25. June 2006 - 00:12 Uhr
5
März (2003 Inka Parei/Bachmann und Publikum und Feridun Zaimoglu/Jury, 2005 Anne Weber/3 Sat, 2006 Angelika Overath/Willner)
4
Rakusa (2004 Uwe Tellkamp/Bachmann, 2003 Farhad Showgi/3Sat, 2005 Sascha Stanisic/Publikum, 2006 Bodo Hell/Telekom Austria vormals Jury)
3
Spinnen (2005 Thomas Lang/Bachmann, 2004 Arne Roß/Jury, 2004 Simona Sabato/Willner)
Radisch (2005 Julia Schoch/Jury, 2004 Guy Helminger/3Sat, 2006 Norbert Scheuer/3Sat) Weiterlesen »
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24. June 2006 - 11:23 Uhr
rief mich im Anschluss an Kathrins Lesung an, um ihre Ekstase zu ventilieren. Mein Telefon war an und auf laut.
Sie hatte mich im Fernsehen gesehen, ich hockte verzückt und stolzgeschwollen vor der ersten Reihe und knipste herum. Ich brauche mich weder zu bremsen, noch brauche ich was zu schreiben über den Text.
“sopran grient vor Begeisterung und Wohlwollen. Süß” schreibt jemand in Berlin in ein Internet hinein.
Detering fing an, um ENDLICH zu sagen. Wenn sie auch noch wüssten, wie sehr das alles Kathrin ist.

Ich brauch gar nichts zu schreiben. War eh gut. Fand die Jury auch, mit vorsichtiger Ausnahme von Karl “Dasabermakaber” Corino. Sein Fazit: “Der Text wird hier trotzdem seinen Weg machen”.
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24. June 2006 - 02:44 Uhr
heißt der Igel in Brodowskys Milch Holz Katzen, auf der Fahrt aus der Stadt zum Schlosshotel traf ich einen, Fotos morgen. Schlosshotel klingt more glitzy than ist, die Güterzüge fahren durchs Schlafzimmer, die Einrichtung ist Restjugoslawien.

Ich möchte an dieser Stelle davor warnen, von mir noch irgendwelche sinnvollen Analysen zu Texten zu erwarten. Dies ist Urlaub, ich treffe ein paar Menschen, die für Klagenfurt vorsichtig das Internet verlassen haben, es gibt Bier, Fußball, Strandbad, Weiterlesen »
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23. June 2006 - 16:40 Uhr
Hanno Millesi wird in seinem Filmchen mit Selbstverständlichkeiten angepriesen. Er feilt am Text, er recherchiert, er nimmt seine Umgebung wahr, er findet seinen Stoff in dem, was Leute erzählen und was er in den Medien sieht. Sehr besonders.
Wochentagsüber ist der Titel, ist das idiomatisch? Wenn nicht, ist es hübsch ausgedacht. Die Geschichte kommt mir irgendwie Wolfdietrich Schnurre vor, der Ich läuft tagsüber durch den Park und sinniert über die Vögel, damit den Eltern nicht auffällt, dass er von der Schule geflogen ist, dann stellt sich heraus, dass der Vater auch nicht mehr in die Bank geht und eine ähnliche Legende pflegt. Nett, ein Topos, tausendmal geschrieben, macht nichts. Weiterlesen »
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23. June 2006 - 15:19 Uhr
hat mir mit “Milch Holz Katzen” ganz gut gefallen, halb- bis eineinanderthalbseitige Texte, die sich mit Wänden, Igeln, Sachen befassen. Es ist überhaupt nicht schlimm, wenn jemand sich keine Handlung ausdenken mag, dann tut er es halt nicht und schreibt so, wie er kann.
Für Klagenfurt hat Brodowsky sich eine erblindende Fotografin ausgedacht, das ist so “Liebende von Pont Neuf”, so Beethoven so alt und lahm und schade. Ich stellte ihn mir nach Milch Holz Katzen vor als Autor, der zügig was schreibt und dann nur noch kürzt, kürzt, kürzt, und das ist gut. Sollte er bei bleiben, lieber Igel.
Umgekehrt vielleicht bei Clemens Meyer, der hier ziemlich polterig auftritt. Er war gestern Abend im Scotch Club und trägt zu eseinen bunten Tätowierungen ein demodées Hemd in einer Farbe zwischen Lachs und Citron. Ich habe das Buch noch zu Hause bis etwa zur Mitte gelesen und fing dann an, eine Entwicklung zu vermissen. Er schreibt sehr raumgreifend und tritt auch als Person so auf. Soll sich so ein Autor darauf einlassen, einen Halbstundentext zu schreiben?
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23. June 2006 - 15:13 Uhr
wurde von Detering eingeladen. Detering ist Vater geworden oder es steht bevor, anders ist das nicht zu erklären. Ein ironiefreier Schwurbel über die eigene Vaterwerdung, ich vermute, P hat nur ein einzelnes Baby, keine Zwillinge, das ist dann die fiktionale Komponente, und wahrscheinlich kann er selber gar kein Heideröslein singen, würde es aber gern können.
Ich gehe nach den ersten Sätzen hoch ins Theater, weil ich die fassungslose Gesichter sehen will, Julies gehört dazu, aber das bleibt vorsichtshalber unten sitzen. Im Publikum ein paar vollreif gebärfähige Frauen (also mutmaßlich Mütter), die irgendetwas suchen, in das sie beißen können. Weiterlesen »
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23. June 2006 - 09:33 Uhr
Sopran: Paralysiert
Neun Uhr nach dem Bürgermeisterempfang schon arg früh. Michaela Monschein hatte den Empfang heuer auf den Donnerstag vorverlegt, damit keiner der Autoren sich am Abend heimlich für die Lesung schonen kann. Führt auch zu mehr Gerechtigkeit, weil die Jury schon am zweiten Morgen benebelt ist.
Ungeduscht auf dem Hotelbett versuche ich am brüchigen Internet die Lesung von Claudia Klischat zu verfolgen, geht aber nicht. Schade, von dem, was ich gelesen hatte, gefiel mir ihr Buch am besten.
Statt im Rathaus fand der Empfang ein paar Kilometer bergauf im Schlösschen statt, sehr üdillisch, der Shuttlebus fuhr schon um eins zurück, aber wir waren leider mit dem Fahrrad da, und Getränke gab es auch noch. Nach Kaffee und Waldabfahrt dann einerseits unentschlossen, andererseits wach genug für eine Dosenbierparty (Strigl-Bier) am See. Rüberwehung der 80er 90er Vorhersehbarstertanzmusik, wohl von der After-Show-Party für Montserrat Caballé.
Und jetzt versuche ich nochmal, Verbindung zur Diskussion über den Text zu bekommen.
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22. June 2006 - 17:27 Uhr
Andreas Merkel, blödes Schriftbild, so Schreibmaschine, Blocksatz. Blocksatz muss sich bei mir ziemlich anstrengen, vor allem, wenn ich das Buch schon schlecht fand.
Text besser als “Das perfekte Ende”, aber immer noch nachlässig, das und dass verwechseln, und “der drathige Marathonläufer”, sowas will ich in Klagenfurt nicht hören. “…um sich danach sofort durch die Haare zu fahren, was ihn allmählich verrückt machte”. Nicht erkennbar, ob verrückt-geil oder verrückt-genervt. Der Text (Subjekt!) lief auf verrückt-geil zu, aber der Merkels Tonfall war verrückt-genervt.
Normale Leute, Computerbusinessmittelstand, ok, auch mal schön, aber doch sehr, sehr langweilige Leute.
Gabriele Meinhard, Julia Meier-Hennrich: Namen wie von Loriot.
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22. June 2006 - 16:25 Uhr
Kevin Vennemann liest Absätze zwischen Punkten, also irgendwo mittendrin, manchmal wirkt es, als wundere er sich über seine Sätze, hab ich das wirklich geschrieben, wie geht dieser Satz weiter?
Ich bin aber unaufmerksam, Ghana führt 1:0 gegen USA, genau das habe ich gewürfelt, aber es sind noch knapp 70 Minuten zu spielen, für Vennemann höchstens noch drei oder vier, Ghana jetzt das Ergebnis halten, hört einfach auf und geht einen trinken, was trinkt man in Ghana?
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22. June 2006 - 15:40 Uhr
Am Flughafen Klagenfurt traf ich Nathalie Balkow, die aus dem selben Flugzeug stieg, Wetter ist Waschküche, optimale Betriebstemperatur.
Juliette saß auf einer Stufe vor dem Theater, man händigte mir im Tagungsbüro eine Tasche aus und einen Anstecker, auf dem “wahrer Name” Weblog steht. Ich entschuldige Juliette, sie muss sich erst irgendwo ausloggen, um sich hier im Pressezentrum wieder einloggen zu können.
Es ist keine Schreibmaschine da.
Frau Overath hat sauber über Fisch recherchiert, könnte ja sein, dass Ebel in seiner Jugend Aquarianer war oder später wurde.
Nüchtern: “Wenn die Aquarien größer werden, dann läuft nichts mehr”. sic. (um mal sic zu sagen)
Wenn sie sich den Nemo-durchs-Klo-spül-Quatsch gespart hätte, hätte ich noch besser hingehört. Burkhard Spinnen hat was über Fische gelernt und ist auf den Roman gespannt.
Ich bin gespannt, ob dieser Aquarianer der erste einer langen Reihe von Randständigen ist. Von Frau Klischat erhoffe ich mir eine schöne Psychose. Vor zwei Jahren gab es einige Bekloppte, im letzten Jahr war Amnesie- und Synästhesie dran. Dann lieber richtige Bekloppte, die sind medizinisch schlüssiger.
Spinnen nennt sie Kauz. “Modelleisenbahn liquid und vivid”.
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