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Santo Lucci

…heißt die erste Geschichte in Thomas Melles Buch Raumforderung: Erzählungen. Wunderbare Figuren, die weder der Autor noch ein andere Autor sind. Ich mailte im März einmal hin und her mit dem freundlichen Herrn Melle, da hatte ich das Buch noch nicht gelesen und besorgte es mir darauf. Seine Geschichte “Nachtschwimmen” hatte mir in Klagenfurt gut gefallen, natürlich auch, das gebe ich zu, wegen des homoerotischen Knisterns zwischen den beiden Mädchen. Read the rest of this entry »

Bechdel’s Rule – Fun Home – Denis Scheck

Aufschieben, aufschieben, einen Grund gibt es immer. So schiebe ich meinen nächsten Lesemaschinenbeitrag auf, weil ich mich nicht für einen Text entscheiden kann. Kathrin Passig empfahl mir die Auswahl nach “Bechdel’s Rule” zu treffen. Leider nach Wochen noch keinen Text gefunden, der vor The Rule besteht. Vorgabe: Es kommen zwei oder mehr Frauen vor, die sich über etwas anderes als einen Mann unterhalten. Ich erweitere, damit das nicht nach Lesbenregel aussieht: Auch nicht über eine Frau, aber Texte mit Frauenliebe gibt es offenbar ebensowenig wie Texte mit Männerliebe, also egal. Männer unterhalten sich auch mal über den Weltraum (Herrenhuther, “Diesseits des Jan-Wellem-Gürtels”) oder über… Frauen?

Linkaufbahrungsstätte:

Update:

Bisher gefunden:

Kathrin Passig: “Sie befinden sich hier” (2006) (Unter der Prämisse, dass Held eine Frau ist, erfährt man, dass sich “ich” und “Anne” im Supermarkt gegenseitig seltsame Markennamen vorgelesen haben. Auch gut. Die eine bringt die andere nicht aus Eifersucht um.)

Thomas Melle: “Nachtschwimmen” (2006) (zwei junge Frauen unterhalten sich über die Brustverkleinerung der einen) – Eine Geschichte, die mir gut gefiel, ich nehme an, sie ist in dem neuen Buch Raumforderung. Erzählungen enthalten.

Simona Sabato: Beginn eines Romans (2004, bisher nicht erschienen) (Verrückte)

Susanne Fischer: “Zuckerwatte und Gesang” (2003) (lauter Verrückte, ein Frauengruselschocker)

Wege zu mir (google)

Thomas Melle Juli Zeh

Falls das nochmal passiert:

Thomas Melle (Jahrgang 1975, Klagenfurtteilnehmer 2006) und Juli Zeh (Jahrgang 1974, Klagenfurtteilnehmerin 2004) gingen also zur selben Zeit in Bad Godesberg zur Schule, Melle auf das Aloisiuskolleg (zitiere eine Freundin: “spießiger verklemmer katholischer Akoschüller” – schlimmster Fluch, der ihr in der damaligen Lage einfiel - Klarstellung auf Nachfrage per Mail: Damit meinte sie natürlich nicht Thomas Melle, sondern den Akoschüler als solchen.), Zeh auf das Pädagogium Otto-Kühe-Schule (“Päda”). Sie werden sich in Freistunden im “Riäng” begegnet sein (auch: “Rien ne va plus”) oder im Sommer im “Rüngsdorfer”. Schwimmbad. Was mit Schwimmbad hieß auch der sehr schöne Text, den Melle in Klagenfurt gelesen hat. Und was mit Godesberger Gymnasium kam in dem Text vor, den Zeh in Klagenfurt gelesen hat.

Nur für den Fall, dass hier nochmal jemand sich nach den beiden umschaut.

Filmtipp

“Kathrin war da als Marionette ideal, weil sie keine eigene Autorenstimme hat” – Natalie Balkow im ZIA-Film “Das Geschäftsjahr 2006/2007″

Ich verlinke hier Teil 3, weil die Bachmannpreis-Fotos im Film von mir stammen (leider ohne korrekten Weißabgleich).

Philipp Albers: “Wir nagten ja damals alle am Bettelstab” – “Mutmaßungen, Missgunst und Mumpitz.” Der gelernte Anstreicher Wolfgang Herrendörfer.
Teil 2 Sascha Lobo als Coachdarsteller: “Jörn Morisse hat ja zu der Zeit noch getöpfert.” Ab Minute 3:15 geht es um den Bachmannpreis (Wolfgang Herrndörfer, Natalie Balkow), Kathrin: “Die ZIA war ein gut geschmierter Kulturdildo”
Teil 4 Holm Friebe: “Kathrin Passig … wie Bastian Sick auf Speed”. Ijoma Mangold über die “Rasselbande”. Philipp: “Wenige Monate zuvor wurden wir noch als legitimer Nachfolger der vertrockneten Leipziger Literaturschule gefeiert.” Ab Minute 6:30 erklärt Herrndorf die “Digitale Bohème”. Sehr schön. “Dafür wird in Marzahn ein Kindergarten dichtgemacht und im Wedding verhungern die Araber.”Insgesamt etwas länglich. Trotzdem lustig. Ich bin mir sicher, irgendjemand wird das alles ernst nehmen.Kathrin 173698132 d856516cf8 o

Träumte mir in der letzten Nacht, ich müsse als Jurorin an einer Art Klagenfurt teilnehmen. Man traf sich in einem süddeutschen Herrenhaus, drei Menschen lasen Geschichten vor, drei andere hörten sie an, darunter ich. Kein Problem, ich tippte wahrscheinlich SMS oder ging mal durch den Garten, jedenfalls: Am nächsten Morgen sagten mir die Anderen, heute nämlich jetzt ging’s los, Publikum, Fernsehen, und ich soll mal sagen, was ich von den Texten halte.

Dummerweise hatte ich gerade beim ersten nicht hingehört, ich fand aber noch ein Druckexemplar, das ich mit aufs Klo nehmen konnte. Entschuldigte mich mit nervösem Durchfall. Read the rest of this entry »

Literatur im Flur

Südwestfunk, Literatur im Foyer

Kämmerling redet und redet.

Lüdke: “Würden Sie dem zustimmen?”
Herrndorf: “Ja, sofort.”

Lüdke stellt eine strunzignorante augenzwinkernde Frage nach der ZIA. (Herrndorf weist darauf hin, dass er “diese Leute kennt und auch mit ihnen befreundet” sei, mit der ZIA habe er aber nichts zu tun.) “Als sie dieses Unternehmen, von dem ich bis heute nicht weiß, womit sie ihr Geld verdienen, gegründet haben, haben sie einfach alle ihre Freunde auf die Website gesetzt, damit es nicht so leer aussieht.” Read the rest of this entry »

Aufbewahrt

Eben fiel mir ein, dass Kathrin in Klagenfurt einen Satz für mich aufbewahrt hat (oder muss ich sagen: gemoleskined?). Den holte ich mir wieder (Bearbeitungsdauer unter 90 Sekunden).

Spinnen muss man auf jeden Fall vorher, egal, ob man wirkt oder webt.

Für den “Bewerb” ist der Beitrag noch zu kurz. Mein Platz wäre sowieso eher in der Jury. Schrieb mir jemand kürzlich:

“Genaugenommen haette ich Dich gern in der Klagenfurtjury. Ich muss mir staendig vor Augen halten, wie es waere, wenn Du den Autoren erklaerst, dass ihr Protagonist gar keine Milch haben kann, obwohl er angeblich jeden Tag welche trinkt. Das waere so super.”

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Stimmt.

Ein Blick zurück: Gibt es so etwas wie eine “schönste Erinnerung” an das Wettlesen am See?
PASSIG: Die Fahrradfahrt zurück nach Klagenfurt nach dem Bürgermeisterempfang auf Schloss Hallegg. Es war warm und still und sternklar, und am Straßenrand quakten die Frösche. Alles andere war aber auch ganz schön.

(Kleine Zeitung Klagenfurt, heute)

Billigstcontent, ich weiß, aber ich komme gerade von draußen, dort fand ich es sehr kalt. Stellte mir dann vor, wie ich gefroren haben müsste auf der langen Abfahrt, friert man nicht immer auf langen nächtlichen trunkenen Abfahrten? Nein, auf dieser nicht.

Kathrin Passig leiht sich einen Föhn und geht etwas essen

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Früh verlasse ich das ranzige Schlosshotel, Kamera und Notebook auf dem Rücken, trete kräftig und wie meist – hier kennt mich doch keiner – unter großzügiger Behandlung von Verkehrsregeln. So lang ist die Fahrradampel noch nicht rot, die Autos stehen ja noch auf dem vierspurigen Autobahnzubringer, ich beeil mich halt, die sehen mich doch. Nur das Fahrschulauto, das auf der fünften Spur zügig auf die inzwischen grüne Ampel zufährt. Interessant meine Äußerung in Todesangst, Read the rest of this entry »

Aufbewahrt

K. bewahrt bis morgen einen Satz für mich auf in ihrem Moleskine, einwandfreier Service, denn er ist mir schon auf dem Weg zur Dosenbierparty entfallen.

Der Weg zu ihm führte über das Schulfach Nadelarbeit und “Topflappen zu Häkelbikinis” zu Metaphern von biblischen Ausmaßen, ein Topos, der Topos Topflappen. Weben, Wehen, Wirken und Wagen.

kotelett

Im nächsten Jahr werden wir anfangen, von früher zu reden, Frage: Ist es besser, das einmal durchzumachen, oder sollten wir Klagenfurt schon vorher abschaffen? Read the rest of this entry »