Kategorie: Bachmann ’09


Freitag, 11 Uhr, Ralf Bönt

26. June 2009 - 10:10 Uhr

Hat alles fett gedruckt, ein Ausdruck der eigenen Wichtigkeit?

Herr Bönt hat mich gestern beim Bürgermeisterempfang ausführlich über die Entstehung des Porträts informiert. Es handelt sich bei dem Lokal nicht um eine Galerie, sondern um das Atelier seiner Frau.

“Am Anfang war die Stille.”

“Ich bin die Erregung.”

Ist das schon aus dem Faraday-Roman? Als Hamburg 100.000 Einwohner hatte. Warum ein Eisberg nicht untergeht. Weiterlesen »

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Freitag, 10 Uhr, Linda Stift

26. June 2009 - 09:55 Uhr

Menschen drücken einem Schlepper einen “schmalen Quader aus Banknoten” (= Bündel Geld) in die Hand und steigen in einen dunklen Lastwagen. Von allzuweit her sind die nicht, denn sie essen Salami und Ziegenkäse. Müsste ja irgendein Nicht-EU-Land sein. Sie wollen nach Österreich. Albanien? Sie schreibt in der “wir”-Form, das ist selten und gefährlich, denn der Erzähler wird beliebig, eine Mischung aus allen üblichen auswandernden Ausländern. Weiterlesen »

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Donnerstag, 14 Uhr, Christiane Neudecker

25. June 2009 - 13:51 Uhr

Christiane Neudecker, vorgeschlagen von Meike Feßmann.

Große Frage: Hat sie dieselbe Klamotte für die Lesung an, in der sie im Video die Treppe hinuntergekommen ist? Schwarzes T-Shirt, Kette mit rot, das stimmt. Roter Rock? Kann ich nicht sehen. Tänzerin, Computer. Technischer Zierrat. “Dann fällt sie. Sie fällt. Ihr Sturz ist choreographiert”. Und was macht der Ich-Erzähler am Computer? Neudecker hat vorher gesagt, dass der Ich-Erzähler ein Mann ist. Sollte man das nicht aus dem Text lesen können? Weiterlesen »

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Donnerstag, 13 Uhr, Bruno Preisendörfer

25. June 2009 - 12:27 Uhr

Bruno Preisendörfer, Aschaffenburg, weiches R, angenehme Erscheinung, grauer Anzug, weißes Hemd, stand hier vorher angenehm angespannt herum, freundlich. Eingeladen von Ijoma A. Mangold.

Die Dinosaurier starben aus, weil sie zu fett für Sex wurden: “Sie mochten es nicht, wenn bei der Liebe die Erde bebte.”

Ziemlich behäbig, onkelhaft witzig. Warum ein Clown? Ich habe eine Clownallergie. Und, wie schon mal bei Preisendörfer, eine Allegorieallergie. Weiterlesen »

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Donnerstag, 12 Uhr, Karsten Krampitz

25. June 2009 - 10:56 Uhr

Karsten Krampitz supersympathisch, auch hier am Ort. Hat auch die gleichen Klamotten an. Eingeladen von Hildegard E. Keller.

Heimgehen

Hat zuletzt was über Pastor Brüsewitz gemacht, und jetzt Pastor i.R. Schwenke. Schwenke hat sich verbrannt, also wirklich Brüsewitz. Mh. Mhmh. Aber gut: DDR. Sehr lebhaft vorgelesen, aber der Ton gut getroffen, der ostige Ton. Alter Mann. Ein langer Monolog des pensionierten Pastors Schwenke. Es geht mir wie mit dem Buch “Der Kaiser vom Knochenberg” (“wie biste denn daran jekommen?” fragte Krampitz mich gestern), Weiterlesen »

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Donnerstag, 11 Uhr, Philipp Weiss

25. June 2009 - 10:08 Uhr

Philipp Weiss, Wien, geboren 1982, eingeladen von Karin Fleischanderl, nichts zu lesen gefunden, es gab nur “Egon”, irgendwas mit Kunst und Text.

“Blätterliebe”

Schreiben über Schreiben. Autor trägt ein grünes Hemd und sieht wahrscheinlich sehr gut aus. Angestrengtes, anstrengendes Schreiben über anstrengendes Schreiben. Diesen Text würde ich wegen des Themas sofort wegliegen, aber es lockt unten auf der ersten Seite das Wort “Notaufnahme”, Nachtschichtärzte, Tagschichtärzte, Nachtschichtschwestern, ich folge also noch ein Weilchen, könnte sein, dass Blut fließt, dass seltsame Krankheiten vorkommen, aber nein: Der Ich-Erzähler bekommt seine Tage, ihm ist übel, und er hat Unterleibskrämpfe. Weiterlesen »

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Donnnerstag, 10 Uhr, Lorenz Langenegger

25. June 2009 - 09:45 Uhr

Lorenz Langenegger, eingeladen von Alain Claude Sulzer.

Protagonist: Viktor.

Hauptdarsteller: Eine Parkbank.

Irritation: Ein Paket, eine Uhr

Meine Frage an den Text: Wird irgendetwas passiert?

Alles indirekte Rede.

Mein Eindruck: Ich habe diese Geschichte (Kauz, einsam, Parkbank) schon zigmal gelesen. Wird etwas passieren?

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Bachmann 09, Vorabend

24. June 2009 - 19:56 Uhr

 Um zwanzig nach vier am Morgen beschlossen, das Bett zu wechseln, in Bonn aufgestanden und mich kurz vor neun in Klagenfurt wieder schlafen gelegt. Dazwischen den Lockrufen von Taxifahrer I widerstanden: “Ist doch viel bequemer, wenn ich Sie bis zum Flughafen fahre, ich mache 10% Rabatt”, nein, nein, Flughafenbushaltestelle reicht, für 70 Euro bequemer, das geht schon. Gegen fünf lösten die ersten Linienbusse die letzten betrunkenen Abiturienten ab, und schon kam der Bus. Flog aus der Sonne in den Regen, und das ist nun wirklich neu: Kein Badewetter, wir werden die ganze Zeit den Lesungen lauschen müssen.

Taxifahrer II betrieb im Auto zugleich die Zentrale, griff abwechselnd nach den beiden Handys zwischen Lenkrad und Tacho, gab die Buchungen dann per Funk weiter. Drei Monate im Jahr sei er hier, sonst in Thailand, und dann so ein Wetter.

Die Autoren sind ungewöhnlich klein in diesem Jahr.

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Bachmann 09 – Linda Stift

12. June 2009 - 11:14 Uhr

Linda Stift, geboren 1969, Lektorin, Österreich. Amazon. Leseprobe. Liest zehn Seiten vor. Der Vorstellungsfilm ist vom ORF, Labyrinthe etc., das Übliche: Nach einer Seite weggehen und von der anderen wiederkommen. Schicke Dachwohnung mit modernem Kamin, iMac. Ja, ich träume auch immer davon, noch Zimmer zu finden. Am Ende Spiegellabyrinth. Siehe auch Satanik: Alles voll mit Spiegeln.

Angefangen: Kingpeng. Bruder und Schwester leben zusammen, betreiben einen kleinen Partyservice und berichten offenbar abwechselnd. Schließe ich daraus, dass das 1. Kapitel aus der Sicht der Schwester Kinga Weiterlesen »

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Bachmann 09 – Christiane Neudecker

10. June 2009 - 15:23 Uhr

Kandidatenübersicht

Christiane Neudecker, eingeladen von Meike Feßmann, Theaterregisseurin, geboren 1974 in Nürnberg, sagt ORF, Wikipedia sagt Erlangen. Amazon. Facebook. Leseprobe.

Hat ihren Vorstellungsfilm offenbar mit Freunden selbst gebastelt, Bachmannlesen als Boxkampf, von mir bekäme sie einen Sonderpunkt, weil sie als einzige einen uncoolen Windows-Rechner in die Kamera hält. Die Boxsache ist albern, aber doch nicht so albern wie die meisten 3Sat-Filme (Spiegel, Labyrinthe, Eisenbahnbrücken…), dafür lustig, alberner aber die Schattenbox-Performance am Schluss.

Ich lese In der Stille ein Klang: Erzählungen und möchte als ersten Eindruck lobend erwähnen, dass es da Menschen mit Berufen gibt (Autogeräuschdesigner) Weiterlesen »

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