8. Februar 2010 - 15:44 Uhr
Mit der Tatortberichterstattung ist es nun so eine Sache - der neue Chor probt am Sonntagabend, und bisher habe ich es noch nicht geschafft, den Aufnehmer zu programmieren. Echtzeit fällt sowieso weg. Aber wer liest denn dann hier überhaupt noch?
Buch
ist fertiggeschrieben und vom Verlag durchgewunken worden. Sagt sich so locker, tatsächlich war die Arbeit am Ende steinig oder besser: mit großer Steinschlagangst behaftet. Erscheinungstermin jetzt 10. Mai 2010. Dann vermutlich noch viel größere Steinschlagangst.
Zeit für Urlaub: Anderthalb Wochen nach Abgabe fuhren wir nach England zur zweiten Tough Guy-Teilnahme, dieses Mal mit dem Auto, um auch was vom Land zu sehen.
Nun lag dieser gefrorene See ja am Weg zur Umkleidung, aber beim Fotografieren habe ich überhaupt nicht daran gedacht, dass ich gut vier Stunden später da durch schwimmen würde.

Seit dieses England einen nicht mehr so abweisend teuer empfängt, gewinne ich es jedes Mal ein wenig mehr lieb. Gut, Wolverhampton, das wäre nicht nötig. Dafür nahm das dortige Novotel die Schlammspuren am Sonntagnachmittag sehr gelassen. Hoffentlich auch die Badewannenreinigung am Montag. Das ganze Hotel schien ja voll mit diesen Schlammgeschöpfen.
Vorher im Umkleideschober:

Das Rennen selber war noch lustiger als im vorigen Jahr. F. wartete dieses Mal nicht auf mich, sondern ging als 30. Frau ins Ziel, sie hatte also etwa so viele vor sich, wie Pinguin Kathrin und ich hinter uns. Hübsch war der Eisgang, was am Vorabend noch wie eine hauchdünne Schicht ausgesehen hatte, war am Sonntag zu ca. 3 Zentimern herangewachsen, die ersten Läufer mussten erst das Eis brechen, um durch die Gräben zu kommen, ich hatte nur viel verkratzere Beine von den Schollen.
Pinguin wärmt sich auf:

Dieses Mal waren alles Hindernisse offen, ich ließ trotzdem eines aus, aus einer Mischung aus Dusseligkeit und Feigheit, ich trabte den anderen hinterher und merkte erst einige Schlammlöcher weiter, dass ich zu The Dragon Pools hätte abbiegen müssen. Dafür sprang ich aber tapfer vom Dreimeterbalken ins Eiswasser - nach einer Minute Haderns oben. Dachte dann: “Wenn ich jetzt nicht springe, muss ich nächstes Jahr wieder mitmachen”, und es war viel weniger schlimm, als ich dachte. Nur meine orange Perücke muss ich dort verloren haben.
Nachher im Heißgetränkebereich:

Fazit: Noch mehr angehabt als im Vorjahr, und wieder war es nicht zu viel. Unbedingt immer im Kostüm antreten. Nächstes Jahr spielen wir wieder mit. Insgesamt muss aber die Teilnahme von Leuten wie mir ein Schlag ins Gesicht derer sein, die zu Hause erzählen, sie hätten am “härtesten Rennen der Welt” teilgenommen. Sorry, Jungs. Mit der Äußerung “ich laufe nie” ließ sich an der Hotelbar am Vorabend auch nicht recht punkten.
Zweieinhalb Tage blieben dann noch für eine kleine Walesbesichtigung, wir versuchten einen Berg zu besteigen, der sowieso schon zu 80% aus Wasser bestand - bei Schneeschmelze und Wolkenbruch. Und alles ohne Boot! Nachteil an Tough Guy Race wie an Bergsteigen bleibt doch, dass man es nicht im Sitzen machen kann.
4 Kommentare » | Buch und Text, Wasser und Boot
17. Januar 2010 - 21:47 Uhr
Verzeihung: Verpasst wegen Arbeit und Freud’scher Klara-Blum-Verdrängung
Ich bitte um eine Zusammenfassung in den Kommentaren, das sind Sie mir schuldig! Würde ich dann nach hier in den Beitrag kopieren.
Daniol hat Ihre Ehre gerettet, liebe Kunden. Deshalb schiebe ich seinen Tatort-Bericht jetzt mal oben rein:
Daniol
Das war auf jeden Fall ne unfreiwillige Lachnummer. Alle Genreregeln mißachtet (oder wohl eher unbekannt). Gesunder Menschenverstand mißachtet (oder…)
Die Guten in der Scheune (mit durchaus endlicher Munition) ballern ins Dunkel, was das Magazin hergibt und sagen dann oh, Munition alle, Mist. Dann schleicht sich Reto oder wie er heißt raus, ist dort angeblich wahnsinnig gefährdet, und er macht das, um - irrer Trick! - die Scheunentür für die Bösen draußen ganz überraschend zu, ja, zu, du ahnst es nicht, ja, zu ÖFFNEN! Zu öffnen, damit die Klara da mit dem zu überführenden und schwer verletzten Belastungszeugen mit nem Motorrad rausknattern kann. Im nächsten Örtchen angekommen fragt sie einen Mann auf der Straße nicht etwa nach dem nächsten Telefon oder ob er ein Handy hat, sondern nach den nächsten Arzt. Der entpuppt sich dann als Tierarzt und du denkst ha-ha, jetzt kommt die Nummer wie so grandios in Les Fugitives mit dem verletzten Depardieu, aber nix: statt mit dem Hausapparat als allererstes mal den Notarzt zu rufen, wird munter selbst operiert, ganz ernsthaft. Und telefoniert wird dann nicht nach dem Arzt, sondern nach den Kollegen, obwohl da doch irgendwo ein Maulwurf sitzt, man den Ball also, nach drei, vier schlechten Erfahrungen auch mal flach halten und sich erstmal in Sicherheit bringen könnte und beim nächsten Telefonversuch haben die Gauner das Telefon schon abgeknipst und und und. Weiterlesen »
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10. Januar 2010 - 20:34 Uhr
Immer noch bin ich im Süden, und eure Nordrhein-Westfälische Daisy kann sich mal gehackt legen: Hier beginnt Eingeschneitheit schon bei ca. 5 cm Schnee, und hier schneite es von Freitagmorgen bis heute nacht durch. Wenn die nächste Einkaufsmöglichkeit 12 km entfernt ist und “Winterdienst” ein, na klar: Fremdwort ist (wie heißt das auf Französisch?), kann man schon froh sein, noch ein paar Kartoffeln im Haus zu haben und bei Nachbarn zum essen eingeladen zu werden. Hier kann auch nicht die Heizung ausfallen, wir haben nämlich gar keine. Weiterlesen »
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3. Januar 2010 - 20:28 Uhr
Für 90 Minuten verlasse ich meine Schreibklause im frostigen Obergeschoss und ziehen ins frostige Wohnzimmer. Der Fernseher steht etwas schief, denn die neue Antiquität im Wohnzimmer hängt in der Mitte etwas durch. Das betreute Schreiben im südfranzösischen Exil funktioniert bisher ganz hervorragend. Ich könnte ruhig weiterschreiben, sagte man mir, statt in den leeren Kühlschrank zu starren. Nebenan gebe es gleich Magret de Canard.
Der alleinerziehende Vater mit dem behinderten Kind. Scheiße Mann, aus welcher Beethovensymphonie stammt dieser Variationssatz? Nachtrag: Aus der 7., der Apotheose des Tanzes, Satz 2, Allegretto, dort aber höchstens Andante.
Nur hanebüchene Ideen, aber Gehaltserhöhung wollen. Chef böse, Kollegin böse, er am Ausrasten.
Bekloppte Sawatzki hat das neue Augenmake-up “dramatic touch” aus der letzten Bravo Girl ausprobiert. Dellwo jammert über den Kaffee.
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7 Kommentare » | Tatort
31. Dezember 2009 - 01:38 Uhr
VerifedbyvisaVerifedbyvisa
Hallo Gast Visa Europe,
Ihre Kreditkarte wurde ausgesetzt, weil wir ein Problem festgestellt, auf Ihrem Konto.
Wir haben zu bestimmen,dass jemand Ihre Karte ohne Ihre Erlaubnis verwendet haben. Für Ihren Schutz haben wir Ihre Kreditkarte aufgehangen. Um diese Suspension aufzuheben Klicken Sie hier und folgen Sie den Staat zur Aktualisierung der Informationen in Ihrer Kreditkarte.
Vermerk: Wenn diese nicht vollständig ist , werden wir gezwungen sein, Ihre Karte aussetzen
Wir bedanken uns fur Ihre Zusammenarbeit in dieser Angelegenheit.
1 Kommentar » | Post von... Wege zu mir
27. Dezember 2009 - 20:24 Uhr
“Der wäre doch sowieso gestorben”, sagt das Bestattungsmädel, aber der Amtsarzt findet den Schaum verdächtig, der da aus der Nase geflossen kam. Vergiftung. Die Omi zum toten Opi ist Rosemarie Fendel, oder? Nein, doch nicht. Sie ist schon ein bisschen vergesslich. Wie hieß noch die Enkelin? Nicht Emma, Leonie! Frau Schubert. Brise Schubert, Brise, was ist das denn für ein Name? Oma wohnt in einem echten 70er Jahre Nobelbungalow.
Ohoh. “Mama hat sich sogar eine Auszeit genommen, aber jetzt arbeitet sie wieder”, plaudert Leonie. Wurde da der häusliche Pflegenotstand unkonventionell behoben? Obwohl - unkonventionell? Ich glaube, bei alten Leuten wird die Leichenschau oft nicht so ganz gründlich ablaufen, denn: “der wäre doch sowieso gestorben.” Weiterlesen »
11 Kommentare » | Tatort
21. Dezember 2009 - 14:59 Uhr
Da lese ich in den “Frequenzen” von Clemens J. Setz, wat ‘ne Schwarte, aber Frau Strigl hatte Recht: Am Anfang harren, dann kommt’s schon. Schiebt doch ein Mann alleine ein weißes Tandem durch die Gegend ziemlich am Anfang, und ich denk, mannmann, Pluspunkt 13 gibt es hier nicht (”Fahrräder sind Fahrräder und keine Metaphern” in analoger Anwendung) . Zwei Stunden später laufe ich durch die Stadt, da kommt mir am Rand des Weihnachtsmarktes ein Mann entgegen, der ein rotes Tandem schiebt. Na, was machst Du denn hier so allein, du olle Metapher?
Ich glaube, Clemens Setz interessiert sich für fast alles und hatte außerdem viel Spaß beim Schreiben. Ich habe auch viel Spaß beim Lesen, wollte eigentlich nur schnell ein paar “Stellen” suchen, aber das Buch ist ja voll von “Stellen”, eine “Stelle” nach der anderen.
Kommentieren » | Bachmann '07/'08, Buch und Text
13. Dezember 2009 - 20:37 Uhr
Uiui, Grimmepreis ick hör dir trapsen, schön verfremdete Bilder aus dem Krankenwagen, wo der Ivo gerade reanimiert wird. Und als nächstes läuft er etwas zerschunden und völlig verdreckt über eine bayrische Viehweide. War jetzt das Reanimieren vor oder nach dem Wieselaufen? Rückblende? Der Franz ist bei der Leiche, Frau in der Badewanne, und erreicht dem Ivo nicht. Der läuft nämlich gerade durch einen Supermarkt und schaut sich was an. Bezahlen kann er nicht, weil er seine Geheimzahl nicht mehr weiß. “Ich hab Hunger”, sagt er. Geld ist alle, Kopf ist leer, und jetzt will er auch noch mit dem Sandwich türmen. Hektische Schnitte, alles dreht sich, Kollaps, aufwachen im Krankenhaus. Amnesie. Weiterlesen »
8 Kommentare » | Tatort
30. November 2009 - 15:11 Uhr
Die Hoffnung, dass mir ein Tag auf einem wilden Eifelbach ordentlich den Kopf durchspült, hat sich erfüllt - 32 Kilometer statt ans Buch ans Überleben gedacht, ein großer aufregender Spaß. Und heute dann klarere Sicht. Die drei Männer, die mich mitnahmen, machen sowas schon seit zig Jahren, des einen Boot ist 30 Jahre alt. Die Lieser ist ein Hochwasserflüsschen mit richtigem Wildwasser, Steine, Wellen, kleine Schluchten mit engen Kurven.
Der Lieserpfad, sagt jemand, sagt Manuel Andrack, soll der schönste Wanderweg der Welt sein, aber ich glaube, der Andrack kennt jetzt auch nicht alle. Wahrscheinlich einer der schönsten der Eifel. Weiterlesen »
Kommentieren » | Wasser und Boot