhaupt nicht interessiert. Read the rest of this entry »

Samstag, 11 Uhr, Andrea Winkler

Das war das Buch, das ich mangels Greifbarkeiten nicht lesen konnte, “Arme Närrchen”, wo hatte ich nochmal die Närrchen gefunden? In der Oper? Entführung aus dem Serail.

Sie liest: “Aus dem Gras”. Ein Ich. Ein Selbstgespräch. “Ich werde ja wirklich, meine Hand sagen, meine ausgesprochen wirkliche Hand.” Nach den ersten drei Sätzen möchte ich prophezeien: Desaster. Hier: Haareraufen, Seufzen, verzweifelte Suche nach Minuspunkten. Auf diesen Fall sind wir nicht vorbereitet. Read the rest of this entry »

Samstag, 10 Uhr, Gregor Sander

Walter und Josef, prima Namen. Schleuseninsel, Wasser, Fischer, das ist schon mal gut. Normale Leute mit normaler Arbeit. Fischer ist bestimmt irgendeine schwere Metapher, aber was soll’s. Fische sind andererseits wieder so 2006. Angelika Overath (lebende Fische) und Norbert Scheuer (tote Fische).

Sympathisch übernächtigt wirkt der Autor, wir dagegen begannen den Abend schon gegen 17 Uhr, da ist es natürlich nicht schwierig, taufrisch beim zweiten Tönen der Fabriksirene hier einzulaufen. Wir sind hier eben intensiv gefilmt worden, ich sollte mich noch etwas vorbeugen, damit ich mit im Bild bin. Anders als gestern waren sie aber nicht so indiskret, direkt auf den Bildschirm zu halten (was mach ich bloß auf? Wikipedia?) Read the rest of this entry »

Freitag, 14 Uhr, Andreas Schäfer

Ich sitze wieder tief in meiner Sympathiehäschengrube, Andreas Schäfer sieht aus wie mein Bruder, ist etwa so groß wie ich, was nicht sehr groß ist, und ich habe von ihm ein auch voll sympathisches griechische-Familie-Buch gelesen. Leider Spiegel im Portrait.

Jetzt hatte ich wirklich große Angst, es ginge wieder um den bekannten Beziehungskrisenkatalysator Urlaub, aber der Mann ist beruflich unterwegs, Pilot. Lernen wir jetzt etwas über das Pilotenleben? Das wäre gut. Sohn gestorben, alle sehr teilnahmsvoll. Read the rest of this entry »

Freitag, 13 Uhr, Jens Petersen

Erstaunlich, dass er keine Zahnbürste hat, die beiden aber mit Tabletten, Morphium und Einwegspritzen gut ausgestattet sind. Eine Zahnbürste klauen kann ja nicht so schwierig sein. “… lauscht dem Schwingen der Schleimfäden in seinen Bronchien” gefällt mir. Mehr Medizin, mehr Krankheit, mehr Auswurf! Kurz: Mehr Dr. House, aber da sind wir hier im falschen Text.

Wie kann man Mendelssohn nicht mögen? Wenn ich weinen muss vor Glück ist es immer Mendelssohn.

Ich bin so voreingenommen, weil ich will, dass es mir gefällt. “Die Haushälterin” gefiel mir von allem am Besten, was ich zur Vorbereitung las. Read the rest of this entry »

Freitag, 12 Uhr, Karl-Gustav Ruch

Viel Musik, Italienisch, Spanisch.

Zeile um Zeile mit Operntexten füllen, so kann man’s natürlich auch machen. Und wenn’s nicht gefällt auf Alfredo und Orfeo schieben. Banausen. Schreiben über Komponieren und über Schreiben und über Nachbarn. Clemens Setz im vorigen Jahr zum selben Lesetermin auch jede Menge Nachbarn, und da enden auch schon die Gemeinsamkeiten. Ich kann da sehr schlecht zuhören, auch sind die Ablenkenden hier im Internet LEGION. Was allein drüben im Chat los ist. Read the rest of this entry »