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Buchmesse, aus dem Notizblog

Vor zwei Jahren fuhr ich hin, um in der Nähe zu sein, wenn auf dem Katze-im-Sack-Markt das Bachmannbuch angeboten wird. Dieses Mal, um das kleine Bachmannbuch am großen Heyne-Stand zu besuchen.

Kleines Bachmannbuch auf großer Buchmesse

Bis zum nächsten Jahr lerne ich Finnisch. Der nette junge finnische Verleger fragte mich in eine Phase großer Schläfrigk- und Schüchternheit und des Fremsprachenhaderns hinein nach Tipps für einzukaufende deutschsprachige Titel. Mir fiel auf die Schnelle nur Paulus Hochgatterer ein, wohl weil er Glattauer erwähnt hatte, von dem ich nichts gelesen habe. Verwechsle immer die Namen. Bzw. wenn einer Glattauer gesagt hat, fällt mir Hochgatterer nicht mehr ein. Danke, iPhone.

Park & Sleep Messe Frankfurt

Die Buchmesse-Zeitung der FAZ ist in weiten Teilen (vermutlich denen, die erst in der Nacht geschrieben wurden) eine schlechte Bierzeitung. Merke: Allein die Erwähnung der Frisur von Sascha Lobo ist noch keine Pointe. Auch nicht bei vielfacher Wiederholung. Gleiches gilt für die Ohrläppchen von Hubert Winkels. Was kommt als nächstes? Die Ohren von Niki Lauda? Die Haare von Elke Heidenreich? Oder die Hautfarbe von Ijoma A. Mangold?

Penthouse über drei Häuser
P1040919
Nein: Es ist der Anzug von Ijoma A. Mangold (Buchmesse-Faz Tag drei). Nicht nötig zu erwähnen, dass der einwandfrei ist. Dafür wäre ich gerne ein Mann, um bei “Gelegenheiten” einfach auf einen perfekt sitzenden Anzug zurückgreifen zu können. Dann müsste ich nicht so lange überlegen, was ich zur Rowohlt-Party anziehe, um (wie die anderen Autorengestalten) genau so auszusehen, als hätte ich am morgen keinen Moment darüber nachgedacht, was ich anziehe.

“Wenn Sie keinen Alkohol vertragen, sollten Sie es lassen”, sagte ein Mann sehr unfreundlich zu einem anderen. Das war bei einer Happy Hour an einem Verlagsstand. Es fiel auch das Wort “Schmarotzer”, da war ich froh, dass sowieso schon fast alle Häppchen weg waren, als ich kam, trotz der Einladung, die mir noch jemand zugesteckt hatte. “Ich war schon auf der Buchmesse, da gab es Sie noch gar nicht”, ging es dann weiter. Prügel evtl. vor der Halle.

Das Nachdenken über die Partyklamotte war überflüssig, denn die Garnitur lag im Auto auf dem “Park & Sleep”-Platz am Rebstockgelände, und da kam ich zwischen Happy Hour und Rowohlt nicht mehr hin. Um nicht auf gieriges Häppchenstürzen angewiesen zu sein (Würde bewahren), aßen wir vorher ordentlich. Nachher tat es mir fast leid, so sehr satt zu sein, die Häppchen wurden in hoher Frequenz von freundlichen Kellnern angetragen, ich nahm eine Haltung ständigen Kopfschüttelns und Abwinkens ein.

Diese Leute, die zu bekannt sind, Scheck, Heidenreich, Schirrmacher, die haben es auch nicht leicht. Kann man ja mal behaupten, ist man ja nicht der erste, der sowas behauptet. Haben’s auch nicht leicht. Nänä. Heidenreich hat diesen Blick, als sie auf die Party weht, einen “guckt nur, ich guck nicht zurück”-Blick, warum eigentlich? Scheck gleitet wie auf Schienen hinein. “Der ist erst 45″, sagt jemand neben mir, und ich: “Jaha, aber der sieht mit 80 noch genauso aus, und dann siehst Du älter aus”.

Greser und Lenz!

Julia Mantel!

Wenn ich Fest hieße, hätte ich meinen Sohn auch Alexander genannt.
Innenhof, Schirncafé, mit Schirrmacher

Klagenfurt 2010 – Exkurs

Wartet jetzt noch jemand darauf, dass ich über die Texte schreibe? Noch habe ich das vor.

Meine persönlichen Höhepunkte fanden woanders statt als im ORF-Theater, zum Beispiel am Samstagabend rund um das Bachmannschwimmen im Strandbad Maria Loretto. Beschreibung hat Frau Kaltmamsell übernommen, ich habe dem nichts hinzuzufügen, als einen zufriedenen Seufzer. Read the rest of this entry »

Bachmannpreis, 1. Lesungstag

Mir war flau.

<befindlichkeit mode>

Es war gut, wie es war, als ich mir die Sache vom Rand aus anschaute. In diesem Jahr trage ich immer ein ordentliches Oberteil mit mir herum. Wenn mir jemand eine Frage stellt, antworte ich, als hätte er ein Mikrofon in der Hand, das heißt: Bemühe mich, das Ende des Satzes zu seinem Anfang passen zu lassen. Übungshalber. Direkt nach der Landung Hotel, Fahrradleihen, zwei Radiointerviews. Heute nochmal Radio, Fernsehen (für morgen Abend), ungepudert. Read the rest of this entry »

In Österreich ist das Wetter nicht so gut wie hier, hörte ich gestern. In Südfrankreich auch nicht: Mindestens 15 Tote bei Überschwemmungen im Departement Var, vor ein paar Tagen stand Revel komplett unter Wasser, der Marktort in der Nähe von Anderswo. Bestes Brot zu kaufen und lustigste Touristen zu sehen. Love ‘em all, gehöre ja dazu, nur ohne Partnerlookpartner. Read the rest of this entry »

Hinweis:

Die Lesemaschine läuft wieder wie geschmiert!

Mit neuen und alten Autoren, Elektrizität und Klagenfurtvorbereitungen.

Vor-lesen: Peter Wawerzinek: Moppel Schappik

1991 war in Klagenfurt das Jahr “Babyficken”, das Jahr, in dem der erste Text mit Migrationshintergrund den Bachmannpreis gewann und das Jahr, indem sich Karl Corino in der Abstimmung um den Ernst-Willner-Preis “zwischen Diphterie und Scharlach” für Marcel Beyer (Diphterie) entschied. Sein Favorit war Peter Wawerzinek, der in diesem Jahr auf Einladung von Meike Feßmann wieder dabei ist. Feßmann setzt offenbar ganz auf die Karte DDR, spielt also quasi mit zwei schwarzen Bauern. Studiodekor damals: Lila Puzzle. In diesem Jahr ist es blau. Read the rest of this entry »

Wer wen

Moni hat sich offenbar erkundigt und weiß schon, wer wen eingeladen hat:

  • Meike Feßmann: Volker Altwasser und Peter Wawerzinek
  • Karin Fleischanderl: Thomas Ballhausen und Josef Kleindienst
  • Paul Jandl: Dorothee Elmiger und Christian Fries
  • Hildegard E. Keller: Iris Schmidt und Judith Zander
  • Burkhard Spinnen: Daniel Mezger und Verena Rossbacher
  • Alain Claude Sulzer: Christopher Kloeble und Sabrina Janesch
  • Hubert Winkels: Max Scharnigg und Aleks Scholz

Filme sind jetzt auch alle online, nur Iris Schmidt hat sich verweigert. Kann man verstehen. Aus der Mode gekommen: Die Autoren beim Schreiben zu zeigen.

Vor-freuen

Auf Hubert Winkels. Gestern hörte ich seine Büchersendung im Deutschlandfunk. Der hat ja einen ganz bezaubernden niederrheinischen Akzent. Erkennbar zum Beispiel an der besonderen Behandlung des Eu als Öi. Bei Burkhard Spinnen ist das nicht so deutlich.

Vor-lesen: Volker Harry Altwasser, “Letzte Haut”

Ein Nazi-Roman, gerade lese ich auf Seite 216 vom “Rottenführer Grass” und vom “Schützen Walser”.Auf Seite 217 und 218 kam mir der Gedanke, wenn Altwasser jetzt mit Kempowski kommt, hört der Spaß auf – schon erscheint auf Seite 219 der “Oberschütze Kempowski”.  Alle drei waren mit 15 bzw. 17 in den letzten Kriegstagen noch in der Wehrmacht.”Letzte Haut” ist inspiriert von der Geschichte des Richters Georg Konrad Morgen. Read the rest of this entry »

Bachmann 2010 wirft seine Kandidaten voraus.

Interessante Theorien bei Wasweissich.
Update 1. Juni 2010: Jetzt auch mit Videoportrait. In diesem Jahr müssen die meisten draußen herumgehen, wobei mitunter auf die so wichtige Großaufnahme gehender Füße verzichtet wird. Rolltreppen und Spiegel wurden offenbar auf den Index gesetzt, Peter Wawerzinek ist es aber gelungen, trotzdem zerbrochene Spiegel einzubringen, indem er davon redet. Judith Zander  profitierte vom Regenwetter – da sieht man das Mecklenburg-Vorpommersche Ortsschild in einer Pfütze. Mehrfach darf die Automatische Literaturkritik in diesem Jahr den Minuspunkt für Überblendspielereien vergeben. Wer jetzt einwendet, das sei doch alles nicht die Schuld der Autoren, der hat einerseits recht, sollte sich aber andererseits mal das Spiegel-, Gehende-Füße-, Schatten- und Überblendfreie Videoporträt von Aleks Scholz anschauen. Ihr habt es in der Hand, und im Jahr drei der Automatischen Literaturkritik kann niemand mehr behaupten, er habe von nichts gewusst.
Dieses Mal übrigens kein Vertreter einer Autorennationalmannschaft dabei. Die Österreichische verdrängt heuer die sympathischen Siegertypen vom ORF, die sonst gegen die zusammengewürfelte Literatenmannschaft spielen.

Volker H. Altwasser

1969, Greifswald/Rostock, Wikipedia, Elektronikfacharbeiter, Heizer und Matrose, Literaturinstitut Leipzig, Häschenschule 2000, http://www.volkeraltwasser.de/Buch u.a.: Letztes Schweigen.  Ein Abwrackroman wird am Tag nach dem Wettbewerb erscheinen. Schon mal was von ihm gehört, Radiointerview wahrscheinlich, als der Naziroman rauskam. Buch bestellt.

Thomas Ballhausen,

1975, Wien/Wien, WikipediaKritik im Standard zu “Die Unversöhnten“. Schwierig. Mythologie habe ich immer blaugemacht. Im Juli erscheint im Haymon-Verlag “Bewegungsmelder”. Bloggt unter Projekt Berggasse. Leseprobe aus “Geröll”.

Dorothee Elmiger,

1985, Wetzikon/Berlin Read the rest of this entry »