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Kategorie: sopran lässt singen


Meine dritte Entführung

17. Juni 2009 - 12:32 Uhr

Die erste “Entführung aus dem Serail” sah ich 1988 an der komischen Oper in Berlin, Inszenierung Harry Kupfer. In der Pause Rotkäppchensekt. Alles so schön bunt! Ein paar Jahre später in Bonn, auch alles so schön bunt, Bassa Selims Palast war ein waldorfrunder Klumpen, wenn ich mich richtig erinnere.
Oper Bonn, Decke in der Caféteria
Das Bonner Opernhaus, früher Stadttheater, ist ein Architektonisches Schmuckstück, dass bei Nacht aus der Skyline wie eine bonbonfahrbene Steppdecke herausstrahlt. Es hat dort auch mal gebrannt vor Jahre, aber das hat leider nicht zu weitreichenden Renovierungen geführt. Das Publikum ist mit dem Gebäude gealtert, nur die Schulklassen, die sind immer gleich. Weiterlesen »

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Tatort: Schatten der Angst (hr)

6. April 2008 - 21:34 Uhr

Die Italienerin in Istanbul-Ehrenfeld (statt Algier) überzog, aber weil Susanne Blattert als Cuddy von Dr. House auftrat und die putzige Anna Virovlansky wie immer ausgesprochen nun ja putzig halt war, verzieh ich und holte mir den Tatort später aus der Konserve.

Der Tatort beginnt mit dem ersten Satz der Mondscheinsonate von Beethoven. Und mit einem Mord auf dem Parkplatz des “Marktkauf” - Türke wird von Transit überfahren. War das ein Transit? Aber hej: Ich kann ja zurückspulen! Ja, graublauer Transistor. Bei einer Verfolgungsjagd wird zeitgleich ein silberner Wagen (Limousine, um das schöne Wort mal zu gebrauchen) von einem Streifenwagen in einen Lastwagen getrieben. Weiterlesen »

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Geduld…

24. Februar 2008 - 21:23 Uhr

Ich sah der analogen Bohème bis 20.20 Uhr beim Sterben zu, man wollte dem etwas tumben Rodolfo zurufen: Nun geh’ schon zu ihr, deck sie zu und halte ihre eiskalten Händchen, Dir bleiben nur noch ein paar Minuten; aber er wollte es nicht wahrhaben.

Immerhin konnten sie ein Drama verfeuern, mit einem MacBook ist das schwierig.

(Tatort folgt. Habe den Aufnehmer programmiert und werde ihn nach 21.45 Uhr hier an bekannter Stelle auswringen.)

Wegen Schlafüberwältigung, unmittelbar bevorstehender, muss der Tatort auf Bebloggung warten. Und zwar bis

  • morgen
  • ultimo
  • Sanktnimmerleinstag
  • er schwarz wird
  • Godot kommt

(z.Zt. wahrscheinliche Variante: Heute abend. Auch wenn’s dann keiner mehr lesen will. Habe Grippe. Vielleicht lieber einen Dr. House-Besuch stattdessen, am Samstag traf die zweite Staffel ein. Lohnt der Tatort?)

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Les mots les mots

23. März 2007 - 11:31 Uhr

Oben in Saint Denis liegt noch Schnee, auf 520 Metern. Auf France Musique eine dieser wunderbar redundanten Labersendungen, dieses Mal über unterschiedliche Besetzungen bei der Aufführung von Bachkantaten. Gerhard Schmidt-Gaden und der Tölzer Knabenchor, Gardiner und die Cantata Pilgrimage, die Wasserwaage- und Senkblei-Austarierten feinen Japanerstimmchen des Bachkollegiums usw. “Les mots, les mots, les mots” seien bei dieser Art “très important”, dann ein Ausschnitt, ich murmle: Man versteht NICHTS, les mots les mots, und der Sprecher unterbricht und sagt: “Ah on ne comprend RIEN”. Ich harre des Herrn. Isch arre däs ärrn.

Wenn man als einzige Musik nur Bach hören dürfte, wäre das wirklich eine große Einschränkung?

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Alternde-A-Cappella-Boygroup-Bashing

22. Dezember 2006 - 19:01 Uhr

Karten wegschmeißen wäre ja auch doof gewesen, und die Zwei war glücklich. Kinder dürfen Wi*se Gu*ys gut finden, sogar meine eigenen Kinder. Die Plätze in der Beethovenhalle hatten sie einfach doppelt vermietet, aber die Zwei saß am Gang und konnte was sehen, mir war’s sowieso egal.
Mit dem ersten Lied hatten sie mich sofort wieder erreicht. Denglisch. Oder Denglish. Egal. Herpes. Darin wird sich dann aufgeregt, dass es nicht Toilette sondern McClean heißt oder so. Was für’n Deutsch ist denn Toilette. Miesepetriger vorvorgestriger Sprachreinhaltismus. Genau das, wozu das überwiegend ältere Publikum fußwippen und genau! sagen kann. Genau! Fußwipp! Genau! Weiterlesen »

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Zauberflöten am laufenden Band

12. November 2006 - 12:25 Uhr

produziert die Bonner Oper. Die erste sah ich 1979. Gestern schickte die Zeitung die Aushilfskritikerin zur dritten Wiederaufnahme der Inszenierung von 1996. Ich solle auf die Königin der Nacht achten, die sei neu. Ich will die Adele von neulich noch mal hören.

Während der Ouvertüre versuche ich, mir die Bildchen im Hintergrund zu merken, ich spiele “Am laufenden Band”, vielleicht wird diese komische Zielscheibe noch mal wichtig sein, oder der rote Schuh. Ich schließe die Augen und repetiere: Dreieck mit Auge, Maurerkelle, roter Schuh, aufgeklappte Schachtel mit Kugel, Löwenkopf, Totenschädel, Bogen, Kescher, Schlange, Panflöte, Querflöte, ovales Bild mit Frauenkopf, Weiterlesen »

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O je, o je, wie rührt mich dies, o je, o je, wie rührt mich dies…

14. März 2006 - 14:30 Uhr

Ohrwurm.
So süß, die Adele.

(Die Musik - kennt jeder - total unpassend zum Text, NIEMAND ist gerührt, und die kranke Tante gibt es gar nicht. Alles besser als “Macht des Schicksals”.)

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Tatort #624 “Feuerkämpfer” (Dr. Specht)

12. März 2006 - 23:57 Uhr

Dieser Tatort wurde Ihnen präsentiert mit freundlicher Unterstützung des Väteraufbruch e.V.

Ich kam erst zur Halbzeit, weil ich bis halb neun mit dem Mann in der vielgeschmähten Bonner “Fledermaus” war. Ich mein sonst nicht so arrogant-sexistisch herum, aber: Zeige mir Deinen Opernchor und ich zeige Dir, wie spießig Du bist, Du kleine Stadt. Hübsche Fusselteppiche und bezaubernde Adele.

Wenn der Brandstifter schon nicht wie üblich Feuerwehrmann ist, dann wenigstens der auf den Feuerwehrmann eifersüchtige Vater. Der voll ungerecht behandelt, Mutter will mithilfe böser Anwältin dem Vater das Sorgerecht wegnehmen (reime ich mir nach der Operette zusammen). Weiterlesen »

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Wenn Musica Antiqua spielt, …

22. Februar 2006 - 22:27 Uhr

… dann kommen Menschen mit Fotoapparaten, die von flickr noch nie gehört haben (beide nicht, Mensch und Maschine)<IMG_2454. und Menschen, die zwei Brillen übereinander tragenIMG_2453.

Reinhard Goebel ist eine coole Sau, ich hätte ihn fast nicht erkannt, weil er keine lustige Brille auf hat. Schweres Ackern gegen die trockene Akustik, sie nutzen ja Naturprodukte, nämlich Darmseiten. Die Pausen zwischen den Sätzen vertreiben uns die Musiker mit Stimmen. Vielleicht kann die Genforschung mal ein Tier erfinden, dass einen Darm hat, der sich weniger leicht verstimmt als der des Schafes. Die so im Bahnhof verlorene Zeit holen sie auf der Strecke locker wieder rein.

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Notizbuch ausleeren: Aus der Kritikertätigkeit

7. September 2005 - 16:06 Uhr

Was die schlechtgelaunte Amateurkritikerin in zweieinhalb Stunden Matthäuspassion auf harter Kirchenbank in ihren Block schreibt (Archiv).

Orchester kann nix sehen, so hört sich auch an
fff ohne Erholung. reicht nicht oben
wohin IMMER zu tief
schon froh, wenn sie überhaupt treffen
solist auf der kanzel (albern)
falsche jahreszeit
dirigiert wie metronom trocken abgerissen linie fehlt zu evangelisch
7 bass gestaltung sprache erholung aus der langeweile
8 blute nur höhe (-) vibrato (-) ungetützt zuviel luft zitterndes zwerchfell
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