?> Sopran | Heimatkunde

Kategorie: Heimatkunde


Zustände

5. März 2010 - 08:44 Uhr

- nach Fahnenkorrektur: Zufrieden über das starrsinnige Beharren auf Arno-Schmidt-Interpunktion in Arno-Schmidt-Zitaten, unzufrieden über das Auslassen von mindestens drei, vier Durchgängen vor Manuskriptabgabe. Fahnenkorrektur ist sowas wie “The Slalom” beim Tough Guy Race - braucht ein gewisses Durchhaltevermögen, bei ausreichender Vorbereitung wäre alles einfacher, und wenn man hier abkürzt, zeigen sie nachher mit Fingern auf einen. Der Setzer soll nicht meine Versäumnisse vom Januar ausbaden.

- nach Fahnenkorrektur: Ich bin jetzt fertig, alles andere möge bitte ohne mich stattfinden.

- nach Anschaffung einer neuen Kamera. Die handliche Panasonic GF-1 hat nur einen Nachteil: Sie ist so gut, dass sie mir das schwere, schöne, über Jahre angesammelte Spiegelreflexpaket verleidet. Verkaufen? Geht nicht, weil - wegen der etwas besseren Schnelligkeit - noch für die Hockeyfeldsaison benötigt. Ich könnte mich von ein paar Objektiven trennen, aber von welchen?

- vor Büroumzug. Als hätte ich in letzter Zeit nur darauf gewartet, dass die Lieblingskolleginnen ein Eckchen in ihrem Büro freiräumen - ohne dass es dafür Anzeichen gegeben hätte. Endlich wieder fachlicher Austausch eine Tür weiter. Das Angebot kam pünktlich zur Manuskriptabgabe.

-  fünf Monate nach Chile-Reise II, neun Jahre nach Chile-Reise I.  T. ist in Deutschland, sein Haus steht noch, seiner Freundin C., die ich im ersten Voix d’été-Sommer kennenlernte, geht es gut. A., die ein Auslandssemester in Chile macht, wurde in ihrem Bett hin und her geworfen. Sonst keine Schäden. Soldaten stehen vor dem Kaufhaus in Concepcion, in dem ich die Sandalen kaufte. In Talcahuano besichtigten wir die Huascar, das überlegene - weil ganz aus Stahl bestehende - Kriegsschiff, mit dem die Peruaner die Schlacht gewannen. Liegt es jetzt in der Innenstadt herum? Wie sieht es in Los Angeles aus? In Valdivia wurde 1960 die einzige Brauerei Chiles zerstört. Grado 9,5 en la escala Richter.

- nach Tauwetter. Am Sonntag auf der letzten Welle des ersten Schmelzwasserschwalles die Ahr befahren. Viel schnelles, kaltes Wasser, keine Bäume. Mittags, als Xynthia sich gerade warmlief, schon vom Wasser gewesen. Mit dem Paddel als Windfang vom Ausstieg zum Bahnhof Dernau gesegelt. Nächster Einstieg: Vallon Pont d’Arc in drei Wochen.

Kommentieren » | Buch und Text, Heimatkunde, Wasser und Boot

9. Februar 2010 - 16:43 Uhr

Verlag sagt sowas wie “irgendein Passfoto genügt” - welch Ignoranz der menschlichen Eitelkeit!

Ich habe es aber gehalten, wie es Chuck Pahlaniuk in seinen “13 Writing Tips” empfiehlt: In jungen Jahren schon mal fotografieren lassen. Damals wollte ich mich, glaube ich, beim städtischen Bauamt bewerben. Also rufe ich Herrn Schafgans an. Herr Schafgans ist Anfang 80, und wer sich in Bonn woanders fotografieren lässt, ist selber schuld. Natürlich findet er die Negative sofort. “2003, nicht 2004″, berichtigt er mich. Die Kontaktabzüge von damals habe ich nicht mehr, die sind nach und nach zu Passfotos geworden. Also hin. Kafka ist tot, erinnere ich mich, als ich in den Laden komme. Weiterlesen »

Kommentieren » | Heimatkunde, Inseln, selige

6. März 2009 - 08:12 Uhr

Bilderbuchwetter gestern wie heute: Wie aus der Kinderbibel, Kapitel: “Noah baut ein Schiff”.

Das Loch in Köln wird größer, als nächstes fällt die Schule rein. Steigender Rheinpegel -> steigender Grundwasserspiegel. Köln wird nach und nach in dieses Loch fallen und sich auf dem Wasserweg abtransportieren.

1 Kommentar » | Heimatkunde, Wasser und Boot

Lieber zugezogene Brauchtumsbenutzer

11. Juni 2008 - 09:52 Uhr

1. Maibäume sind nicht mit Namen zu versehen, weder mit Empfänger- (”für Jule”) noch mit Absendernamen (”Dein Thorben”). Das gilt auch und gerade für Maibäume vor Mehrparteienobjekten oder Mehrtöchterhaushalten. Das Raten für und von wem gehört zum Brauchtum.

2. Einen Brauch, dass alle vier Jahre die Mädchen den Jungen einen Maibaum stellen, gibt es nicht.

3. Maibäume sind am 31. Mai vom Maibaumsteller a b z u h o l e n und nach Empfang des Belohnungs-Bierkastens zu entsorgen.

4. Geh doch wo du wohnst.

Kommentieren » | Heimatkunde

Tempelhof

27. April 2008 - 07:15 Uhr

Flughafen Tempelhof

Kommentieren » | Heimatkunde

26. Februar 1926

7. April 2008 - 10:43 Uhr

Wir beide.

Warum ist Deine Nähe mir so nah!
Warum ist Deine Ferne mir so weit!

Weil ich in Dir, in Dir zum erstenmal den Menschen sah,
Der mich erlöst, der mich in Liebe, in unendlicher, umfing.
Warum nur bist Du mir in weiter Ferne
Warum nicht kommst und bleibst mir nah!
Ich soll wohl leiden, muss wohl büßen!

- Leiden. -

Doch Du bist zu mir gekommen, hast die Schuld, die längst vergebene,
endlich, endgültig von mir abgenommen.
Du reiner, großer, tiefer, lieber Freund.

Und so verschwandest Du! Ein zweitesmal und viele male
Sollt ich Dich nicht umfassen, an mich drücken
In heißer Lieb.

Und darum gingst Du. Ließt in Tränen mich zurück
und bist mir treu.
Und liebst mich, so unendlich, so über alle Maßen, - fühl ich.
Fühltest Dich glücklich schon in Deiner Liebe, - sagtest Du, -
Auch wenn sie nicht erwidert werden sollte! - -
Und ich? Ich muss Dich lieben, muss Dich haben!

Ich will Dir alles geben, - gab mich Dir, in reinster, höchster Liebessehnsucht.
Sie wurd erfüllt, sie ist erfüllt, und immer wieder neu
Wird sie sich erfüllen Dir und mir.

Ich will Dir alles sein. Ich bin es. Bin es!
Denn wenn Dich einer je verstand in Deinem starken Sehnen,
in Deinem reinen Willen, in Deinem Leid,
Bin ich es nicht?
- Wir lieben uns. Hast Du ein höh’res Glück schon je empfunden? - Nie!
- - Wir beide - .

Brief eines Knaben an einen Knaben

Kommentieren » | Auslese-Blog, Heimatkunde, Kempowskibloggen, Scheibe Erde, Selige Inseln, Trouvaillen, andersquer und überzwerch

Teufelsbraten (Brahmswochen IV)

7. März 2008 - 21:45 Uhr

Jetzt auf arte - Mittwoch und Donnerstag jeweils 20.15 Uhr im Ersten:

Teufelsbraten, die Verfilmung von Das verborgene Wort von Ulla Hahn.

Gerade tritt Harald Schmidt als Wäschevertreter auf. Auch sonst toll besetzt Weiterlesen »

Kommentieren » | Brahmswochen, Buch und Text, Film und Fernsehen, Heimatkunde, Holde Vögellieder, sopran singt selber

Apropos

14. Oktober 2007 - 18:36 Uhr

Durch Rheydt schlendernd, dachte ich: Wenn ich mal das Bedürfnis habe, irgendwo tot überm Zaun zu hängen, dann fahre ich dafür doch lieber nach Bad Oeynhausen.

schrieb ich vorgestern und palaverte gestern Nacht in Düsseldorf mit Kathrin und Aleks über Vor- und Nachteile der Mittelmäßigkeit von Städten. Dass schöne Städte, Dom und so, die Leute nicht so zum Kriegführen anregen, mutmaßte Aleks, worauf ich ins Blaue zustimmte, es sei ja auch kein hoher Nazi aus Köln gekommen. Dafür aber einer aus Rheydt. Lässt sich hoffentlich nicht übertragen. Wir bestellten dann lieber noch ein Bier und wälzten Theorien über die Ursachen von Trennungen und Scheidungen. Soziologisch, nicht individuell. Arbeitsbereich “Mutmaßungen über Unwissen.”

1 Kommentar » | Heimatkunde

Rastspielhölle

13. Oktober 2007 - 14:54 Uhr

Früher als befürchtet endete mein Gerichtstermin gestern morgen in der niederrheinischen Kleinstadt. Der vorgeführte Zeuge machte von seinem Zeugnisverweigerungsrecht gebraucht, als Ehemann der Beklagten. Das ist alles eine mutmaßliche Betrügerbande, Kläger, Beklagte, Zeugen, Abschleppdienst, Werkstatt usw. Der Gerichtsvollzieher hatte den Zeugen nur ungern zuhause abgeholt (Vorführung angeordnet, weil mehrmals nicht erschienen). Der sei vor Ort “einschlägig” bekannt. Einschlägig wörtlich zu nehmen. Der Zeuge ließ sich also noch die Rückfahrt bezahlen (Hinfahrt war ja umsonst), die Sache wird jetzt im schriftlichen Verfahren entschieden.

Durch Rheydt schlendernd, dachte ich: Wenn ich mal das Bedürfnis habe, irgendwo tot überm Zaun zu hängen, dann fahre ich dafür doch lieber nach Bad Oeynhausen.

Zu früh für den Friseur, zu spät, noch zu Hause oder im Büro vorbeizufahren, machte ich Pause am Rasthof Frechen. Dort gibt es Segafredo Kaffee, auch wenn es nicht an der Ausfahrt steht. Auf der A3 im Westerwald schreiben sie es inzwischen dran, und da ist es nur Lavazza. Eine sinnvolle Information. Segafredo in Frechen wusste ich aber schon. Zusätzlicher Service: Dort hängt die FAZ aus, dreifach. Ich löste zum Cappuccino das Kreuzworträtsel locker durch. Gegenüber saß ein Herr um fünfzig, sehr adrett, wahrscheinlich ein Kollege aus dem Bereich Mergers and Aquisition, gepflegter Schnäuzer. Am Geldspielautomaten. Stammkunde?

Kommentieren » | Heimatkunde

Ernst ist die Leber.

11. September 2007 - 00:10 Uhr

Derartiges steht an der Wand der “Kulisse”, der Schänke am Erholungshaus in Leverkusen. All die wackeren Werktätigen, die seit dem Morgengrauen Acetylsalicylpülverchen in von Fremdarbeitern im Keller geklebte Papiertütchen gefüllt, Erlenmeierkolben abgekühlt und Reagenzgläser gespült haben, holen nach getaner Schicht ihre Tuben, Fideln und Tröten aus dem Spind, hängen die grauen Kittel hinein und radeln zum Erholungshaus. Auf Fahrrädern mit zwei Querstangen, denn die dürfen das Werksgelände verlassen. Und dann: Probe des Bayerorchesters.

Und wir dabei.

Konzerttipp:
Freitag, 14. September, 20 Uhr, Altenberger Dom. Schubert Achte, Biblische Lieder von Dvorak, Gloria von Poulenc (mit Solosopran, Chor und Sopran-that’s-me in der Herde).

3 Kommentare » | Heimatkunde, Holde Vögellieder, sopran singt selber

« Ältere Einträge