Sopran

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Zum Beispiel…

Bloggen nach Kempowski 7

T: Im Reisebus nach Malgeac am Allier gefahren. Schlammiger Campingplatz, bescheuerte Reisegruppe, was soll ich da? Bevor ich wenigstens ordentlichen Käse und ein neues Boot kaufen konnte aufgew

General-Anzeiger: Sonderbeilage zum 75. Geburtstag der Köln-Bonner-Autobahn. Dabei wurde die 1932 eröffnet. Was die Leute immer haben mit dem Hitler, nicht einmal die Autobahn hat er erfunden, der Versager. Das war der Oberbürgermeister von Köln, der Herr Adenauer. Read the rest of this entry »

Sitzen, Fortsetzung

Wie ich hier so sitze auf dem weichen Lederpolster der Bank im Café an dem einzigen Tisch, auf den das Macbook passt, Macbook MACBOOK verdränge ich meinen Ärger über den defekten Flughafen für einen Moment und besinne mich hier, in dieser sanftmütigen buddhistisch-westerwäldischen Umgebung auf die Kraft des Sitzens. Im Sitzen liegt die Kraft. Mein Motto seit 15 Anschlägen. Dazu singt eine Frau wie eine Sitar, was mich fast wieder Read the rest of this entry »

Tatort: Tod einer Heuschrecke (rbb)

Muss mich für heute entschuldigen wegen Konzert. Vielleicht wird es heute sogar noch schöner als gestern.
(Erinnerung und Empfehlung: Heute, 20 Uhr, Kirche Sankt Severin, Im Ferkulum, Köln)

Wer übernimmt?

Teufelsbraten (Brahmswochen IV)

Jetzt auf arte – Mittwoch und Donnerstag jeweils 20.15 Uhr im Ersten:

Teufelsbraten, die Verfilmung von Das verborgene Wort von Ulla Hahn.

Gerade tritt Harald Schmidt als Wäschevertreter auf. Auch sonst toll besetzt Read the rest of this entry »

Weihnachten, na gut, dann eben doch.

Die Zwei darf den Bischofsstab halten, vielleicht übt sie für später.

Macht hoch die Tür, Stille Nacht, Es ist ein Ros entsprungen (339), Ich steh an Deiner Krippenhier, Heiligste Nacht (341), Heilig, Heilig, drei mal heilig (selbe Melodie) – alles schön und gut, aber je näher die Einschläge kommen, desto mehr sehe ich meine Felle schwimmen. Und nach 90 Minuten die erlösenden drei Ziffern:

340

Menschen, die ihr wart verloren.
My own private Weihnachtsfest.

(Abzulegen unter
Inseln, selige
Scheibe Erde
Holde Vögellieder)

340 und 341 übrigens beide von Christoph Bernhard Verspoell, um 1810. Von dem ist auch der Megahit “Fest soll mein Taufbund immer stehen”.


(und jetzt endlich allein, Weinflasche, Buch)

Dom

“Weihrauch sparet nicht noch Myrrhe”*, so ohrwürmt es unablässig in meinem Kopf, dabei sitze ich zum Singen bereit: Doppelchörige Rheinberger-Messe, für die wir im “Hohen Dom zu Köln” zu schwach besetzt sind. Man sollte es für erhebend halten, das Singen im Dom, aber es ist ein Tort. Wie kriegen sie nur diese viele kalte Luft in das voluminöse Gebäude? Von draußen sicher nicht, sonst wäre es draußen wärmer. Und drinnen auch. Der ukrainische Mädchenchor ist in Tracht gekommen, mit Kniestrümpfen. Darüber Anoraks und Fellstiefelchen. Auch in Kiew wird es im Winter kalt sein. “Sind das die Maxim-Biller-Treter?” fragt mich der Bariton und zeigt auf meine neuen Stiefel. Ja, das sind sie, aber noch vor der Kommunion ist die Kälte durch die Felleinlagen in meine Füße gedrungen. Das Singen selber: Akustik mangelhaft, kein Nachhall, kein Vermischen, jeder singt allein. Dazu das enorme Grundgeräusch des Domes, zu dem sich alle Geräusche von außen (Weihnachtsmarkt, Hauptbahnhof, Domplatte) vermischen. Uns ist ein Liturgieberater zugewiesen worden, der uns Zeichen gibt, wann aufstehen, wann hinsetzen, wann Glaubensbekenntnis vorbeten.

Im abschließenden Hirtenwort wird die Absicht erklärt, die Mission in Südamerika den Indios nun wieder mit “Fantasie und Engagement” beizubringen. Bis dahin hatte sich die katholische Kirche von ihrer harmlosen Seite gezeigt. Gegen “Macht hoch die Tür” lässt sich nun wirklich nichts sagen.

*Bitte raten Sie das Originallied in die Kommentare!

Herne, die Perle des Ruhrgebietes

Auf der stockigen Anfahrt (Unfall A 1, zu viele Autos A 43) hatte ich ein kleines Gesumm, das lautete: “Herne wird ja unterschätzt, Herne, Herne, so hübsche Eckchen, hat doch, denkt doch keiner, dieses Ruhrgebiet.” Das Gesumm erstarb aber, als ich bei Dämmerung und Regen in Herne Mitte einfuhr. “Kulturzentrum” heißt der Backsteinklops, mit Stadtbücherei, Kaschemme und Volkshochschule. Ein herrlicher Ort für die weltberühmten Tage alter Musik in Herne, die der WDR da immer veranstaltet. Eines der weltweit bedeutendsten Festivals für alte Musik. Da denke ich an romanische Kirchlein. Stattdessen: Knallharte braunbeige Stadthallenrealität. NATUR NATUR ICH WILL BETON PUR.

In der hässlichen Garderobe schüttelte der französische Naturtrompeter den Kopf über Herne, ein sehr französisches Read the rest of this entry »

Ernst ist die Leber.

Derartiges steht an der Wand der “Kulisse”, der Schänke am Erholungshaus in Leverkusen. All die wackeren Werktätigen, die seit dem Morgengrauen Acetylsalicylpülverchen in von Fremdarbeitern im Keller geklebte Papiertütchen gefüllt, Erlenmeierkolben abgekühlt und Reagenzgläser gespült haben, holen nach getaner Schicht ihre Tuben, Fideln und Tröten aus dem Spind, hängen die grauen Kittel hinein und radeln zum Erholungshaus. Auf Fahrrädern mit zwei Querstangen, denn die dürfen das Werksgelände verlassen. Und dann: Probe des Bayerorchesters.

Und wir dabei.

Konzerttipp:
Freitag, 14. September, 20 Uhr, Altenberger Dom. Schubert Achte, Biblische Lieder von Dvorak, Gloria von Poulenc (mit Solosopran, Chor und Sopran-that’s-me in der Herde).

Chœur #5

Jeden zweiten Dienstag und einmal im Monat den ganzen Sonntag ist Chorprobe. Wir singen zu achtzehnt zehnstimmig, und es sind ja auch nicht immer alle da. Anfangs waren es vingt, aber zwei haben schon gekniffen. Marie-Odile, die mit mir den ersten Sopran teilt, war gestern mal wieder nicht da. “Mal wieder” ist total ungerecht, sie ist ja immer da, wenn ich “mal wieder” nicht da bin. Heißt dann: Immer allein anfangen, mich wacker in Marie-Odiles Soli stürzen, Lorbeeren gibt es keine, nur zum Lesen komme ich nicht.

Am Sonntag war Marie-Odile da, da schaffte ich zwei Drittel von “Herbstjagd“, dem neuen Thriller des Kollegen Wolfgang Kaes. Kollege auch übertrieben, der Mann ist bei der Zeitung Ressorleiter, bei der ich mal Lohnschreiberin war. Überbeansprucht dieses Stalking-Thema etwas. Achtung AUSSAGE. Read the rest of this entry »